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Devisenmarkt Der Dollar testet zur Abwechslung wieder sein Potenzial nach oben

30.08.2004 ·  Der Dollar pirscht sich langsam wieder an die untere Begrenzung des seit Monaten zum Euro gültigen Seitwärtstrends. Um weiter steigen zu können, braucht er jetzt aber überzeugende amerikanische Arbeitsmarktzahlen.

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Bis vergangenen Mittwoch sah es noch so aus, als ob der Euro auf dem besten Weg sei, zum Dollar sein Potenzial nach oben auszuloten. Bei Kursen von über 1,24 Dollar sprachen Marktteilnehmer von der Chance, daß es demnächst zu einem Ausbruchsversuch kommen könnte.

Doch diese Annahme hat sich nicht bestätigt und der Euro ist kurz vor Erreichen des entscheidenden Widerstands bei 1,2469 Dollar wieder zurückgefallen. Inzwischen ist der Dollar begünstigt von einem gefallenen Ölpreis mit Kursen von knapp über 1,20 Dollar sogar wieder in Richtung der unteren Begrenzung des zuletzt gültigen Seitwärtstrends vorgestoßen.

Dessen Spanne ist grob zwischen 1,18 und 1,24 Dollar zu veranschlagen und wenn eine erste wichtige Unterstützungszone bei 1,20 Dollar genommen werden kann, dann dürfte der Dollar in der Tat testen, wie weit seine Kraft nach oben reicht.

Auf die Arbeitsmarktzahlen aus Amerika kommt es an

Allerdings ist zu bedenken, daß die jüngsten Kursbewegungen bei eher dünnen Umsätzen abliefen und deswegen vielleicht nicht die Kräfteverhältnisse am Devisenmarkt richtig wiedergeben. Außerdem gilt es als allgemein akzeptiert, daß die Kursausschläge zuletzt nur ein Vorgeplänkel waren.

Wirklich entscheidend auf die Kursrichtung einwirken können letztlich aber nur Ereignisse wie Konjunkturzahlen der ersten Kategorie, zu denen die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktzahlen aus Amerika zweifellos gehören. Sollte es hier zu deutlichen Abweichungen bei der erwarteten Zahl an neu geschaffenen Stellen kommen, sind deutliche Kursbewegungen vorprogrammiert. Die Konsenserwartung liegt dabei bei einem Plus von 150.000 Stellen.

Was macht die amerikanischen Notenbank?

Sehr wichtig wird es zudem sein, wie es mit der Zinspolitik in Amerika weiter geht. Und in dieser Hinsicht rechnet die Mehrheit der Beobachter trotz der zuletzt teilweise eher enttäuschend ausgefallenen amerikanischen Arbeitsmarktdaten mit einer Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus. Selbst eine Zinserhöhung schon bei der nächsten Sitzung der Notenbank am 21. September wird nicht ausgeschlossen und das müßte den Dollar dann nach der reinen Lehre stützen.

Durch diese Schilderungen wird deutlich, daß sich die Parität momentan in einer sehr spannenden Ausgangslage befindet. Kommt es zu überraschenden Ergebnissen bei den beiden genannten Ereignissen, dann könnte es in der Tat zu einem Ende der seit langem gültigen Seitwärtsrange kommen. Da diese Spanne bisher aber letztlich stets allen Einflüssen standhielt, muß bis auf weiteres als wahrscheinlichste Variante der Fortbestand der Seitwärtsbewegung eingeschätzt werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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