22.05.2009 · In den vergangenen Tagen stand der amerikanische Dollar deutlich unter Druck - inzwischen ist er auf das Niveau vom Januar zurückgefallen. Der Euro konnte dadurch seinen langfristigen Abwärtstrend überwinden.
Mit 1,3946 Dollar notiert die amerikanische Landeswährung am Freitag gegen Mittag zum Euro zwar wenig verändert gegenüber dem Vortag. In den vergangenen Tagen stand der Dollar aber deutlich unter Druck. Somit ist er inzwischen wieder auf das Niveau vom Januar zurückgefallen. Charttechnisch gesehen hat sich somit dadurch einiges zuungunsten des „Greenbacks“ verändert.
Noch kürzlich galt: Gelingt dem Euro der nachhaltige Sprung über den seit Juli 2008 bestehenden Abwärtstrend, müsste es weiter aufwärts gehen. Da sich diese Marke bei 1,36 Dollar befindet, ist der Ausbruch inzwischen vollzogen. Charttechnisch gesehen ist das ein klares Kaufsignal.
Sorgen vor Herabstufung belasten die Stimmung
Fundamental betrachtet stand der Dollar ansonsten zuletzt primär unter Druck, weil die Risikobereitschaft unter den Anlegern wieder gestiegen ist. Der Dollar ist dadurch in seiner Funktion als „sicherer Hafen“ weniger gefragt als noch in den Monaten zuvor.
Außerdem stellten sich viele Marktteilnehmer am Donnerstag vermutlich wieder einmal die Frage, wie solide dieser sichere Hafen überhaupt ist. Denn nach der am Donnerstag erfolgten Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Großbritanniens zu überprüfen, befürchten Experten, dass auch den Amerikanern eine Herabstufung drohen könnte.
Völlig unbegründet ist diese Sorge nicht. Schließlich dürfte auch in Amerika ähnlich wie Großbritannien die Staatsverschuldung auf mehr als 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen. Ein solcher Schuldenstand ist laut S&P nicht mit der Bestnote von „AAA“ für langfristige Staatsanleihen zu vereinbaren.
Analysten halten Kursreaktion für übertrieben
Allerdings geben sich noch nicht alle Dollar-Optimisten wegen dieser Bedenken geschlagen. Die Analysten bei der Commerzbank halten die negative Kursreaktion jedenfalls für übertrieben. Zur Begründung wird auf die auch in vielen anderen Ländern ebenfalls sehr hohe Staatsverschuldung verwiesen.
Außerdem dürfte Amerika im Wettlauf mit Europa und Japan letztlich als erstes aus der Wirtschaftskrise herauskommen, was den Dollar dann wieder stützen sollte. Derzeit unterscheide der Markt zwar noch nicht, welche der Volkswirtschaften die Wirtschaftskrise vergleichsweise schnell überwinden werden. Dies dürfte sich nach Einschätzung der Commerzbank mittelfristig jedoch ändern. Der Markt werde die Entwicklung der Volkswirtschaften und damit der einzelnen Währungen differenzierter betrachten. Die Prognose lautet deshalb, dass der Dollar mittelfristig deutlich zulegen wird und zur Jahresmitte in Richtung 1,25 Dollar steigen wird.
Völlig auszuschließen ist so eine Entwicklung natürlich am Devisenmarkt nicht. Wer nur auf den Chart blickt, kommt zumindest zu einem anderen Anlageurteil. Hier wurde jüngst ein Kaufsignal zugunsten des Euro generiert. Das damit verbundene kurzfristige Kurspotenzial reicht bis in den Bereich von 1,4370 Dollar. Bei Schlusskursen in dieser Woche von mehr als 1,3739 Dollar trauen die Charttechniker der Citigroup dem Euro sogar einen Anstieg bis auf 1,4720 Dollar zu. Spürbar eintrüben würde sich die Lage dagegen wieder bei einem Fall unter dem jeden Tag etwas weiter sinkenden Abwärtstrend bei rund 1,36 Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |