14.01.2010 · Nach einem überaus optimistisch interpretierten Arbeitsmarktbericht in Australien erreicht der Aussie-Dollar gegen den Euro das stärkste Niveau seit Oktober des Jahres 2000. Allerdings stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Entwicklung ist.
Der australische Dollar war nicht nur im vergangenen Jahr mit einem Kursgewinn von etwas mehr als 24 Prozent gegen den Euro hinter dem brasilianischen Real die stärkste Währung weltweit, sondern im laufenden Jahr scheint sich die Stärke fortzusetzen. Seit Anfang des Jahres hat sie um weitere dreieinhalb Prozent zugelegt auf zuletzt 1,5594 australische Dollar je Euro.
Der Aussie-Dollar hat längst die massiven Kursverluste wett gemacht, die sie im Rahmen der Kredit- und Liquiditätskrise innerhalb kürzester Zeit von 1,63 Dollar je Euro auf bis zu 2,0665 Dollar je Euro getrieben hatte.
Australischer Dollar auf Mehrjahreshoch gegen den Euro
Mittlerweile befindet er sich auf dem höchsten Stand seit Oktober des Jahres 2000, beziehungsweise der Kurs ist der tiefste seit damals. Selbst gegen den amerikanischen Dollar nähert sich die australische Währung dem Allzeithoch, das sie noch vor der Krise im Rahmen der allgemeinen Euphorie erreicht hatte.
Der Grund für die weiteren Kursgewinne lässt sich in den Arbeitsmarktzahlen finden, die am Donnerstag in Australien veröffentlicht wurden. Danach wurden im Dezember 35200 neue Stellen geschaffen. Das war deutlich mehr als erwartet worden war, auch wenn davon nur 7.300 neue Vollzeitstellen sind. Die australische Arbeitslosenquote ist von 5,6 Prozent im Vormonat auf 5,5 Prozent gefallen, nachdem sie im Juli des vergangenen Jahres ein Zwischenhoch von 5,8 Prozent markiert hatte. Im Februar des Jahres 2008 hingegen war sie auf ein Allzeittief von 3,9 gefallen gewesen.
Das heißt, der australische Arbeitsmarkt scheint sich zwar kurzfristig etwas zu entspannen. Allerdings profitiert er erstens vom Sommer in Australien. In dieser Zeit werden vergleichsweise viele Teilzeitstellen angeboten. Zweitens ist der noch Meilenweit vom „Spitzenniveau“ des Jahres 2008 entfernt. Drittens ist die Entwicklung nach Ansicht kritischer Analysten auf eine ungesunde Entwicklung zurückzuführen, die die australische Regierung mit riesigen Staatsausgaben und beispielsweise mit großen finanziellen Anreizen zum Kauf von Häusern in Gang gesetzt, die aber zu einer erneuten Zunahme der Verbindlichkeiten der schon stark verschuldeten Privathaushalte Australiens verbunden ist.
Ungesunde wirtschaftliche Entwicklung
Sie dürften ihren Konsum deutlich einschränken müssen, sollte die australische Konjunktur aufgrund etwa einer nachlassenden Nachfrage aus China, sollte die stark gestiegenen Immobilien- und Vermögenspreise kollabieren und die Zinsen weiter steigen. Das würde nicht nur den Arbeitsmarkt wieder belasten, sondern die finanzielle Belastung der Konsumenten zunehmen lassen, worauf sie ihren Konsum einschränken würden. Genau das dürfte dann die wirtschaftliche Entwicklung noch weiter dämpfen können.
Tatsächlich hat die australische Zentralbank schon im Oktober des vergangenen Jahres begonnen, den Leitzins anzuheben. In drei Schritten ging es um jeweils 25 Basis- beziehungsweise um 0,25 Prozentpunkte nach oben von drei auf zuletzt 3,75 Prozent. Das führte dazu, dass der Drei-Monatszins in Australien inzwischen bei 4,54 Prozent liegt, während er in den Vereinigten Staaten bei 0,29, in Europa bei 0,7 und in Japan bei 0,37 Prozent liegt. Mit 5,58 Prozent liegt auch die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen über den japanischen, den europäischen und den amerikanischen. Das macht die australische Währung zusammen mit weiteren Aufwertungserwartungen, die vom Arbeitsmarkt kurzfristig ausgelöst werden, interessant für Anleger, die einen Zins- und Währungsvorteil suchen.
Die Risiken solcher Strategien sind jedoch groß. Denn sollte die allgemeine Erwartung, die Weltwirtschaft werde sich getrieben von einer robusten Entwicklung in den Schwellenländern, nachhaltig von der Krise erholen, enttäuscht werden, sind Kursturbulenzen wie im Jahr 2008 sehr wahrscheinlich. Massive Wechselkursverluste können scheinbare Zinsvorteile in kürzester Zeit ad absurdum führen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |