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Devisenmarkt Das Chartbild spricht für einen weiter steigenden Rand

08.01.2010 ·  Abnehmende Inflationsraten und konjunkturelle Hoffnungsschimmer haben den Rand zum Euro auf den höchsten Stand seit Ende Januar 2008 getrieben. Bleiben die Rohstoffpreise hoch, spricht das zusammen mit einem intakten Aufwärtstrend weiter für Südafrikas Währung.

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Der südafrikanische Rand hat in den vergangenen Monaten spürbar aufgewertet. Ein Euro kostet aktuell nur noch 10,58 Rand während es Anfang November noch 11,65 Rand waren. Und im Zuge der Kreditkrise mussten im Oktober 2008 teilweise sogar gut 15 Rand berappt werden.

Erklären lässt sich der Aufwertungsdruck gleich mit mehreren Gründen. Zu nennen sind neben den Hoffnungsschimmern für die Weltwirtschaft fallende Inflationsraten, steigende Rohstoffpreise und eine wieder gestiegene Risikobereitschaft der Investoren. Der letztgenannte Faktor sorgt dafür, dass der Rand wieder von seinem Status als Carry-Trade-Währung profitieren kann. Wie hoch die Korrelation zwischen dem Kursverhältnis des Euro zum Rand mit dem ITRAXX ist, der die Risikoaversion an den Finanzmärkten misst, zeigt eine der abgebildeten Grafiken.

Inflation bewegt sich im Zielkorridor

Von hohen Rohstoffpreisen profitiert das Land, weil es unter anderem Platin, Gold und Kohle exportiert. Eine weltweit steigende Rohstoffnachfrage führt in der Regel zu einer Aufwertung des Rands, wie Devisenanalyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen erklärt.

Was die Preissteigerungsraten angeht, so lagen diese sowohl im Oktober als auch im November am oberen Rand des Zielkorridors der Zentralbank, der sich zwischen 3 und 6 Prozent bewegt. Und die Verantwortlichen rechnen derzeit laut Torsten Hähn von der WGZ Bank damit, dass die Preissteigerungen ab dem zweiten Quartal 2010 nachhaltiger unter 6 Prozent liegen werden. Stimmt diese Annahme, könnte sich daraus Zinssenkungsspielraum ergeben (der Leitzins beträgt derzeit 7 Prozent).

Wachstum bis auf weiteres relativ blutarm

Einen Zinsimpuls könnte die Wirtschaft auch durchaus gut gebrauchen. In den vergangenen Wochen wiesen die meisten Konjunkturdaten zwar nach oben und das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal mit plus einem Prozent im annualisierten Quartalsvergleich auch wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt. Doch im gesamten Vorjahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um knapp 2 Prozent gesunken sein und im kommenden Jahr wird derzeit mit einem Anstieg von knapp drei Prozent gerechnet, womit man hinter vielen anderen Schwellenländern hinterherhinken würde.

Auch zur Bekämpfung der hohen strukturellen Arbeitslosigkeit reicht die genannte Zuwachsrate nicht aus. Das birgt die Gefahr sozialer Spannungen und wie die DZ Bank in einer Studie hervorhebt, könnten ausbleibende Fortschritte bei der Verbesserung des Wohlstandsniveaus breiter Bevölkerungsschichten die Regierung von Präsident Zuma zusehends unter Druck setzen. Ein Risikofaktor bleiben zudem die Defizite im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz, weil das Land dadurch auf Kapitalzuflüsse und damit auf die Stimmungslage unter den Anlegern angewiesen ist.

Höchster Stand zum Euro seit Ende Januar 2008

Derzeit sind die Investoren aber bereit, Risiken einzugehen und das dürfte wegen dem Zinsvorsprung Kapital ins Land locken. Zumindest ist das so lange anzunehmen, wie sich die Weltkonjunktur weiter erholt und die Rohstoff-/Edelmetallpreise hoch bleiben. Latent stützend könnte sich zudem über den zu erwartenden Touristenboom auch die im Sommer stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft auswirken.

Durch die jüngsten Kursgewinne ist der Rand zum Euro jedenfalls schon auf den höchsten Stand seit Ende Januar 2008. Das technische Chartbild spricht dadurch für den Rand. Das sieht auch Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen so. Nicht zuletzt wegen der ermutigenden charttechnischen Ausgangslage traut er dem Rand gegenüber dem Euro bis Ende 2010 einen weiteren Anstieg bis auf 9,40 Rand zu.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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