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Devisenmarkt Das britische Pfund ist zum Euro so günstig wie noch nie

27.12.2007 ·  Das britische Pfund ist auf ein Rekordtief zum Euro seit dessen Einführung gefallen. Ähnlich wie beim amerikanischen Dollar drücken eine Immobilienblase und die Aussicht auf fallende Zinsen auf die Notierung.

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Eindeutig auf dem absteigenden Ast gegenüber dem Euro befindet sich das britische Pfund. Alleine in den vergangenen fünf Monaten hat die britische Landeswährung gegenüber der europäischen Einheitswährung fast neun Prozent an Wert verloren. Und verglichen mit dem Stand vom 03. Mai 2000 als für einen Euro nur 0,5731 Pfund gezahlt werden mussten, summiert sich das Minus sogar auf rund 27 Prozent. Als Folge diese Abwärtsbewegung hat das Pfund am Donnerstag mit 0,72885 Pfund für einen Euro sogar ein neues Rekordtief markiert.

Erklären lassen sich die Verluste mit den ähnlichen Gründen, die auch den amerikanischen Dollar auf Talfahrt geschickt haben. Denn auch in Großbritannien hat sich so etwas wie eine Immobilienblase gebildet. Im Zuge der Kreditkrise, die auch die Finanzierung von Immobilien erschwert, beginnt aus dieser Blase jetzt langsam Luft zu entweichen Und die damit verbundene Aussicht auf ein nachlassendes Wirtschaftswachstum sowie die deswegen vermutlich erforderlichen Zinssenkungen setzen auch das Pfund unter Druck.

Aussicht auf Zinssenkungen drücken auf den Kurs

Aufgrund eines weiteren starken Rückgangs der RICS Hauspreis-Umfrage ist laut Ronald Plasser von der österreichischen Raiffeisenbank die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass der Nationwide Hauspreis-Index in den kommenden Monaten möglicherweise negative jährliche Preissteigerungen am Immobilienmarkt ausweisen wird. Eine starke Immobilienmarktabkühlung könnte nach seiner Ansicht auch diesmal zu einer Wachstumsverlangsamung beim privaten Konsum führen, wobei erste Auswirkungen bereits bei den monatlich veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen zu sehen seien. Nicht nur er sondern auch andere Analysten rechnen deswegen mit baldigen Zinssenkungen durch die Bank von England, auch wenn die dortigen Verantwortlichen zuletzt auch immer wieder auf bestehenden Preisrisiken verwiesen haben.

Bei Goldman geht man beispielsweise davon aus, dass die Leitzinsen bis Ende 2008 um 75 Basispunkte gesenkt werden. Gleichzeitig wird für 2008 und 2009 ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von real 2,2 Prozent prognostiziert, was unter dem eigentlich vorhandenen Potenzial liegen würde.

Intakter Abwärtstrend spricht gegen das Pfund

Wegen der Aussicht auf fallende Zinsen gibt man sich in einer Ausarbeitung zu den weiteren Aussichten für das Pfund noch etwas pessimistischer als man es ohnehin in früheren Besprechungen bereits war. Die Vorhersage lautet, dass sich die Pfund-Abwertung gegenüber dem Euro fortsetzen dürfte, wenn der Markt noch weitere Zinssenkungen einpreisen sollte. Ähnlich beurteilt dies auch Nigel Rendell von der Royal Bank of Canada: „Das ganze ist eine Zinsgeschichte und die Leute glauben, dass nach der jüngsten ersten Zinssenkung im Laufe des kommenden Jahres weitere folgen werden. Und die Prognose lautet deshalb, dass das Pfund weiter fallen wird.“

Charttechnisch gesehen wird diese Erwartungshaltung durch einen intakten Abwärtstrend zu Lasten der britischen Landeswährung gestützt. Durch das soeben aufgestellte neue Rekordtief wurde vielmehr sogar noch einmal ein weiteres Verkaufssignal generiert.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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