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Devisenmarkt China treibt Währungen in Australien, Neuseeland, Kanada an

07.12.2004 ·  Die Währungen der Rohstoffländer Australien, Neuseeland und Kanada befinden sich gegenüber dem amerikanischen Dollar auf Höhenflug. Und für 2005 rechnen Experten mit noch höheren Kursen.

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Die Währungen von Australien und Neuseeland dürften im nächsten Jahr gegenüber dem amerikanischen Dollar auf Rekordhochs klettern, der kanadische Dollar bis auf ein 25-Jahreshoch steigen, erwartet Peter Gustavson, Vorstandschef des kanadischen Devisenhändlers Custom House Global Foreign Exchange.

Die steigenden Rohstoffimporte Chinas werden die drei Währungen, die wegen der Rohstofflastigkeit der entsprechenden Volkswirtschaften auch als "Rohstoffwährungen" bezeichnet werden, beflügeln, argumentiert Gustavson. China importiert mehr Kupfer, Nickel und Aluminium und heizt damit das Wirtschaftswachstum in den Exportländern an, fügte der Devisenhändler hinzu.

Steigende Rohstoffpreise beflügeln

Auf Rohstoffe entfallen zwei Drittel der Exporte Australiens, in Kanada und Neuseeland ist es jeweils ein Drittel. "Die explodierende Nachfrage aus China hat die Rohstoffpreise abheben lassen", sagte Gustavson in einem Interview mit Bloomberg News. "Bei den rohstoffbasierten Währungen ist der Trend für die nächsten 18 Monate positiv."

Der Reuters-Commodity Research Bureau Futures Index, der 17 Rohstoffe abbildet, darunter Gold, Kupfer, Weizen und Vieh, hat in diesem Jahr elf Prozent zugelegt und markierte am 30. November ein 23-Jahreshoch bei 292,49 Punkten. Der Aktienkurs des weltweit größten Bergbaukonzerns BHP Billiton ist im gleichen Zeitraum 26 Prozent geklettert, nachdem die steigende Rohstoff- Nachfrage aus China dazu beitrug, den Gewinn in der zweiten Geschäftsjahreshälfte mehr als zu verdoppeln.

Australiens Exporte nach China haben sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, da das bevölkerungsreichste Land der Welt mehr Eisenerz, Kohle und Tonerde verbraucht. In den vergangenen sechs Monaten hat der australische Dollar gegenüber dem amerikanischen Dollar 10,1 Prozent zugelegt, am Dienstag Mittag wurde er zu 77,98 amerikanischen Cent je Austral-Dollar gehandelt. Am 18. Februar 2004 kletterte die australische Währung auf ein Siebenjahreshoch bei 80,05 amerikanischen Cent.

2005 werden neue Rekordkurse erwartet

Bis Ende 2005 dürfte die Währung ein 15-Jahreshoch bei 85 Cent erreichen und weiter auf ein Rekordhoch steigen, prognostiziert Gustavson. Der "Aussie-Dollar" hatte nach Angaben der Zentralbank im Juni 1984 ein Allzeithoch bei 96,53 amerikanischen Cent markiert.

ABN Amro Holding NV, Citigroup Inc. und Australia and New Zealand Banking Group haben im November ihre Prognose für den australischen Dollar angehoben und dies mit den steigenden Rohstoffpreisen begründet. ABN Amro sieht den "Aussie-Dollar" in drei Monaten bei 83 amerikanischen Cent, verglichen mit einer früheren Prognose von 77 Cent.

Neuseeland profitiert von höheren Exporten von Molkereiprodukten, Fleisch, Holz und anderen Exportgütern, die ein Drittel zum Wirtschaftswachstum beitragen. Der neuseeländische Dollar hat gegenüber der amerikanischen Währung in den vergangenen sechs Monaten 13,6 Prozent zugelegt. Bis Ende nächsten Jahres wird die Währung auf ein Rekordhoch bei 75 amerikanischen Cent je Neuseeland-Dollar klettern, erwartet Gustavson.

Solange die Rohstoffpreise steigen, dürften die Devisenkurse fest bleiben

Nachdem der neuseeländische Dollar am Montag ein 16-Jahreshoch bei 72,68 amerikanischen Cent erreicht hatte, wurde er am Dienstag zu 72,47 Cent je Neuseeland-Dollar gehandelt. Ihren bisheriges Rekordhoch erreichte die Währung im Juni 1988 mit 72,75 amerikanischen Cent, berichtete die Reserve Bank of New Zealand.

Die kanadische Währung notierte am 26. November auf einem Zwölf-Jahreshoch bei 85,32 amerikanischen Cent je Kanada-Dollar. In den vergangenen sechs Monaten ist sie gegenüber dem Greenback 13 Prozent vorgerückt, am Dienstag notierte sie bei 83,73 amerikanische Cent. Der kanadische Dollar "ist durch die 80-Cent-Marke duchgeschossen", berichtet Gustvson. Seiner Auffassung nach kann der kanadische Dollar die 30 Jahre alte Marke von 90 amerikanische Cent je Dollar bis Ende 2005 knacken.

Der Preisindex der Rohstoffe, die Kanada exportiert, einschließlich Öl, Weizen und Metalle, ist in den vergangenen zwölf Monaten 22 Prozent gestiegen, berichtet die Bank of Canada. Diese Ausfuhren machen zehn Prozent des kanadischen Bruttoinlandsproduktes aus.

Der kanadische Dollar wird 2005 bis auf 91 US-Cent steigen und zum Jahresende bei 87 amerikanischen Cent notieren, erwartet Daniel Tenengauzer, Devisenstratege bei Lehman Brothers Holdings Inc. Die Investmentbank hat im dritten Quartal die genauesten Wechselkursprognosen abgegeben, zeigen Bloomberg-Daten.

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