20.01.2004 · Wer auf eine schnelle Aufwertung des Yuan setzt, riskiert, sich die Finger zu verbrennen. Mit dieser Warnung nimmt China jenen Devisenexperten Wind aus den Segeln, die 2004 mit einer Neubewertung rechnen.
China wird seine Währung dieses Jahr nicht neu bewerten, und Investoren, die darauf spekulieren, riskieren Verluste. Dies sagte Yao Jingyuan, Chefökonom des Nationalen Statistikamtes in Beijing. „Jeder, der auf eine Yuan-Aufwertung spekuliert, wird sich die Finger verbrennen," ergänzte Li Deshui, ein Direktor des Statistikamtes.
Schon einen Tag zuvor hatte China die Exporteure gewarnt, den Umtausch der ausländischen Devisen hinauszuschieben und auf eine Aufwertung zu spekulieren. China widersetzt sich dem internationalen Druck, mehr Flexibilität beim Wechselkurs zuzulassen. Die Regierung argumentiert, daß erst eine Verbesserung im Bankensektor eintreten müsse, bevor die Anbindung des Yuan an den Dollar bei einem Kurs von 8,3 Yuan gelockert werden kann.
Markt setzt aber auf eine baldige Aufwertung
Das hat die Händler bisher nicht davon abgeschreckt, an den Terminmärkten ihre Spekulationen auf den Yuan zu verstärken. Außerdem prognostizieren ABN Amro NV, Goldman Sachs Group Inc. und andere Investmentbanken in ihren Studien eine Aufwertung der chinesischen Währung in diesem Jahr. „"Unsere Meinung zu China hat sich nicht geändert," berichtete Kim Sun Bae, Ökonom bei Goldman Sachs Group Inc. in Hongkong.
„Wir sind immer noch davon überzeugt, daß China sich grundsätzlich in Richtung eines flexibleren Wechselkurses bewegen wird." Die Terminkontrakte, mit denen Händler auf eine Währung mit festen Wechselkursen spekulieren, als ob diese sich frei bewegen könnten, sind gesunken. Das signalisiert, daß der Yuan innerhalb eines Jahres gegenüber dem Dollar von 7,8745 Yuan um 4,8 Prozent auf 7,8795 steigen dürfte. „Ich würde ihre Worte nicht für bare Münze nehmen," konstatierte James Malcolm, Devisenanalyst bei J.P. Morgan Chase & Co. in Singapur. „China muß sich bewegen, es braucht mehr Flexibilität" bei der Währung.
Der Druck auf China ist von vielen Seiten groß
Der amerikanische Präsident George Bush wirft China vor, die Anbindung des Yuan würde die Exporte Chinas künstlich verbilligt, was in Amerika das Handelsdefizit vergrößere und zu Arbeitsplatzverlusten führe. Das amerikanische Handelsdefizit mit China erreichte im vergangenen Jahr das Rekordvolumen von 103 Milliarden Dollar. Volkswirte rechnen für dieses Jahr mit einem Fehlbetrag von 130 Milliarden Dollar. Das ist mehr als viermal so hoch als zu dem Zeitpunkt als die Währungsanbindung eingeführt wurde.
Die chinesische Wirtschaft wuchs im vierten Quartal um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr 2003 kommt das Land auf eine Wachstumsrate von 9,1 Prozent - die höchste in den vergangenen sechs Jahren.
„Es ist in Chinas eigenem Interesse, aufzuwerten, denn damit kann es eine Wirtschaft verlangsamen, die wirklich zu schnell expandiert. Ich wäre sehr überrascht, wenn China dieses Jahr nicht aufwertet," sagte Michael Preiss. Der Chefanlagestratege bei CFC Securities Ltd. in Hongkong rechnet damit, daß das Land die Bandbreite für den Yuankurs "um zwei bis fünf Prozent" ausweitet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |