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Samstag, 18. Februar 2012
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Devisenmarkt China: Ende der Yuan-Anbindung wäre schlecht für Amerika

30.03.2004 ·  Im Streit um die faire Bewertung der chinesischen Landeswährung Yuan hat sich jetzt der chinesische Notenbankchef zu Wort gemeldet. Seiner Ansicht nach würde ein flexibler Yuan den Amerikanern wirtschaftlich schaden.

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Der Präsident der chinesischen Zentralbank Zhou Xiaochuan hat erklärt, eine Aufhebung der Dollar-Anbindung des Yuan würde den Amerikanern wirtschaftlich schaden. Dadurch würde das weltweite Handelsgleichgewicht gestört, sagte Zhou in einem Interview mit Bloomberg News in Lima bei der 45. Jahresversammlung der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank.

Die Amerikaner fordern, gedrängt von ihren Exportunternehmen, daß China die Wechselkursanbindung der chinesischen Währung aufgibt. „Das würde den Amerikanern Probleme bereiten, denn insgesamt ist Chinas Handel mit der Weltwirtschaft ausgeglichen," erklärte Zhou über einen Übersetzer in dem Interview.

Seit 1995 ist der Yuan mit einem Kurs von 8,3 Yuan fest an den Dollar gebunden. Amerikanische Unternehmen kritisieren, die Ankoppelung beschere China einen ungerechten Handelsvorteil und führe in Amerika zu Arbeitsplatzverlusten und einem
Rekordhandelsdefizit.

Zwischen den Zeilen läßt sich Kompromißbereitschaft erkennen

China wies im letzten Jahr gegenüber Amerika zwar einen Überschuß von 124 Milliarden Dollar aus. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres kam das Land jedoch weltweit auf ein Handelsdefizit von 7,9 Milliarden Dollar. Die Importe schnellten im Februar um 77 Prozent nach oben - der größte Anstieg seit über vier Jahren. „Die chinesische Leistungsbilanz ist recht ausgeglichen," erläuterte Zhou. „Gegenüber den Amerikanern haben wir nach wie vor einen Überschuß."

Der amerikanische Finanzminister John Snow bekräftigte bei seinem Treffen mit Zhou in Washington am vergangenen Freitag seine Forderung, China solle sich auf einen flexiblen, am Markt festgelegten Wechselkurs zu bewegen. Er drängte den Zentralbankchef, die Modernisierung der chinesischen Finanzmärkte voranzutreiben.

„Sie wissen, in welche Richtung es geht. Denn die chinesische Regierung hat bereits angekündigt, daß wir darauf hinarbeiten, langsam die Kontrollen beim Wechselkurs abzubauen," sagte Zhou. „Ich kann nichts zu dem Zeitplan sagen, aber wir bewegen uns darauf hin."

Analysten rechnen mit einem steigenden Yuan

Analysten prognostizieren, daß China den Wert des Yuan dieses Jahr in einer Größenordnung zwischen 2,5 bis zehn Prozent steigen läßt, auch um das Geldmengenwachstum zu begrenzen und Überhitzungserscheinungen entgegenzuwirken. Der Notenbankpräsident sieht hingegen keine Überhitzung.

Allerdings gebe es exzessive Investitionen in einigen Branchen wie Investitionsgüter, Stahl und eventuell Immobilien. Die Regierung hat beim Wirtschaftswachstum eine Verlangsamung auf 7 Prozent in diesem Jahr prognostiziert. 2003 expandierte die chinesische Volkswirtschaft mit 9,1 Prozent so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr.

„Es gibt wohl einige wenige Sektoren, die derzeit etwas überhitzt sind. Aber die Inflation liegt bei etwa zwei Prozent, das ist keine ernsthafte Überhitzung," sagte Zhou. Die Inflationsrate hat sich im Februar erstmals seit acht Monaten abgeschwächt. Sie fiel von 3,2 Prozent auf 2,1 Prozent.

Die Zentralbank hat letzte Woche den Rediskontsatz für Bankenkredite von bis zu 60 Tagen angehoben und behielt sich weitere Maßnahmen zur Dämpfung des Kreditwachstums vor. Außerdem wurde der Mindestreservesatz von von 7 auf 7,5 Prozent heraufgesetzt.

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