12.03.2007 · Im Rahmen der Korrektur der Korrektur an den Börsen werden auch die so genannten Carry Trades offensichtlich wiederbelebt. Das heißt, die Anleger scheinen ihren Risikoappetit rasch wieder gewonnen zu haben und setzen ihn zügig um.
Im Rahmen der Korrektur der Korrektur an den Börsen werden auch die so genannten Carry Trades offensichtlich wiederbelebt. Das heißt, die Anleger scheinen ihren Risikoappetit rasch wieder gewonnen zu haben und setzen ihn zügig um.
Das lässt sich an den Kursbewegungen der vergangenen Tage am Devisenmarkt ohne weiteres ablesen. Denn gering verzinsliche Währungen wie der Yen und der Schweizer Franken haben nach einer nur kurzen Phase der Erholung ihre Schwächetendenz wieder aufgenommen.
Yen und Franken wieder auf der „Verliererstrasse“
Der Yen hat gegen den Euro seit dem kurzen Zwischentief am fünften März bei 151,86 Yen je Euro wieder etwas mehr als zwei Prozent nachgegeben auf zuletzt 155,05 Yen je Euro. Gegen den Schweizer Franken sieht die Bewegung ähnlich aus, wenn auch etwas weniger ausgeprägt. Nach 1,5997 Franken im kurzzeitigen Zwischentief sind inzwischen 1,6154 Franken nötig, um einen Euro erwerben zu können. Das entspricht einem Kursverlust in einer Woche von etwas mehr als einem Prozent.
Dagegen konnten auf der anderen Seite hoch verzinsliche „Risikowährungen“ wie die türkische Lira Kursgewinne gegen den Euro von bis zu 2,37 Prozent verbuchen. Auch der Neuseeland-Dollar, der ungarische Forint und nicht zuletzt auch der brasilianische Real befinden sich zumindest kurzfristig wieder im Aufwind. Im Unterschied zum Real, der von einer relativ positiven Entwicklung der Fundamentaldaten profitieren kann, dürften die anderen Währungen trotz struktureller Bedenken - Neuseeland verbucht ein massives Leistungsbilanzdefizit und Ungarn hat enorme Budgetprobleme - vor allem von ihrem Zinsvorteil profitieren, den sie im internationalen Vergleich bieten.
Der Drei-Monatszinssatz liegt in Neuseeland bei 7,91 Prozent und in Ungarn gar bei etwas mehr als acht Prozent. Das macht solche Währungen attraktive für Zinsdifferenzstrategien, die allerdings mit entsprechenden Währungsrisiken behaftet sind. Denn verschuldet sich ein Anleger in einer Währung mit tiefen Zinsen und legt die auf diese Weise eingeworbenen Mittel in hoch rentierlichen Märkten einer anderen Währung an, so darf diese natürlich nicht gegen ihn laufen. Denn sonst geht der Schuss nach hinten los und er macht Verluste.
Ändert sich die Grund- und Zinskonstellation doch nicht?
In diesem Sinne sind solche Strategien immer mit einem straffen Risikomanagement verbunden. Da sich Strategien dieser Art immer weiter zu verbreiten scheinen, scheint eine Art von Systemrisiko nicht mehr ausgeschlossen werden zu können. Es zeigte sich während der Korrektur in den vergangenen Tagen in Ansätzen. Denn wenn sich viele Marktteilnehmer plötzlich gleichzeitig von ihrer bisher eingeschlagenen Strategie verabschieden wollen, kann sich der Markt relativ rasch gegen sie bewegen.
In diesem Sinne scheint es etwas verwunderlich zu sein, dass nun die bekannten Trends der vergangenen Monaten wieder so schnell „wiederbelebt“ werden. Auf der anderen Seite scheint die Wahrnehmung und auch die Erwartung zu stehen, dass sich vorerst an der bestehenden Grund- und Zinskonstellation wenig ändern werde. Das mag kurzfristig so sein. Mittel- und langfristig dürften jedoch die „Korrekturrisiken“ zunehmen. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, entsprechend risikobewusst zu werden. Denn viele scheinen davon auszugehen, im Falle eines Falles rechtzeitig die Positionen schließen zu können. Es fragt sich nur, ob der Markt noch liquide ist, wenn es schließlich soweit sein sollte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |