28.06.2007 · Nach einer relativ kurzen Zwischenkonsolidierung zeigt sich das britische Pfund schon seit Tagen wieder fest gegen Euro und Dollar. Deutlich steigende britische Hauspreise und die hohe Inflationsrate lassen steigende Zinsen erwarten.
Nach einer relativ kurzen Zwischenkonsolidierung zeigt sich das britische Pfund schon seit Tagen wieder fest gegen Euro und Dollar. Am Donnerstag hat die Währung die Marke von zwei Dollar wieder deutlich überwunden und setzt damit den im Jahr 2001 etablierten Aufwertungstrend gegen die amerikanische Währung fort.
Auch gegen den Euro konnte die britische Währung in den vergangenen Tagen zulegen. Inzwischen sind wieder 1,4882 Euro nötig, um ein Pfund erwerben zu können, nachdem der Kurs noch Mitte Mai bei 1,4587 Euro gelegen hatte. Hier setzt sich damit die volatile Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre fort.
Britische Hauspreise sind im Juni überraschend stark gestiegen
Am Donnerstag wird der Kurs der britischen Währung getrieben, weil nach neuesten Daten die Hauspreise in Großbritannien mit einem Plus von saisonbereinigt 1,1 Prozent auf durchschnittlich 184.070 Pfund alleine im Juni wieder einmal überraschend stark gestiegen sind. Die Jahresrate ist damit auf 11,1 Prozent gestiegen. Damit liegt die Preisentwicklung weiterhin deutlich über dem langfristigen Trend.
Genau das führt zur Vermutung, die britische Notenbank werde den Leitzins möglicherweise schon beim nächsten Treffen des Zins entscheidenden Gremiums auf dann 5,75 Prozent werde erhöhen müssen, um den Preisauftrieb stärker zu dämpfen. Vier Zinserhöhungen in Folge seit August des vergangenen Jahres auf inzwischen den höchsten Stand seit Mai des Jahres 2001 scheinen bisher noch nicht die richtige Wirkung zu zeigen.
Inzwischen nehmen die Wetten zu, dass der britische Leitzins bis Ende des Jahres bei sechs Prozent liegen könnte. Der Future auf den Drei-Monats-Zins impliziert inzwischen ein Niveau von 6,24 Prozent. Auch setzt sich der Aufwärtstrend, der vor drei Jahren etabliert wurde, fort.
Allerdings fragt es sich inzwischen schon, wie lange diese Entwicklung noch anhalten kann. Denn immer weniger britische Bürger können sich inzwischen den Kauf eines Hauses leisten. Der so genannte Housing Affordability Index, wie der von Lombard Street Research berechnet wird, befindet sich schon seit Jahren auf dem Rückzug und war im vierten Quartal des vergangenen Jahres nach einem Minus von 3,11 Punkten auf einen Stand von 91,19 gefallen. Das war der tiefste Stand seit Anfang der neunziger Jahre. Da inzwischen die Zinsen weiter angezogen haben, dürfte der Index weiter fallen.
Inflationsrate liegt über dem Ziel der Zentralbank
Nicht nur die Hauspreise laufen nach oben, sondern auch die britische Inflationsrate lag im Mai mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent deutlich über dem Ziel von zwei Prozent der Zentralbank. Der mittelfristige Trend zeigt auch hier nach oben und dürfte weitere Zinserhöhungen nahe legen. Auf dieser Basis scheint es kaum zu verwundern, dass der Devisenmarkt zumindest kurzfristig aufgrund des Zinsvorteils und der Zinsphantasie auf das Pfund setzt.
Allerdings empfehlen sich Absicherungsstrategien. Denn ähnlich wie in den Vereinigten Staaten oder auch in Spanien nehmen die Risiken für eine Korrektur im Immobilienmarkt mit steigenden Zinsen zu. Auch in Großbritannien scheint es riskante Finanzierungsformen im Hypothekarbereich zu geben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |