19.10.2010 · Das britische Pfund wertet auf seinem ohnehin schon schwachen Niveau wieder ab. Die britische Wirtschaft kommt trotz der schwachen Währung nicht aus ihrer strukturellen Krise. Wirft die Zentralbank die Druckerpresse an?
Das britische Pfund wertet auf seinem ohnehin schon schwachen Niveau wieder deutlich ab. Alleine in den vergangenen beiden Tagen hat es gegen den Euro knapp ein Prozent seines Wertes verloren.
Nach knapp 81 Pence Ende Juni sind inzwischen 88,2 Pence nötig, um im professionellen Handel eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können. Selbst gegen den schwachen Dollar gab die Währung in den beiden vergangenen beiden Tagen eineinhalb Prozent nach.
Die britische Wirtschaft kommt trotz der schwachen Währung nicht aus ihrer strukturellen Krise
Die Gründe sind einfach auszumachen. Denn die britische Wirtschaft kommt trotz der schwachen Währung nicht aus ihrer strukturellen Krise heraus, in die sie nach dem Platzen der Finanz-, Konsum- und Immobilienblase geraten war. Der Index der Auftragseingänge seit im Oktober auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen, da die Exportnachfrage zurückgehe, erklärte am Dienstag die Confederation of British Industry. Der Index, der auf der Umfrage unter 420 Unternehmen basiert, fiel auf minus 28 von minus 17 im September.
Die britische Industrie gerät gleichzeitig von mehreren Seiten unter Druck. Einerseits muss das Land im Binnenmarkt dramatisch sparen. Deswegen gehen von dieser Seite die Aufträge zurück. Auf der anderen Seite schlägt die schwache Währung, die die Exportindustrie beflügeln sollte, förmlich zurück, indem sie Rohstoffe und andere Importwaren teuer macht. Das Vertrauen in die Entwicklung der Exportwirtschaft ist zuletzt deutlich gefallen und liegt auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr.
Obwohl die Industrieproduktion auf dem Niveau des Jahres 1993 liegt und nach einer gewissen Erholung trotz einer sehr schwachen Währung schon wieder an Dynamik verliert, die Arbeitslosigkeit zunimmt, das Konsumentenvertrauen zurückgeht, die Häuserpreise wieder fallen, lag die Inflationsrate im September bei 3,1 Prozent und damit über dem Zielkorridor der Bank of England. Trotzdem hält sie den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent und denkt zudem über zusätzliche quantitative Maßnahmen nach.
Inflationserwartungen können leicht außer Kontrolle geraten
Dies ist eine „ungemütliche“ Kombination. Immerhin erklärte am Dienstag mit Kate Barker ein ehemaliges Mitglied des Zins setzenden Gremiums der Bank of England, die Inflationserwartungen könnten beim Anwerfen der Gelddruckpresse leicht außer Kontrolle geraten und alle Wachstumshoffnungen, die damit verbunden sein könnten, im Keim ersticken (siehe dazu auch: „Defizite und Schulden ohne Ende sind nicht möglich“). In diesem Sinne spielt die britische Zentralbank ebenso mit dem Feuer, wie die amerikanische.
Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten stehen die Zeichen im Kern auf Deflation, da die Vermögenspreisblasen, die Zentralbank und Regierungen in der Vergangenheit in ihrer Blindheit nicht verhindert haben, weiter korrigieren müssen.
Die einzige Hoffnung des Landes scheint trotz allen offiziellen Geschwätzes in der Öffentlichkeit darin zu bestehen, den Finanzbereich wieder aufzublähen. Die vergangenen Finanzbooms hatten die konjunkturelle Entwicklung Großbritanniens vorübergehend gut aussehen und das Pfund phasenweise aufwerten lassen. Der langfristige Trend jedoch spricht gegen die britische Währung. Auch kurzfristig dürfte sie wieder weiter in die Defensive geraten, sollte die Zentralbank mit tatsächlich mit dem Feuer spielen.
Solange die Finanzwirtschaft nicht die Realwirtschaft abbildet stimmt etwas nich
Max Mahlheim (Akkin)
- 01.10.2010, 15:12 Uhr
Das ist ja eine ulkige Wirtschaft, ...
Gerhard Schraube (GehherGerd)
- 01.10.2010, 16:24 Uhr
Wie in alten Zeiten der DM
Ulrich Wahr (wahrheit29)
- 01.10.2010, 16:42 Uhr
scheinbar/anscheinend
Torlin Monger (TMonger)
- 01.10.2010, 17:38 Uhr
England
Werner Eickhoff (WernerEickhoff)
- 19.10.2010, 15:39 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.558,00 $ | +1,17 % |
| Silber | 28,10 $ | +1,52 % |
| Platin | 1.412,00 $ | −0,07 % |
| Palladium | 610,00 $ | +2,35 % |
| Rohöl Brent Crude | 100,03 $ | −1,56 % |
| Gas | 0,53 £ | −1,88 % |
| Kaffee | 1,61 $ | −1,89 % |
| Zucker | 0,19 $ | −0,05 % |
| Orangensaft | 1,11 $ | +1,42 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |