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Devisenmarkt Australischer Dollar auf dem Rückzug

02.09.2008 ·  Die erste Zinssenkung seit sieben Jahren bringt den australischen Dollar am Dienstag unter Druck. Da die Zeichen auf weitere Zinssenkungen stehen, dürfte der Abwertungstrend anhalten.

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Mit einem deutlichen Fall von zwei Prozent gegenüber dem amerikanischen reagiert der australische Dollar am Dienstag auf die erste Zinssenkung der Reserve Bank of Australia
(RBA) seit fast sieben Jahren.

Damit wertete der Aussie-Dollar auf das niedrigste Niveau seit fast einem Jahr ab, nachdem Anleger sich von australischen Anlagen verstärkt trennten. Damit setzte sich der Abwertungstrend des vergangenen Monats fort, der den australischen Dollar zur zweitschwächsten Währung in diesem Zeitraum machte - gleich hinter der Währung des benachbarten Neuseeland.

Verstärkte Wachstumssorgen

Die Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 7,00 Prozent war zwar erwartet worden, verstärkte aber die anhaltenden Konjunktursorgen. Der größte Rückgang beim Einzelhandels-Umsatz seit sechs Jahren, das nachlassende Geschäftsvertrauen und Besorgnis im Hinblick auf die internationale Kreditkrise hätten der Zentralbank Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik gegeben, sagte Glenn Stevens, der Gouverneur der Reserve Bank of Australia am Dienstag in Sydney.

Die RBA scheint sich nunmehr Sorgen um das Wachstum als die Inflation zu machen, die ihren Höhepunkt im vierten Quartal bei 5,0 Prozent ihren Höhepunkt erreichen soll und erst Mitte 2010 möglicherweise in den Zielbereich der Notenbank von 2 bis 3 Prozent zurückkehren wird.

Uneinige Ökonomen

Ökonomen scheinen uneins. Einige rechnen damit, dass nun ein Zinssenkungszyklus eingeleitet wird, der der Wirtschaft wieder Auftrieb verschaffen soll. Andere deuten die begleitende Stellungnahme der Zentralbank indes so, dass keine weitere rasche Senkung der Zinsen zu erwarten ist.

Die RBA machte deutlich, dass sie weiterhin den Ausblick für Nachfrage und Inflation im Auge behalten werde. Ziel sei es, die Geldpolitik so zu gestalten, dass die Inflation in den Zielbereich zurückkehre.

Die großen australischen Banken erklärten, sie würden die Zinssenkung direkt an ihre Hypotheken-Schuldner weitergeben. Bei einem durchschnittlichen Hypothekenkredit von 250.000 australischen Dollar (143.700 Euro) geht nach der Zinssenkung die monatliche Rate um 42 Dollar zurück. Einem am Montag erschienen Bericht zufolge gaben australische Haushalte im zweiten Kalenderquartal 39,8 Prozent ihres Einkommens für Hypothekenraten aus. Das ist der höchste Anteil, seit der Branchenverband Real Estate Institute of Australia vor 22 Jahren mit der Aufzeichnung der Daten begann.

Abwertung könnte anhalten

„Uns stehen weiter harte Zeiten bevor. Wir werden international weiter wirtschaftliche Turbulenzen erleben, und im Inland hohe Inflation und Zinsen“, sagte Ministerpräsident Kevin Rudd den den Zinsschritt begrüßte.

Die Wirtschaft auf dem fünften Kontinent läuft derzeit alles andere als rund. Die Zahl der Baugenehmigungen fiel im Juli um 2,3 Prozent, die Goldförderung im abgelaufenen Quartal um 13 Prozent, nachdem sie schon im ersten Quartal den tiefsten Wert seit 19 Jahren erreicht hatte.

In der derzeit unsicheren konjunkturellen Lage der Weltwirtschaft stehen die Zeichen an den Devisenmarkt auf Risikominimierung. Das gereicht den Hochzinswährungen wie dem australischen Dollar zum Nachteil. Mit der Zinssenkung beginnt sich auch die Zinsschere einzuengen, was den Trend zum Positionsabbau weiter nährt. Da Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten fürs erste nicht mehr zu erwarten sind, spricht dies auch künftig gegen den australischen Dollar.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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