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Devisenmarkt Australischer Dollar auf 12-Jahreshoch

18.02.2010 ·  Der australische Dollar erreicht am Donnerstag gegen den Euro den höchsten Stand seit zwölfeinhalb Jahren. Der Wechselkurs der australischen Währung ist zum amerikanischen Dollar robust, während der Euro seine Überbewertung abbaut.

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Der australische Dollar erreicht am Donnerstag gegen den Euro den höchsten Stand seit zwölfeinhalb Jahren. Zuletzt waren im September des Jahres 1997 mehr als 66 europäische Cent nötig gewesen, um im professionellen Handel eine Einheit der australischen Währung kaufen zu können.

Auch umgekehrt wird ein Schuh draus. Es ist zwölfeinhalb Jahre her, dass etwas mehr als 1,51 australische Dollar für einen Euro bezahlt werden mussten.

Trends haben eine hohe Dynamik erreicht

Auf dem Höhepunkt der Wirtschaft- und Finanzkrise im Dezember des Jahres 2008 waren noch knapp 2,07 australische Dollar nötig gewesen, um im Interbankenhandel einen Euro kaufen zu können. Das heißt, der Kurs ist in den vergangenen Monaten um knapp 27 Prozent gefallen. Für den Währungshandel ist das viel.

Der massive Aufwertungstrend der australischen gegen die europäische hat eine hohe Eigendynamik. Sie erklärt sich aus der Tatsache, dass sich der Wechselkurs der australischen Währung im Verhältnis zum amerikanischen Dollar robust entwickelt. Auf der anderen Seite hat der Euro in den vergangenen Tagen und Wochen wegen der plötzlich aufgekommenen Spekulationen gegen die Kohärenz des europäischen Währungsraums gegen den Dollar einen Teil seiner Überbewertung verloren.

Der Kurs des Euro ist von kapp 1,51 Dollar im Dezember des vergangenen Jahres etwas mehr als zehn Prozent auf zuletzt 1,3550 Dollar gefallen. Auch hier zeigt der Trend weiterhin nach unten. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Abwertung des Euro ist vergleichsweise große. Dafür sprechen technische Gründe: Hat sich eine Eigendynamik dieser Art erst einmal entwickelt, so spekulieren immer mehr Marktteilnehmer darauf. Das zeigt sich alleine schon an den Positionierungen, wie sie sich an den Terminbörsen ergeben. Sie bilden zwar nur einen kleinen Teil des Marktes ab, allerdings deuten sie auf die Struktur im Markt hin.

Euro ist nicht schwach, sondern immer noch überbewertet

Zweitens spricht die Bewertung für eine weitere Abwertung des Euro. Denn gemäß Kaufkraftparität ist er etwa bei 1,20 Dollar fair bewertet. Da die Währungsmärkte gerne zum Überschießen neigen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Wechselkurs in den kommenden Wochen und Monaten sogar darunter fallen könnte. Dafür sind auch Gerüchte über eine Aufwertung des chinesischen Yuan und angedeutete geldpolitische Restriktionen in China verantwortlich. Denn sie vermindern das Dollarangebot und könnten dazu beitragen, dass ausländische Anleger sowohl in China als auch in Asien Gewinne mitnehmen, um die Erträge zu repatriieren.

In diesem Rahmen kann es zusammen mit der notorischen Wachstumseuphorie in Bezug auf die Vereinigten Staaten zu einer weiteren zyklischen Aufwertung der amerikanischen Währung kommen. Gerade weil die amerikanischen Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht überwunden ist, sind auch künftig ähnliche Liquidationswellen, wie sie im Jahr 2008 zu beobachten waren, nie völlig ausschließen.

In diesem Rahmen, vor allem bei Enttäuschungen in Asien jedoch, würde der australische Dollar wieder deutlich unter Druck geraten können. In den vergangenen 20 Jahren jedenfalls kam es regelmäßig zu starken Gegenbewegungen, wenn der Kurs des australischen Dollar das aktuelle Niveau gegen den Euro erreicht oder überschritten hatte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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