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Devisenmarkt Austral-Dollar ist derzeit nicht zu bremsen

 ·  Die australische Landeswährung hat zum Euro neue Rekordhöhen erklommen. Charttechnisch gesehen stehen somit zunächst weiteren Kursgewinnen keine Hürden mehr im Wege.

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Mit 1,3708 Austral-Dollar bekam man am Donnerstag so wenig wie noch nie für einen Euro. Auch im Verhältnis zum Dollar legte die australische Währung mit 92,37 amerikanische Cent auf ein Viermonatshoch zu. Verantwortlich für die zuletzt starke Verfassung waren ermutigende Konjunkturdaten. So zeigte ein Regierungsbericht vom Berichtstag, dass mehr Arbeitsplätze geschaffen worden sind als von Volkswirten erwartet und eine im August von 5,3 Prozent auf 5,1 Prozent gefallene Arbeitslosenrate. Und daran knüpften sich natürlich sofort wieder Spekulationen, die Notenbank könnte bei ihrer nächsten Sitzung die Leitzinsen erhöhen.

Die Arbeitsmarktdaten waren sehr, sehr gut und das bedeutet, dass der Aussie sein Potenzial austesten wird. Es besteht sicherlich das Risiko eines steigenden Austral-Dollar,“ kommentierte Richard Grace, Währungsstratege bei der Commonwealth Bank das Tagesgeschehen. Zu einer ähnlichen Einschätzung kam auch Brian Kim, Währungsstratege bei UBS: „Die guten Arbeitsmarktzahlen sollten den Austral-Dollar weiter unterstützen und sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit von weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr.“

Aussicht auf steigende Leitzinsen stützt

Nach Erhöhungen im Umfang von 150 Basispunkten seit September 2009 liegt der Leitzins mit 4,5 Prozent aber schon jetzt deutlich über den Leitzinsen in Amerika, Japan und Europa. Kein Wunder also, dass die australische Landeswährung als Anlage gesucht ist. Zumal sich nach dem Wahlpatt inzwischen unter Führung von Premierministerin Julia Gillard auch die Bildung einer neuen Regierung abzeichnet, was die von den Märkten so ungeliebte politische Unsicherheit abbauen würde. Für demnächst höhere Zinsen sprechen im Übrigen auch die jüngst veröffentlichten Wachstumsdaten. Denn das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal mit plus 3,3 Prozent stärker gewachsen als von Volkswirten erwartet, die mit 2,8 Prozent gerechnet hatten. Auf dieser Basis geht Goldman Sachs für das Gesamtjahr von einem Wirtschaftswachstum von 3,25 Prozent aus und für 2011 von 3,75 Prozent. In Sachen Inflationsrate sagt die Notenbank 3,3 Prozent für 2010 und 3,5 Prozent für 2011 voraus.

Vor diesem Hintergrund sagt man bei Goldman Sachs für November eine erneute Zinsanhebung von 25 Basispunkten auf 4,75 Prozent voraus und für 2011 werden weitere Erhöhungen von insgesamt 75 Basispunkten prognostiziert. Nicht zuletzt wegen der Aussicht auf steigende Leitzinsen rechnen auch die Experten bei Capital Economics mit einem weiter anziehenden Austral-Dollar. Allerdings sind nicht alle Analysten so zuversichtlich gestimmt. Bei DB Research geht man vielmehr davon aus, dass die Abschwächung der weltweiten Einkaufsmanagerindizes - insbesondere in China - vor allem den Austral-Dollar belasten wird. Und in der Tat haben die zuletzt immer wieder sehr volatilen Kursschwankungen deutlich gemacht, wie sehr Australiens Währung derzeit von der Einschätzung der weiteren weltweiten Konjunkturaussichten abhängt. Und das ist auch leicht nachvollziehbar, schließlich hängen de Rohstoffeinnahmen sehr stark davon ab.

Charttechnisch gesehen ist der Weg frei

Weil die Marktteilnehmer momentan wenig standfest sind in ihrer Konjunktureinschätzung und in ihrer Risikoneigung kam der Austral-Dollar in den vergangenen Monaten gleich mehrfach unter Druck. Dabei sah es einige Mal so aus, als ob der zu seinen Gunsten bestehende langfristige Aufwärtstrend ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Doch letztlich hat sich die Notiz erfolgreich dagegen gewehrt und mit den neuen Hochs wurde im Verhältnis zum Euro jetzt sogar ein neues prozyklisches Kaufsignal gesendet.

Was die Charttechnik angeht, stehen dadurch jetzt keine Hürden mehr im Weg. Kurzfristig betrachtet bedeutet das freie Bahn für einen weiteren Ausbau der Gewinne, die sich gegenüber de Euro in den vergangenen 12 Monaten schon jetzt auf gut 17 Prozent summieren. Trotz dieser grundsätzlich positiven Ausgangslage können kurzfristige Gegenbewegungen aber nie ganz ausgeschlossen werden. Und langfristig muss natürlich beobachtet werden, ob sich am australischen Immobilienmarkt nicht langsam so etwas wie eine Art Blase aufbaut.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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