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Devisenmarkt „Ausnahmezustand“ für den philippinischen Peso

24.02.2006 ·  Die philippinischen Finanzmärkte bieten optisch attraktiven Bewertungen gewisse Reize. Politische Unsicherheiten bringen sie aber in die Defensive und lassen die Währung aus dem Aufwertungstrend gegen den Dollar fallen.

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Mit der Anlage in Schwellenländern ist das so eine Sache. Denn auch wenn in den vergangenen Jahren die Stimmung der Anleger für entsprechende Investitionen im Rahmen des allgemein zugenommenen Risikoappetits positiver geworden ist, risikofrei sind sie nicht.

Das zeigt sich aktuell mit Blick auf die Philippinen. Dort präsentierte sich die Börse schon seit Monaten nach einem guten Lauf in den Jahren 2003 und 2004 mit einer volatilen Seitwärtsbewegung. Dagegen konnte die Währung des Landes im Oktober des vergangenen Jahres einen Aufwertungstrend gegen Euro und Dollar etablieren, allerdings ist er in den vergangenen Tagen daraus herausgefallen.

Peso hat die Aufwertungsbewegung zum Dollar durchbrochen

Nach 51,3 Pesos in lokaler Währung noch vor etwas mehr als einer Woche sind inzwischen 52,20 Pesos nötig, um einen Dollar erwerben zu können. Alleine am Freitag gibt die Währung 455 Stellen ab. Auch gegen den Euro gibt sie kurzfristig deutlich nach, allerdings ist dort der im Januar des vergangenen Jahres etablierte Aufwertungstrend immer noch intakt.

Hintergrund dieser Entwicklung sind Sorgen um einen möglichen Putsch. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo hat den Ausnahmezustand über das Land verhängt. Eine Gruppe ziviler Personen und Soldaten hätte geplant, ein „extra-konstitutionelles Regime“ zu errichten. Diese Gruppe werde verhaftet, hieß es.

Das Militär hatte früher schon mitgeteilt, es habe Pläne von Soldaten vereitelt, sich oppositionellen Protestaktionen anzuschließen, die am 20. Jahrestag der erfolgreichen Revolte gegen den früheren Diktator Ferdinand Marcos nun gegen Arroyo gerichtet wären. Sie habe bei den Wahlen im Jahr 2004 betrogen, lauten die Vorwürfe. Auch die frühere Präsidentin Corazon Aquino hat Arroyo in einem Interview zum Rücktritt aufgefordert.

Die Präsidentin ist selbst im Jahr 2001 mit einem Coup an die Macht gekommen. Da die Proteste bisher noch nicht die Dimension angenommen hätten, die einst Marcos und Estrada zu Fall brachten, sehe es bisher nach einer kontrollierbaren Entwicklung aus, sagen Beobachter. Trotzdem machen sich Anleger immer mehr Sorgen, wie nicht zuletzt in einem Anstieg der Renditen im Anschluß an die Verhängung des Ausnahmezustands zeigt. Als kritischer Faktor wird gesehen, daß zu den verhafteten Offizieren auch Elitesoldaten gehören, die schon in den achtziger Jahren in die blutigsten Umsturzbestrebungen des Landes verwickelt waren.

Politische Risiken gegen reizvolle Bewertungskennzahlen

Insgesamt erscheinen die politischen Risiken im Lande derzeit anhaltend groß. Auf der anderen Seite bietet das Land jedoch internationalen Anlegern in einem Umfeld anhaltend tiefer Zinsen gewisse Reize. So liegt die Rendite der Staatsanleihen des Landes mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 12,55 Prozent und damit satte sieben Prozentpunkte über jener vergleichbarer europäischer Papiere. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nicht einmal elf auf Basis der abgelieferten Gewinne stellt sich auch die Börse des Landes in einem anhaltend freundlichen weltwirtschaftlichen Umfeld nicht unattraktiv dar.

Beides zusammen dürfte in den vergangenen Monaten die Währung des Landes zu einem gewissen Grad beflügelt haben. Immerhin scheint sich die Wirtschaft in den vergangenen Jahren von ihren Einbrüchen in den Jahren 1998 und 2001 erholt zu haben. Zum Jahresende lag die annualisierte Wachstumsrate real bei etwas mehr als sechs Prozent. Das heißt, auch von dieser Seite bieten sich gewisse Reize.

Insgesamt dürfte es indes ratsam sein, die Investitionen in das Land bei anhaltender politischer Unsicherheit zu begrenzen, auch wenn sich die Wirtschaft trotz allem relativ robust zu entwickeln scheint. Denn die günstige Bewertung wird durch die Risiken relativiert. Das gilt auch für die Währung.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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