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Devisenmarkt Aufwärtstrend des Real dürfte trotz Bremsversuche anhalten

26.11.2009 ·  Mit Kapitalverkehrskontrollen versucht Brasilien die Aufwertung des Peso aufzuhalten. Doch wegen vorteilhafter Fundamentaldaten könnte es trotz der 2010 anstehenden Präsidentschaftswahl weiter aufwärts gehen mit der brasilianischen Landeswährung.

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An den brasilianischen Finanzmärkten läuft es in diesem Jahr rund. Die Kurse für die brasilianischen Staatsanleihen sind ebenso kräftig gestiegen wie die Notierungen am Aktienmarkt. So konnte der Bovespa Aktienindex seit Jahresanfang in lokaler Währung um rund 80 Prozent zulegen. Und der in der zweiten Hälfte des Vorjahres noch schwache Real hat in diesem Jahr sowohl gegenüber dem Dollar als auch im Verhältnis zum Euro deutlich zugelegt (siehe Grafik).

Weil die Regierung negative Auswirkungen durch die stark gestiegene Währung auf die Exportindustrie des Landes befürchtet, versucht sie den starken Anstieg des brasilianischen Reals zu beschränken. Vor rund einem Monat kündigte Finanzminister Guido Mantega deswegen eine Steuer auf ausländische Investitionen in brasilianische Wertpapiere und Aktien an.

Vorteilhaftes volkswirtschaftliches Umfeld

Doch sowohl beim Real als auch am lokalen Aktienmarkt führte dies nur zu kleinen Korrekturen. Und nicht wenige Devisenexperten gehen davon aus, dass die Stärke des Real, die sich auch in intakten charttechnischen Aufwärtstrends zu seinen Gunsten manifestiert, nicht so einfach zu brechen sein wird. Auch aus Sicht von Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus gibt es derzeit kaum Anzeichen, die auf ein Auslaufen der Real-Aufwertung hindeuten.

Als Stütze erweise sich unter anderem die brasilianische Wirtschaft, die im kommenden Jahr auf Basis der HSBC-Annahmen ein kräftiges Wachstum von 5,3 Prozent ausweisen dürfte. Zudem würden die Anleger durch attraktive Zinssätze angelockt. Während in Amerika die Fed Funds Rate bei 0 bis 0,25 Prozent liegt, notiert der Leitzins in Brasilien bei 8,75 Prozent. Und dieser Vorteil könnte sich sogar noch ausweiten. Denn während man bei HSBC in Amerika in den kommenden Quartalen mit keiner Zinserhöhung rechnet, lautet für Brasilien die Prognose, dass die Notenbank bis Ende 2010 den Leitzins um 150 Basispunkte auf 10,25 Prozent anheben wird.

Volatilität könnte zunehmen

Hinzu kommen eine deutlich gesunkene Verschuldung in fremder Währung und stark gestiegene Währungsreserven, die laut Sartoris in Notfällen zur Bedieunung der Auslandsverbindlichkeiten genutzt werden könnten. Darüber hinaus ist es in den vergangenen Jahren auch noch gelungen, das Gesamtdefizit des Zentralstaates zurückzuführen. In diesem Jahr dürfte es bei 2,0 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegen und 2010 dann bei 2,5 Prozent.

Angesichts dieser Pluspunkte dürften weder die zu erwartende Einführung von Kapitalverkehrskontrollen noch die im Oktober 2010 anstehenden Präsidentschaftswahlen etwas ändern. Allerdings könnten diese beiden Einflussfaktoren zu einer anziehenden Volatilität führen. Bei HSBC Trinkaus sieht man den Real bis Ende 2010 zum Euro jedenfalls in Richtung 2,37 Real anziehen. Stellt sich diese Prognose ein, dann würde der Real verglichen mit dem aktuellen Stand von 2,6219 Real bis dahin noch einmal um weitere 10 Prozent zulegen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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