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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Devisenmarkt Anhaltender Aufwertungsdruck auf den Yuan

18.02.2008 ·  China muss den Yuan zum Dollar künftig gezwungenermaßen rascher aufwerten lassen. Diese Ansicht ist nicht neu, verbreitet sich jedoch immer weiter. Immerhin sprechen inzwischen viele Argumente für diese Entwicklung.

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China muss den Yuan zum Dollar künftig gezwungenermaßen rascher aufwerten lassen. Diese Ansicht vertreten Experten des zur Allianz-Gruppe gehörenden Rentenfondsmanagers Pimco und der Schweizer Privatbank Pictet & Cie. Zur Begründung verweisen sie auf das rasche Wirtschaftswachstum in China, die hohe Inflationsrate und die steigenden Kosten für Wechselkurs-Interventionen.

Eine ähnliche Konstellation sehen Vermögensverwalter von Pimco, Pictet und anderen Banken für Thailand, Malaysia, Singapur und die Philippinen. Entsprechend attraktiv seien die Währungen der Länder. Einer Bloomberg-Umfrage unter Devisenstrategen zufolge dürften neun der zehn Devisen mit der besten Wertentwicklung gegen den Dollar 2008 aus Asien kommen. „Eine Reihe asiatischer Notenbanken sieht in einer rascheren Aufwertung ihrer Währungen eine wichtige Möglichkeit, die Inflation zu bekämpfen“, sagte Ramin Toloui. Er managt bei Pimco Anleihefonds aus Schwellenländern und Währungen.

Aufwertung trägt dazu bei, den Preisauftrieb zu dämpfen

Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds wird sich das Wachstum in Asien 2008 gegenüber dem Vorjahr von 9,6 auf 8,6 Prozent verlangsamen. Damit liegt die Wachstumsprognose jedoch immer noch sechsmal höher als für die Vereinigten Staaten . Wie Bloomberg-Daten zeigen, steigen die Verbraucherpreise in den zehn größten Volkswirtschaften Asiens, Japan ausgenommen, aktuell mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 5,3 Prozent. In den Vereinigten Staaten liegt die Teuerung bei 4,1 Prozent. Hoher Inflationsdruck steigert die Aussicht auf Zinsanhebungen durch die Notenbanken - und damit wird die jeweilige Währung attraktiver.

„Wir setzen bei den Währungen Asiens auf einen Anstieg. Im Vergleich zum Rest der Welt ist die Region in relativ guter Verfassung“, sagte Donald Amstad. Er ist Leiter des Bereichs festverzinsliche Wertpapiere für die Region Asien-Pazifik beim schottischen Fondsmanager Aberdeen Asset Management.

In der Vergangenheit versuchten asiatische Notenbanken zum Schutz der Exportwirtschaft durch den Kauf von amerikanische Dollar eine allzu schnelle Aufwertung ihrer Währungen zu erhindern. Dabei haben sie inzwischen mehr als vier Billionen Dollar oder umgerechnet 2,7 Billionen Euro an Devisenreserven angehäuft. Der Nachteil bei diesem Vorgehen ist jedoch, dass die Geldmenge in Lokalwährung zunimmt, was tendenziell die Inflation anfacht.

Die Zentralbanken versuchen dies in der Regel dadurch zu verhindern, dass sie Anleihen begeben, um der Wirtschaft Geld zu entziehen. Doch dieses Vorgehen wird durch die Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten immer teurer: Noch vor sechs Monaten nahm China aus amerikanischen Staatpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit 2,2 Prozentpunkte höhere Zinsen ein, als es für Yuan-Anleihen gleicher Laufzeit bezahlte. Inzwischen beträgt die Zinsdifferenz 1,31 Prozentpunkte - und zwar zu Ungunsten Beijings.

Auslandsanlage der Devisenreserven Asiens ist inzwischen nachteilig geworden

Das heißt, alleine schon aufgrund der Zinsentwicklung werden Interventionen und die Platzierung der dadurch erzielten Fremdwährungen an den internationalen Finanzmärkten uninteressanter als in der Vergangenheit. Schätzungen der amerikanische Bank JPMorgan zufolge liegt der nach dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt gewichtete durchschnittliche Leitzinssatz in Asien derzeit bei 3,60 Prozent. Dies ist erstmals seit drei Jahren mehr als in den G7-Staaten, wo der Zinsdurchschnitt 3,02 Prozent beträgt.

Nicht nur der Zinsnachteil spielt eine Rolle, sondern dazu kommt die tendenzielle Abwertung der ausländischen Währungen. Nach Berechnungen von BNP Paribas kosten Währungsinterventionen Chinas Notenbank aktuell vier Milliarden Dollar monatlich. Richard Yetsenga, leitender Devisenstratege bei HSBC Holdings in Hongkong, schätzt die Verluste neun asiatischer Notenbanken in den zwölf Monaten seit Juli 2006 auf insgesamt 160 Milliarden Dollar. „Das ist definitiv eine Last. Letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass sie weniger intervenieren“, so Yetsenga.

Li Yang, Chef der Forschung Finanzwirtschaft bei der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, sagte, die Notenbank des Landes habe bei ihren Konsultationen über die Geldpolitik für 2008 den Wechselkurs stärker betont als die Zinsen. Er prognostiziert einen Anstieg des Yuan.

Die asiatischen Staaten versuchen nicht nur über die Aufwertung ihrer Währungen, inflationäre Entwicklungen im Binnenland zu dämpfen, sondern auch in sie die Mindestreservesätze und Zinsen erhöhen, sowie Anleihen in eigener Währung zu begeben, um auf diese Weise der Wirtschaft Geld zu entziehen. Das macht die Währungen um so attraktiver.

Allerdings sind die Aufwertungserwartungen im Markt in Bezug auf die asiatischen Währungen schon sehr ausgeprägt. Aus diesem Grund dürfte eine deutliche Gegenbewegung nicht überraschen, sollte sich die amerikanische Wirtschaftskrise über die abflauende Importnachfrage nach asiatischen Konsumgütern deutlich bemerkbar machen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri mit Material von Bloomberg
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