16.06.2009 · Der Dollar neigt grundsätzlich zur Schwäche. Kurz- und mittelfristig kann er sich allerdings immer wieder erholen. Eine Analyse zeigt wieso: Es gibt eine starke Korrelation zwischen Dollarindex und Auslandsanlagen amerikanischer Anleger.
Langfristig betrachtet ist der amerikanische Dollar eine schwache Währung. Sie verliert schon seit Jahrzehnten im Trend immer mehr ihrer Kaufkraft. Das lässt dadurch erklären, dass die amerikanische Zentralbank die Geldmenge deutlich stärker ausgeweitet hat, als die Wirtschaft das Landes gewachsen ist.
Das gilt nun erst recht, nachdem sie wegen der Kredit- und Wirtschaftskrise, die im Kern eine Bonitätskrise nach geplatzter Verschuldungsblase ist, sogar zu unkonventionellen Maßnahmen gegriffen hat und Anleihen aufkauft, die der Staat in im größeren Mengen auf den Markt wirft. Zusammen mit den Leistungsbilanzdefizit des Landes dürfte das das Risiko erhöhen, dass der Dollar noch deutlich schwächer wird.
Langfristiger Trend spricht gegen den Dollar - kurzfristig sind Gegenbewegungen denkbar
Das heißt allerdings nicht, dass es kurzfristig nicht zu deutlichen Gegenbewegungen kommt. Zum Beispiel dann, wenn in Amerika die Zinsen steigen und das Land dadurch internationale einen gewissen Zinsvorsprung gewinnt. Das gilt jedoch vor allem auch dann, wenn amerikanische Anleger ihren Risikoappetit zügeln oder sich vor risikoreichen Ereignissen schützen wollen, indem sie ihre im Ausland angelegten Mittel repatriieren.
Dies kann kurzfristig zu einer gewissen Dollarknappheit führen und den Kurs der Währung nach oben treiben. Solche Effekte sind entscheidender als Äußerungen von russischen oder chinesischen Politikern, die den Dollar verbal immer wieder einmal stabilisieren wollen.
Sie haben schon zu einer vorübergehenden Kurserholung der amerikanischen Währung auf dem bisherigen Höhepunkt der Kreditkrise geführt. Eine weitere Dollarerholung ist dann denkbar, wenn die Kreditkrise wieder ihre böse Fratze zeigen und amerikanische Anleger dazu bringen sollte, im Ausland Kasse zu machen. Nicht die Zuflüsse ausländischen Kapitals in die amerikanischen Finanzmärkte seien für die Wechselkursentwicklung der amerikanischen Währung entscheidend, sondern die Neigung amerikanischer Anleger im Ausland zu investieren, erklären die Devisenanalysten der UBS.
Sie analysierten die Mittelflussdaten, die die amerikanische Zentralbank regelmäßig veröffentlicht. Während ausländische Anleger bisher stetig und stark in amerikanische Wertpapiere aller Art investierten, stieg in den vergangenen Jahren der Anteil ausländischer Wertpapiere in den Portfolios im Trend ebenfalls deutlich. Allerdings liegt die Betonung auf Trend, denn amerikanische Anleger reagieren bisher auf Veränderungen der Rahmenbedingungen deutlicher und rascher, als internationale Anleger, die in den Vereinigten Staaten investieren.
Starke Korrelation zwischen Dollarindex und Auslandsanlagen amerikanischer Anleger
Das zeigte sich in jeder Krise der Vergangenheit und das zeigte sich in den vergangenen Monaten der Krise. Die Korrelation zwischen der Entwicklung des Dollar-Index und dem Anteil ausländischer Wertpapiere in den Händen amerikanischer Anleger war vergleichsweise groß. Im ersten Quartal des laufenden Jahres war der Anteil ausländischer Wertpapiere in den Depots amerikanischer Anleger auf zwölf Prozent gefallen, von 17 Prozent noch im August des Jahres 2007. Diese Entwicklung passte zeitlich zusammen mit der Dollarerholung.
In den vergangenen Wochen dürften die amerikanischen Anleger aufgrund ihrer Wetten auf eine zyklische Erholung der Börsen wieder vermehrt im Ausland investiert und auf diese Weise den Dollar unter Druck gebracht haben. Viele Vermögensverwalter hatten sich entsprechend geäußert, insbesondere mit Blick auf die Schwellenländermärkte.
In jüngster Zeit scheinen sie allerdings zu Gewinnmitnahmen zu tendieren, nachdem die Märkte vor allem von Erwartungen getrieben worden und auf Basis realistischer Betrachtung vergleichsweise teuer geworden waren. In diesem Rahmen dürfte eine weitere Erholung des Dollars kaum überraschen können.
Langfristiger Trend spricht gegen den Dollar
Konrad Fit (Einstein-1)
- 16.06.2009, 22:55 Uhr
Kurzfristig steht der Dollar ziemlich genau so hoch wie schon seit Jahren ...
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 18.06.2009, 05:48 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |