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Devisenmarkt Abwertungspolitik hält den vietnamesischen Dong künstlich niedrig

26.07.2007 ·  Die exzellenten volkswirtschaftlichen Rahmendaten Vietnams würden einen starken Dong erwarten lassen. Doch die Notenbank hält die Währung mit Dollarkäufen niedrig. Der Dong notiert dadurch so niedrig wie seit 1993 nicht mehr.

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Der vietnamesische Dong hat am Donnerstag gegenüber dem Dollar zwar leicht auf 16,135 Dong zulegt. Das Tagesplus kann aber nicht über die grundlegende Schwäche von Vietnams Landeswährung hinwegtäuschen. Denn es war der erste Tagesgewinn seit einer Woche und in den vergangenen vier Monaten musste jeweils ein Verlust hingenommen werden. Dabei war der Dong im Tief bis auf 16,141 Dong abgerutscht. Das ist gleichbedeutend mit dem tiefsten Stand seit mindestens 1993.

Zurückzuführen ist die Entwicklung vor allem auf die aktive Einflussnahme der vietnamesischen Notenbank. Sie will die Landeswährung zur Unterstützung der Geschäfte der Exporteure möglichst niedrig halten und hat deshalb seit Mitte Februar aktiv Dollar am Markt gekauft.

Bei den begünstigten Exporteuren stößt diese Politik naturgemäß auf Zustimmung. „Der Wechselkurs ist jetzt gut für die Exporteure und unsere Industrie entwickelt sich gut“, sagte beispielsweise Trinh Van Vinh, General Director bei Tay Ninh Rubber Joint-Stock Co. anlässlich des in dieser Woche vollzogenen eigenen Börsengangs.

Politik des schwachen Dong treibt die Inflation

Doch der Versuch, den Dong zu schwächen, hat auch negative Seiten. Die sich dadurch verteuernden Importe haben zu einem Anstieg der Inflation beigetragen. So ist die Inflationsrate im Juli auf 8,4 Prozent gestiegen. Damit hat die Teuerung in den vergangenen sechs Monaten jeweils angezogen. Und da weiter steigende Preise befürchtet werden, ist die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihen zuletzt mit 7,54 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Monaten geklettert. Am überhitzten Aktienmarkt sind die Notierungen dagegen auf ein Zwölfwochentief abgesackt, was auch damit zusammenhängt, dass die Notenbank die Möglichkeiten zum Aktienkauf über Kredit erschwert hat.

Bei der Würdigung der Kursentwicklung des Dong muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich alles in relativ engen Bahnen bewegt. Insgesamt hat sich der Wert des Dong in den vergangenen fünf Monaten gegenüber dem Dollar nämlich nur um ein Prozent abgeschwächt. Trotzdem ist es angesichts der hohen Wachstumsraten, und der stark steigenden ausländischen Direktinvestitionen die das Land aufzuweisen hat erstaunlich, dass der Dong seit 1995 unter dem Strich jedes Jahr abgewertet hat.

Abwertungspolitik dürfte anhalten

Ewig kann das normalerweise nicht so weiter gehen. „Es dürfte schwer werden, die Währung gedrückt zu halten, ohne dadurch die Inflation weiter in die Höhe zu treiben,“ gibt Steve Rowles, Analyst bei CFC Seymour Ltd. Zu bedenken. Dennoch glaubt auch er an einen Fortbestand der moderaten Abwertungspolitik. Tai Hui, Volkswirt bei der Standard Chartered Bank sieht das ähnlich. „Es wäre natürlich, den Dong aufwerten zu lassen, aber der Fokus der Regierung liegt derzeit darauf, den Exporteuren zu helfen. Deshalb kann es sein, dass an der Abwertungspolitik auch im nächsten Jahr festgehalten wird.“

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Inflation trotz des jüngsten Anstiegs noch immer unter dem Wirtschaftswachstum liegt. Dieses betrug im ersten Halbjahr 7,9 Prozent und wird von der Regierung im Gesamtjahr auf 8,5 Prozent veranschlagt. Damit ist das erklärte Ziel noch nicht verletzt, wonach die Inflationsrate unter dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukt gehalten werden soll.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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