25.09.2007 · Im internationalen Devisenhandel werden derzeit täglich im Durchschnitt 3,2 Billionen Dollar umgesetzt. Seit 2004 ist der Markt um 71 Prozent gewachsen, nicht zuletzt weil Devisen mittlerweile als eigene Anlageklasse betrachtet werden.
Im internationalen Devisenhandel werden derzeit täglich im Durchschnitt 3,2 Billionen Dollar umgesetzt. Nach einer Erhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) waren das 71 Prozent mehr als vor drei Jahren - der größte Anstieg, seit die BIZ diese Daten alle drei Jahre im April erhebt. Zudem wurden im Interbankenhandel mit Devisen- und Zins-Derivativen täglich 2,1 Billionen Dollar umgesetzt - auch dies entspricht einem Anstieg von 71 Prozent.
Das meistgehandelte Währungspaar war mit einem Anteil von 27 Prozent der Tausch Euro gegen Dollar. Gleichwohl ist der Anteil Deutschlands am Devisenhandel von 2004 auf 2006 von 4,9 auf 2,5 Prozent gesunken, weil viele Banken ihren Devisenhandel von Frankfurt an den dominierenden Finanzplatz London verlagert haben. Demgegenüber legte die Schweiz von 3,3 auf 6,1 Prozent kräftig zu, Großbritannien von 31,3 auf 34,1 Prozent.
Spekulative Zins-Währungsgeschäfte
Zu dem enormen Wachstum des Devisenhandels haben mehrere Faktoren beigetragen. So sind Währungen in letzter Zeit zu einer eigenständigen Anlageklasse geworden, in die institutionelle und private Investoren in großem Stil investieren. Auch die spekulativen Zins-Währungsgeschäfte („Carry Trades“) dürften zu dem Anstieg beigetragen haben. Eine Rolle spielt ferner, dass durch die Globalisierung die internationalen Waren- und Kapitalströme stark zugenommen haben - und damit der Bedarf an Devisengeschäften in der Kasse, aber auch an Absicherungsgeschäften.
Den Handel hat zudem beflügelt, dass elektronische Handelsplattformen Geschäfte „per Mausklick“ ermöglichen. Zum Teil werden Geschäfte sogar nur noch von Computern ausgelöst, die gleichzeitig fortlaufend mehrere Handelsplattformen auf kleine Preisunterschiede hin absuchen und gegebenenfalls - im Takt von Tausendstel Sekunden - Kauf- und Verkaufssignale auslösen, um von den Kursunterschieden zu profitieren.
Der Devisenmarkt ist ein „Marktmacher-Markt“
Nach der BIZ-Erhebung ist der Umsatz im Kassahandel von 2004 bis 2007 von 0,6 auf 1,0 Billionen Dollar gestiegen. Das große Handelsvolumen erklärt sich dabei allerdings mit der besonderen Struktur des Devisenmarktes. So werden praktisch alle Transaktionen zwischen kleineren Währungen nicht direkt abgewickelt, sondern durch Zwischenschaltung des Dollar, der liquidesten Währung. Ein Tausch von chinesischen Yuan in Euro wird also über einen Tausch von Yuan in Dollar und von Dollar in Euro ausgeführt.
Zudem ist der Devisenmarkt, anders als der Aktienmarkt, nicht als eine zentrale Börse organisiert, auf der End-Angebot und End-Nachfrage zusammenkommen, sondern als ein „Marktmacher-Markt“. Die Marktmacher - meist große Banken - stellen ihren Kunden auf telefonische Anfrage hin oder auf ihren Handelsplattformen fortlaufend sowohl einen An- als auch einen Verkaufskurs. Verkauft ein Kunde dann zum Beispiel 10 Millionen Dollar gegen Euro, sucht die Bank sofort nach einem Endabnehmer, dem sie die angekauften Dollar mit einer kleinen Gewinnmarge verkaufen kann.
Anstieg des Tagesvolumen von Devisenswaps
Findet sie keinen solchen Endkunden, verkauft sie die Dollar typischerweise an einen dritten Großhändler, der dann seinerseits nach einem Endabnehmer sucht. Ein Grundgeschäft aus einem Warenhandel führt dadurch am Devisenmarkt zu einem Vielfachen des Umsatzes. Im April 2007 entfielen deshalb 43 Prozent des Gesamtumsatzes an Devisen auf die an der BIZ-Erhebung teilnehmenden Großhändler untereinander, nach 53 Prozent im Jahre 2004. Der Umsatzanteil anderer Finanzinstitute stieg von 33 auf 40 Prozent, der von anderen Kunden von 14 auf 17 Prozent.
Noch stärker als der Kassahandel stieg das Tagesvolumen von Devisenswaps, nämlich von 0,94 auf 1,7 Billionen Dollar. Dabei geht es um den gleichzeitigen Ankauf einer Fremdwährung in der Kasse und deren Rückkauf zu einem späteren Zeitpunkt. Laut BIZ dürften hinter der starken Zunahme dieser Geschäfte bestimmte Absicherungsstrategien der Banken stehen. Ähnlich erklärt sich auch die Zunahme der Zinsswaps, deren Volumen im Interbankenhandel von 0,6 auf 1,2 Billionen Dollar stieg. Bei den Zinsderivaten war der Umsatz an den Börsen laut BIZ allerdings mit 6,1 Billionen Dollar deutlich größer als im Interbankenhandel - was sich mit dem lebhaften Geschäft mit kurzlaufenden Geldmarkt-Terminkontrakten wie dem Euribor-Future erklärt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11 % |
| Silber | 33,80 $ | −1,66 % |
| Platin | 1.665,00 $ | +0,97 % |
| Palladium | 714,00 $ | +1,13 % |
| Rohöl Brent Crude | 118,69 $ | +0,71 % |
| Gas | 0,59 £ | −0,34 % |
| Kaffee | 2,21 $ | 0,00 % |
| Zucker | 0,24 $ | 0,00 % |
| Orangensaft | 1,89 $ | −3,47 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3281 | −0,02% |
| Rohöl Brent Crude | 118,69 $ | +0,71% |
| Gold | 1.748,00 $ | +0,11% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |