17.01.2005 · War der Zloty die Währung des Jahres 2004, so scheint sich der Aufwertungstrend im Jahr 2005 fortzusetzen. Der Zinsvorsprung und das anhaltend Wachstum des Landes sprechen neben dem Trend für die Währung.
War der polnische Zloty schon die Währung des Jahres 2004, so scheint sich der Höhenflug der Währung im laufenden Jahr bündig fortzusetzen. Denn der Trend im Verhältnis zwischen Zloty und Euro und damit auch zwischen Dollar und Zloty zeigt weiterhin nach unten.
Das heißt, es müssen immer weniger Einheiten der polnischen Währung aufgewendet werden, um einen Euro oder einen Dollar erwerben zu können. Der Aufwertungstrend wurde im Februar des vergangenen Jahres etabliert. Damals waren im Hoch 4,9453 Zloty für einen Euro aufgebracht werden, aktuell sind es mit 4,0727 Zloty je Euro 17,6 Prozent weniger.
Starke Währung dämpft Preisentwicklung im Inland ...
Die polnische Zentralbank scheint nichts gegen die auswertende Währung zu haben. Im Gegenteil. Es verdichtet sich immer mehr die Vermutung, die Politik der Institution könnte darauf ausgerichtet sein, die Währung weiter zu stärken. Denn auf diese Weise werden die Importe günstiger, was hilft, die Preisentwicklung im Lande zu dämpfen. Alleine aus diesem Grund hat die Zentralbank im vergangenen Jahr den Leitzins insgesamt dreimal angehoben von 5,25 Prozent auf aktuell sechs Prozent. Das Ziel besteht darin, die Inflationsrate auf 2,5 Prozent zu senken. Im Dezember ist sie auf 4,4 Prozent gefallen von 4,5 Prozent im Monat zuvor.
Die Zinserhöhungen haben die zuvor schon bestehende Zinsdifferenz mit den westlichen „Tiefzinsländern“ vergrößert. Die höheren Zinsen dürften vor allem auch verbunden mit der Aussicht auf eine aufwertende Währung die Rentenmärkte des Landes interessant machen und auf diese Weise zu einer zusätzlichen Nachfrage nach der Währung führen. Denn immerhin bieten polnische Staatspapiere mit einer Laufzeit von zwei Jahren eine Rendite von 6,4 Prozent. Das mehr als das Dreifache deutscher Pendants.
Das Ziel der polnischen Regierung besteht darin, in Polen im Jahr 2009 den Euro einzuführen. Eines der Kriterien, die dazu erfüllt werden müssen, ist eine Inflationsrate, die weniger als 1,5 Prozentpunkte von den tiefsten Inflationsraten im Euroraum entfernt ist. Da einerseits die Zinsen in Polen deutlich höher sind als in Euroland, andererseits aber das Wachstum deutlich höher ist, sind sowohl die Finanzmärkte als auch die Währung für ausländische Anleger weiterhin hoch interessant. „Der Zloty ist immer noch unterbewertet“ und „ich sehe nicht, was die Währung davon abhalten sollte, unter die Marke von vier Zloty je Euro zu fallen,“ kommentierte denn auch Währungsstratege David Lubin von HSBC in London seine Prognose gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.
... während die Exporte trotzdem florieren
Die polnische Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr nach OECD-Schätzungen vermutlich mit 5,4 Prozent, während die großen der „alten“ EU-Staaten vor sich hindümpelten. Im laufenden Jahr dürfte das Wachstum zwar etwas schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr. Aber es wird sehr wahrscheinlich immer noch deutlich stärker sein als das in Frankreich oder Deutschland. Das interessante daran ist, daß das Exportgeschäft unter der starken Währung offensichtlich kaum zu leiden hat. Das dürfte bei den Kostenvorteilen des Landes kaum jemanden wundern. Eine starke Währung dürfte dazu beigetragen haben, die Konsequenzen der zumindest in Dollar gestiegenen Rohstoffkosten deutlich abzumildern.
Insgesamt sprechen einige Argumente dafür, daß sich die „Erfolgsgeschichte“ der polnischen Währung vorerst fortsetzen wird. Zwischen 3,90 und vier Zloty je Euro wartet allerdings eine starke charttechnische Widerstandszone. Sollte sie allerdings überwunden werden können, dürfte sich die Währung noch weiteren Spielraum eröffnen können. Allerdings dürften Absicherungsstrategien auch hier ratsam sein. Denn der Risikoappetit vieler Anleger ist angesichts der tiefen Volatilitäten sehr hoch. Sollte es zu größeren Störungen kommen - seien sie politisch oder wirtschaftlich - dürften sie ihre „Risikopositionen“ unter Umständen rasch und deutlich reduzieren. In diesem Fall wäre sicherlich auch bei der polnischen Währung eine deutlichere Gegenbewegung möglich, auch wenn sie konkret nicht absehbar ist.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |