08.03.2010 · Nach den Turbulenzen der Krise kam es in den vergangenen zwölf Monaten am Devisenmarkt zu einer Normalisierungsbewegung. Allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Manche Währungen konnten ihre Kursverluste wett machen, andere nicht.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise sorgte in den vergangenen Monaten auch am Devisenmarkt für zum Teil gewaltige Turbulenzen. Neben schwachen gerieten viele Währungen, die zuvor im Trend deutlich aufgewertet hatten, in der weiten Hälfte des Jahres 2008 unter die Räder und mussten im Rahmen der durch die Liquiditätskrise ausgelösten Liquidation von Wertpapierpositionen und Notenbankaktionen massive Kursverluste hinnehmen.
Währungen wie der polnische Zloty, der ungarische Forint, der russische Rubel, der brasilianische Real, der mexikanische Peso, der südkoreanische Won, der rumänische Leu, die schwedische Krone, die türkische Lira, der australische und der Neuseelanddollar, die tschechische Krone, der kolumbianische Peso, die isländische Krone, der südafrikanische Rand und das britische Pfund mussten von August der Jahres 2008 bis Anfang März des Jahres 2009 Wertverluste gegen den Euro von 31 bis elf Prozent hinnehmen. Dagegen werteten Währungen wie der Yen und der gesamte Dollarblock gegen den Euro auf, nachdem sie in den Jahren zuvor zur Schwäche geneigt hatten.
„Normalisierung“ in divergierendem Ausmaß
In den vergangenen zwölf Monaten kam es auch in diesem Markt zu Normalisierungsbewegungen. Allerdings in höchst unterschiedlichem Ausmaß. Während Währungen wie die australische, die neuseeländische, die südafrikanische, die chilenische und nicht zuletzt auch die peruanische in dieser Zeit ihre vorhergehende Kurskorrektur mehr als wett machen konnten, haben andere noch weiteres Aufholpotenzial oder bleiben schwach.
In einem anhaltend wirtschaftsoptimistischen und risikofreudigen Umfeld bieten etwa der Zloty und die tschechische Krone noch gewisse Reize. Dagegen muss die Lage in Rumänien, der Türkei, Großbritannien, Nigeria, Argentinien, Vietnam, Island und nicht zuletzt auch in Venezuela kritisch betrachtet werden. Während die Probleme Argentiniens und Venezuelas mit seltsamen Regierungsformen ursächlich zusammenhängen, sind sie in den anderen „Problemländern“ hausgemacht. Island etwa hat sich während des Booms einem wahren Spekulationswahn hingegeben und weigert sich nun beharrlich, die Folgen zu tragen.
Am Samstag hatten 93 Prozent der Teilnehmer an einem Referendum das sogenannte Icesave-Gesetz zurückgewiesen, mit dem das isländische Parlament die Ansprüche von britischen und niederländischen Sparern befriedigen wollte, die nach dem Zusammenbruch der isländischen Landsbanki Islands im Jahre 2008 massive Verluste erlitten hatten. Die im Gesetz vorgesehene Lösung hätte jedem isländischen Bürger eine Schuldenlast von knapp 12.000 Euro auferlegt und insgesamt 45 Prozent des isländischen Bruttoinlandsprodukts von 2009 ausgemacht. Nach Ansicht der Ratingagentur Moody's Investors Service könnte es ein Jahr dauern, bis eine einvernehmliche Regelung gefunden wird. Kein Wunder also, dass die Währung des keinen nordischen Landes schwach bleibt.
Probleme in Staaten mit anhaltend schwachen Währungen sind offensichtlich
Auch die Probleme Großbritanniens sind offensichtlich. Die Wirtschaft des Landes ist schwach, das Budgetdefizit riesig, die Einnahmen sind schwach, die Wirtschaftsstruktur zu einseitig auf einen maroden Finanzsektorausgerichtet und eine politische Mehrheit für eine notwendige Finanzkonsolidierung ist nicht in Sicht. Gleichzeitig hat die Zentralbank des Landes eine extrem expansive Geldpolitik implementiert, die zudem auf eine Monetarisierung der Staatsschulden hinausläuft. Der Versuch der Sanierung über eine kompetitive Abwertung zu Lasten des restlichen Europas scheint nahe zu liegen.
In der Türkei ist einerseits die politische Lage vergleichsweise instabil. Gleichzeitig setzt die Zentralbank angesichts der anziehenden Preise und einer enttäuschenden Industrieproduktion - die Inflationsrate lag im Februar mit 10,1 Prozent deutlich über, die Industrieproduktion mit einem Plus von 12,1 Prozent im Januar unter den Erwartungen - ihre Glaubwürdigkeit mit defensiver Rhetorik aufs Spiel. Vietnam dagegen hat persistente Probleme, die Preisentwicklung unter Kontrolle zu halten. Die Währung wertet schon seit Jahren im Trend ab.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |