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Devisen Zinsschritt gibt dem "Kiwi" nur etwas Rückenwind

13.09.2004 ·  Neuseelands Zentralbank hat den Leitzins erhöht und weitere Schritte angekündigt. Sie sieht indes Risiken für das Wachstum. Ihrem „Kiwi“-Dollar verhilft der Zinsschritt gegenüber dem Euro zu leichten Kursgewinnen.

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Der neuseeländische Dollar zählt zu jenen Währungen, die binnen Jahresfrist gegenüber dem Euro an Boden gewonnen haben. Ein Plus von 3,3 Prozent hat sich der „Kiwi“ seit Mitte September 2003 erarbeitet, Daran hat auch der recht kräftige Schwächeanfall vom Mai, als die ozeanische Devise unter der Spekulation auf aggressive Zinserhöhungen in Amerika litt und bis auf 2,029 neuseeländische Dollar je Euro abrutschte, nichts geändert hat. Auch zu Wochenbeginn verliert der Euro im Vergleich zum Neuseeland-Dollar etwas an Wert.

Der Hintergrund: Neuseelands Zentralbank hat den Leitzins wie erwartet erhöht und weitere entsprechende Schritte angekündigt. Aktuell steht der Geldmarktzins bei 6,25 Prozent. Mithin beträgt der Zinvorsprung gegenüber Euroland 4,25 Prozentpunkte und 4,75 Prozentpunkte im Vergleich mit den Vereinigten Staaten. Die Notenbank sieht indes Risiken für das Wachstum.

Preisauftrieb stärker und anhaltender als erwartet

Sie hat vor allem die anziehende Inflation als Grund für die Zinserhöhung angeführt. Ihr Chef Alan Bollard sieht den Preisauftrieb bis zum März nächsten Jahres bei mindestens drei Prozent und bei 3,25 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2005. Damit läge sie über dem offiziellen Zielkorridor von ein bis drei Prozent. Für die Zeit danach sieht der Zentralbank-Gouverneur die Inflation auf dem Rückzug. Gleichwohl: „Der Inflationsdruck dürfte stärker bleiben als bisher erwartet.“

Daran sind zum einen die gestiegenen Ölpreise schuld, und Neuseeland muß Öl im Vergleich zu anderen Rohstoffen wie Holz und Holzprodukte, die es ausführt, importieren. Aufgrund der recht starken Währung und den daraus folgenden niedrigen Importpreisen hält sich der Preisauftrieb aber noch im Rahmen. Zum anderen läßt die Hausse der Immobilienpreise - wie zuletzt in Großbritannien - die Verbraucher fröhlich konsumieren, was ebenfalls auf die Dauer auf die Preise durchschlägt. So meint die Zentralbank auch, der Häusermarkt müsse sich abkühlen, um den Preisauftrieb einzudämmen. Zumal die Arbeitslosigkeit auf ein 17-Jahrestief gesunken ist und folglich mehr Leute mehr Geld ausgeben können.

Weitere Zinsschritte angekündigt

Die Zentralbank hat auch keinen Zweifel daran gelassen, weiter an der Zinsschaube zu drehen - obwohl schon jetzt kein Land mit einem erstklassigen AAA-Rating derart hohe Leitzinsen aufweist, wie Bloomberg News anmerkt. „Höhe Zinsen werden wahrscheinlich benötigt, um sicherzustellen, daß die Inflation mit unserem Zielkorridor übereinstimmt“, heißt es in einer Verlautbarung des Instituts.

Ihrem „Kiwi“-Dollar hilft gibt der aktuelle Zinsschritt gegenüber dem Euro wieder etwas Rückenwind, aber nicht viel. Nun legt er nach dem Zinsschritt um 81 Stellen auf 1,8605 „Kiwis“ je Euro zu. Der Neuseeland-Dollar war zuvor wieder in den Aufwärtstrend zurückgekehrt, den er im Mai kurzzeitig verlassen hatte, hat aber vor der Zinserhöhung konsolidiert.

Höhere Leitzinsen sichern die Devise aus Ozeanien nach unten ab, da aber in Amerika die Notenbank Fed noch im September abermals an der Zinsschraube drehen dürfte, baut sich wieder Gegendruck auf. Auch wird für 2005 verstärkt mit einem Zinsschritt nach oben in Euroland gerechnet, die dem „Kiwi“ ebenfalls Grenzen setzen dürfte. Insofern scheint das Aufwärtspotential begrenzt. Um sich aus technischer Sicht weiteres Kurspotential zu erschließen, müßte er das Augusthoch von 1,8236 Neuseeland-Dollar und das bei 1,8132 „Kiwis“ liegende Aprilhoch hinter sich lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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