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Dienstag, 14. Februar 2012
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Devisen Yuan nun gekoppelt an Dollar, Euro, Yen und Won

10.08.2005 ·  Nach der ersten Aufwertung des chinesischen Yuans seit Jahren gibt es Informationen über die Zusammensetzung des Währungskorbs, an den die Währung nun gebunden ist. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für eine weitere Flexibilisierung.

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Hatte die China überrascht mit dem konkreten Zeitpunkt, zu dem es seine Währung vom Dollar löste und aufwertete, so war das Ausmaß aus internationaler Sicht zunächst enttäuschend. Denn eine Aufwertung von gerade einmal zwei Prozent und die Bindung an einen nicht näher spezifizierten Währungskorb ist zunächst zu wenig, um zu einer signifikanten Änderung der internationalen Handelsströme und damit der in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Ungleichgewichte zu führen.

Dafür sind die amerikanischen Leistungsbilanzdefizite und die chinesischen Devisenüberschüsse viel zu groß. Gleichzeitig ist der chinesische Kostenvorteil viel zu ausgeprägt, als daß er damit aufgewogen werden könnte. Aus diesem Grund redeten manche Experten sogar enttäuscht von einem „Non-Event“.

„Non-Event“ oder Beginn einer weitergehenden Flexibilisierung der Währung?

Andere sehen darin allerdings den Beginn einer weitergehenden Flexibilisierung im Handel mit der chinesischen Währung. Darauf nicht nur das leichte Driften nach unten im Verhältnis zwischen Yuan und Dollar hin, nachdem es am 21. Juli von 8,2767 Yuan je Dollar auf zunächst 8,11 Yuan gesenkt wurde. Inzwischen liegt der Wechselkurs bei 8,1062 Yuan je Dollar.

Gleichzeitig gab es jedoch auch weitere Veränderungen. So haben inzwischen mehr Banken als bisher die Erlaubnis erhalten, Devisenterminkontrakte sogar mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr zu handeln. Gleichzeitig können diese Geschäfte auch für mehr Konten abgeschlossen werden. Bislang waren sie nur im Zusammenhang mit dem Waren- und Dienstleistungsverkehr zugelassen. Das deutet nach Einschätzung der Devisenexperten von Goldman Sachs auf Vorbereitungen dafür hin, den Markt effizienter zu machen, um ihn schließlich weiter Liberalisieren zu können.

Die chinesische Zentralbank hat weiterhin mitgeteilt, daß Dollar, Euro, Yen und südkoreanischer Won die Hauptkomponenten des Währungskorbs sind, der für das neue Wechselkursregime gilt. Die Zentralbank versucht damit, Informationen über den neuen Währungskorb zu liefern, ohne die genauen Gewichtungen der einzelnen Währungen preiszugeben. Mit solchen Informationen könnten die Investoren leichter abschätzen, bei welchem Niveau die Notenbank am Markt intervenieren wird.

„Die Auswahl der Währungen und ihre Gewichtungen im Korb richtet sich nach der Bedeutung der chinesischen Handelspartner,“ sagte Notenbankpräsident Zhou Xiaochuan ín einer Rede am Mittwoch. In dem Korb sind außerdem noch der Singapur-Dollar, das britische Pfund, der malaysische Ringgit, der australische Dollar, der russische Rubel, der thailändische Baht und der kanadische Dollar. Es fehlen jedoch die Währungen von Hongkong und Taiwan, die viert- und siebtgrößten Handelspartner Chinas.

Auswahl des Währungskorbes an sich dürfte wenig überraschen

„Es gibt immer noch keine Hinweise über der Gewichtungen der Währungen. Die Auswahl der Währungen im Korb ist keine Überraschung,“ sagte Stephen Green, Ökonom bei Standard Chartered Bank in Schanghai der Nachrichtenagentur Bloomberg. Wenn die Exportzahlen zugrunde gelegt werden, würde der Dollar 30 Prozent vom Währungskorb ausmachen, der Euro 20 Prozent und der Yen 20 Prozent, erläutert Green. Die größten Handelspartner des Reichs der Mitte sind gemessen am Volumen in absteigender Reihenfolge die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Japan, Hongkong, der ASEAN-Block, Südkorea, Taiwan, Rußland, Australien und Kanada.

„Die Länder mit einem jährlichen Handelsvolumen von mehr als 10 Milliarden Dollar sind sehr wichtig, und Länder mit einem Volumen von über fünf Milliarden Dollar können auch nicht ignoriert werden,“ erläuterte Zhou. Die Zentralbank erklärte außerdem, daß die Gewichtung der Währungen in dem Korb auch von der Zusammensetzung der chinesischen Auslandsschulden abhängt. Diese beliefen sich im Dezember 2004 auf 228,6 Milliarden Dollar. Hinzu kommen 560 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen.

Auf Grund der Höhe der Währungsreserven Chinas dürfte das Land deutlich zu viele Dollar halten und bemüht sein, diesen Anteil nach und nach zu reduzieren. Da andere asiatische, arabische und auch osteuropäische Staaten ähnliches anstreben könnten, dürfte der Euro davon profitieren können. Nach unten dürfte er bei einer Schwächenneigung auf eine gewisse Nachfrage stoßen. Vor allem auch dann, wenn sich die amerikanischen Ungleichgewichte nicht glaubwürdig reduzieren sollten und wenn die amerikanische Zentralbank zögern sollte, die überzogene Dollarliquidität weiter zu reduzieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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