17.03.2006 · Der Dollar ist in jüngster Zeit wieder leicht in die Defensive geraten. Er hat vor allem gegen die asiatischen Währungen Abwertungspotential. Immerhin bewegt sich die chinesische Währung immer dynamischer gegen die amerikanische Währung.
Zeigt der Dollar in jüngster Zeit wieder gewisse Schwächezeichen, so bleibt angesichts der unsicheren Zinsentwicklung zunächst offen, ob es sich dabei um temporäre Entwicklung im Rahmen des Konsolidierungsprozesses der vergangenen Monate oder um den Wiederbeginn der strukturellen Schwäche der Jahre 2002 bis 2004 handelt.
Mit Blick auf das auf sieben Prozent angewachsene Leistungsbilanzdefizit, die Schuldenpolitik des Landes, den verhaltenen Appetit ausländischer Anleger auf amerikanische Vermögenswerte, den schwächelnden Konsum, die Stagnation im Immobilienmarkt und den zunehmenden Protektionismus in Amerika - die Diskussion über den Kauf amerikanischer Häfen durch die Vereinigten Arabischen Emirate spricht für sich - sprechen einige Gründe gegen den Dollar.
Bindung des Yuans an den Dollar wird lockerer
Das heißt aber nicht, daß sie gleichzeitig für den Euro sprechen müssen. Im Euroraum scheint sich zwar die Wirtschaft zu beleben und die Zentralbank zu Zinserhöhungen zu zwingen. Allerdings hat sich die strukturelle Dollarschwäche in den vergangenen Jahren vor allem gegen den Euro gezeigt und weniger stark gegen die asiatischen Währungen. Dabei fallen im Handel zwischen Amerika und Asien die stärksten Ungleichgewichte an, die sich einerseits in den Handelsbilanzen und vor allem auch in den rasant zunehmenden Währungsreserven der asiatischen Staaten zeigten und zeigen. In den vergangenen drei Jahren haben sie ihre Reserven um 1.200 Milliarden Dollar erhöht.
Diese Entwicklung läßt sich nur dadurch erklären, daß China seine Währung lange Zeit an den Dollar gebunden hatte und andere Staaten mit zum Teil massiven Interventionen die Aufwertung ihrer Währungen verhinderten oder zumindest bremsten. Spätesten seit einem ersten Aufwertungsschritt Chinas im Juli des vergangenen Jahres von 8,2765 auf 8,11 Yuan je Dollar und dem sich anschließenden und zuletzt dynamischer werdenden Aufwertungstrend auf zuletzt 8,0316 Yuan je Dollar dürfte sich das Bild etwas ändern.
Vor allem auch dann, wenn man die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung und Erholung Asiens in die Betrachtung einbezieht. Das führt zur Vermutung, diese Staaten seien nicht mehr so stark wie bisher auf die Exporte nach Amerika und damit auf künstlich geschwächte Währungen angewiesen wie in der Vergangenheit. Das heißt, die Währungen hätten ein gewisses Aufwertungspotential.
Das wäre aber auch extrem wichtig für den Dollar. Denn der Aufbau der Währungsreserven würde abnehmen und damit das Kapital, das bisher in die amerikanischen Wertpapiermärkte floß und dort die Zinsen künstlich tief hielt. Und darauf deuten die jüngsten Daten hin. Das heißt, Amerika könnte Schwierigkeiten bekommen, die eigenen Defizite zu finanzieren, ohne die Zinsen weiter zu erhöhen. Gleichzeitig würden sich mit einer Aufwertung der asiatischen Währungen auch die Importpreise in Amerika verteuern. Das wäre insgesamt keine sonderlich gute Mischung.
Chinesische Wirtschaft nicht ohne Probleme
In diesem Sinne haben die asiatischen Währungen, vor allem auch die eng mit dem Yuan korrelierten wie Won und Singapur-Dollar gewisse Reize, nicht zuletzt auch der Yen. Allerdings sollte man auch die Risiken nicht völlig verkennen. Denn sollte China den Kapitalverkehr liberalisieren, könnte es auch zu einem starken Kapitalabfluß in ausländische Wertpapiermärkte kommen. Denn die Transparenz in China ist nicht sonderlich ausgeprägt und auch die wirtschaftlichen Probleme sind auch nicht ohne.
So wurde bisher die chinesische Wirtschaft ohne Rücksicht auf Verluste „gepusht“. In diesem Rahmen kam es zu einer zunehmenden Ungleichheit zwischen den Küstenregionen und dem Binnenland. In ihrer Folge dürften in Verbindung mit der verbreiteten Korruption soziale Konflikte denkbar sein. Neben der Verwüstung der Umwelt wird viel Energie nutzlos verschwendet. Die Fehllenkung von Kapital führte in weiten Teilen zum Aufbau von unprofitablen Überkapazitäten. Diese Strategie ist stark von zunehmendem Export abhängig - angesichts der schon bestehenden Ungleichgewichte eine Illusion. Das heißt, China wird eher früher als später zu einem Strategiewechsel hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung gezwungen sein. Auch das dürfte dem Dollar kaum nutzen, wenn die chinesischen Güter in der Folge teurer werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |