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Devisen Wie Anleger in Währungen investieren können

27.02.2009 ·  Devisenmärkte gelten als hochliquide und wenig korreliert zu Aktien. Mit Fonds und Derivaten können Anleger in Währungen investieren. Aber auch hier gab es Einbußen. An den Finanzmärkten gilt kein Metier als schwieriger vorhersehbar.

Von Kerstin Papon
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Immer mehr Privatanleger zeigen Interesse an Währungsanlagen. Zwar gilt gerade die Prognose von Devisenkursen als besonders schwierig. Auch die Eigenheiten dieser Anlageklasse bergen so manchen Stolperstein. Gleichwohl hat sie ihre Vorteile. Der Devisenmarkt ist hochliquide. Zudem gilt er als wenig korreliert zu anderen Anlageformen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen. Dennoch haben Anleger auch mit manchen Währungsinvestments zuletzt einiges verlieren können.

So haben Investoren nun das Nachsehen, die in den vergangenen zwölf Monaten auf einen im Vergleich zu anderen großen Währungen starken Euro gesetzt hatten. Der amerikanische Dollar hat gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung 17 Prozent an Wert gewonnen, der japanische Yen sogar 36 Prozent. Für den Schweizer Franken beträgt das Plus knapp 10 Prozent. Anders sieht es mit dem britischen Pfund oder dem brasilianischen Real aus. Beide Währungen haben zum Euro abgewertet, und zwar um 15 beziehungsweise 13 Prozent.

Währungszertifikate eher selten

Noch immer sind Währungsanlagen eher die Ausnahme, doch das Anlegerinteresse und mithin auch die Möglichkeiten, im Devisenmarkt zu investieren, nehmen stetig zu. Neben etlichen spekulativen Hebelpapieren und einigen konservativeren Anlagezertifikaten finden Anleger rund 25 aktiv verwaltete Währungsfonds oder auch kostengünstigere börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Während Investoren mit den Derivaten vor allem auf die Bewegungen einzelner Wechselkurse setzen und damit von jeglicher Kursrichtung profitieren können, folgen Fonds bestimmten Strategien oder Modellen und kombinieren mehrere Devisengeschäfte miteinander, um die Renditen zu maximieren. An der Deutschen Börse in Frankfurt sind vier ETFs börsennotiert, die sich auf Währungsstrategien beziehen. Emittentin ist die Deutsche Bank.

Die ersten Devisenfonds gab es im Jahr 2004. Zuvor durften Währungsspekulationen in Fonds nur zur Absicherung erfolgen. Immer mehr Anleger scheinen sich für Währungsfonds als Beimischung in ihren Portfolios zu entscheiden, heißt es von der Kölner Bank Sal. Oppenheim. Im vergangenen Jahr sind dem hauseigenen OP FX Opportunities netto 20 Prozent an Mitteln zugeflossen. Dieser Fonds basiert vor allem auf quantitativen Modellen ergänzt um qualitative Kriterien.

Etwa 10.000 derivative Wertpapiere gibt es an der Stuttgarter Börse, die sich auf Währungen beziehen; häufiger als früher sind sie dort unter den täglichen Umsatzspitzenreitern zu sehen. Das hört sich viel an, ist aber vergleichsweise wenig. Insgesamt dürften sich rund 350.000 verschiedene Derivate am Markt befinden. 99 Prozent der Währungsprodukte sind spekulativ, da sich mit ihnen besonders gut auf die Bewegungen der Devisenkurse (Basiswerte) setzen lässt. Durch die Optionsscheinen und Knock-out-Papieren eigene Hebelwirkung können Anleger mit einem vergleichsweise geringen Einsatz überdurchschnittlich gewinnen, aber eben auch verlieren. Derivate sind insofern auch zur Absicherung gegen Währungsrisiken geeignet. Es gibt „Calls“, die an Wert gewinnen, wenn die Kurse steigen, und „Puts“ für fallende Notierungen. Währungszertifikate sind eher selten.

Das richtige Papier wählen

Dabei hält der Basiswert für Derivatekäufer seine Tücken bereit. Der Devisenkurs ist der Preis einer Währung in einer anderen. Anleger müssen den Basiswert und die Wechselkursberechnung genau betrachten, um je nach Markterwartung das richtige Papier auszuwählen. Eine Mengennotierung gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung (Basiswährung) in der Einheit der ausländischen Währung an. Bei der Preisnotation ist das umgekehrt. Beziehen sich Derivate auf das Verhältnis zweier Auslandswährungen, macht sich die Entwicklung des Euro für Anleger im Euro-Raum zusätzlich in der Rendite bemerkbar.

Am beliebtesten ist die Spekulation auf das Wechselkurspaar Euro-Dollar, aber auch Yen und Pfund sind gefragt. Ausgefallenere Währungen wie der australische Dollar oder der russische Rubel sind ebenfalls zu finden. Mit einigen Derivaten lassen sich zudem Anlagestrategien wie Carry-Trade-Spekulationen verfolgen. Dabei nehmen Investoren in einem Land mit niedrigen Zinsen Kredite auf - lange waren das die Schweiz und Japan - und legen es in einer Hochzinswährung an. Da allerdings besonders der Yen an Stärke gewonnen hat, waren solche Strategien zuletzt nicht besonders erfolgreich.

Schwer vorhersehbar

Auch wenn sich immer mehr Privatanleger für Währungen interessieren: Ein solches Investment bleibt riskant. An den Finanzmärkten gilt kein Metier als schwieriger vorhersehbar. Die Einflussfaktoren auf die Wechselkurse sind vielfältig: Neben dem Zinsgefüge in den einzelnen Ländern beeinflussen Inflationsraten, Kapitalströme, Konjunkturdaten, das Verhalten der Notenbanken oder politische Ereignisse die Kurse im Devisenhandel. Die Währungsmärkte reagieren vergleichsweise schnell und gelten als die liquidesten überhaupt. Es wird rund um den Globus gehandelt, und das rund um die Uhr.

Die Devisenmärkte in Schwellenländern mögen locken, doch sie sind weniger liquide und häufig kaum reguliert. „All diese Faktoren einzuschätzen erfordert eine Menge Erfahrung und Marktnähe“, sagt Werner Eppacher, Fondsmanager der DWS. Hier könnten aktiv verwaltete Währungsfonds den Vorteil ihrer Flexibilität ausspielen. Der DWS Global FX Select Plus brachte es im Jahr 2008 auf einen Ertrag von 2,8 Prozent, der Oppenheim-Fonds auf plus 6,9 Prozent. Damit liegen beide über dem Durchschnittswert von 0,2 Prozent aus 29 durch das Analysehaus Fondsconsult untersuchten Währungsfonds.

„An Gebühren kommen auf die Fondsanleger in der Regel eine jährliche Managementgebühr von einem Prozent und teilweise eine Performancegebühr hinzu, die sich am Mehrertrag zum Geldmarkt orientiert und im Durchschnitt 20 Prozent des Ertragsplus beträgt“, erläutert Jan Richter von Fondsconsult und rät Anlegern nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern auch auf die Volatilität des Fonds zu achten. Zudem komme je nach der Art des Kaufs ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent hinzu. Die jährliche Verwaltungsgebühr der ETFs beläuft sich auf 0,3 Prozent, zwischen dem An- und Verkaufskurs (Spread) dürfen hier maximal 3 Prozent liegen, meist ist es weniger.

Erträge erzielen

Bei vielen Derivaten werden gar keine Gebühren erhoben. Auf jeden Fall schlägt auch hier der Spread zu Buche. Er ist um so höher, je illiquider die zugrundeliegenden Märkte sind. Dies gilt vor allem für exotischere Währungen. Anlegern entgehen aber teilweise auch mögliche Zinsdifferenzen zwischen den Ländern - vor allem dann, wenn die Zertifikate komplexer werden wie durch Bonusstrukturen. Sie schützen teilweise vor Kursverlusten.

Die meisten Devisenfonds zielen darauf ab, auf mittlere Sicht Erträge zu erzielen, die über den Geldmarktsätzen liegen. Besonders erfolgreich waren viele Fonds im vergangenen Jahr allerdings nicht, denn im Durchschnitt ist ihnen das nicht gelungen. Der Drei-Monats-Euribor lag in der Spitze bei 5,4 Prozent, im Tief waren es 2,5 Prozent. In diesem Jahr haben bisher die Fonds die Nase vorn. Der Euribor hätte umgerechnet 0,37 Prozent erbracht, für die Fonds ergab sich zuletzt ein Durchschnittsertrag von 1,25 Prozent. „Währungen bieten in jeder Phase des Konjunkturzyklus interessante Ertragschancen“, sagt Eppacher. Und gerade die starken Schwankungen, die an den Währungsmärkten zurzeit herrschen, eröffneten attraktive Investmentgelegenheiten.

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Jahrgang 1967, Redakteurin in der Wirtschaft.

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