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Zertifikate und ETFs

Devisen Wie Anleger in Währungen investieren können

Devisenmärkte gelten als hochliquide und wenig korreliert zu Aktien. Mit Fonds und Derivaten können Anleger in Währungen investieren. Aber auch hier gab es Einbußen. An den Finanzmärkten gilt kein Metier als schwieriger vorhersehbar.

© REUTERS Vergrößern Die Weltmärkte im Blick: Währungshändler an der Börse

Immer mehr Privatanleger zeigen Interesse an Währungsanlagen. Zwar gilt gerade die Prognose von Devisenkursen als besonders schwierig. Auch die Eigenheiten dieser Anlageklasse bergen so manchen Stolperstein. Gleichwohl hat sie ihre Vorteile. Der Devisenmarkt ist hochliquide. Zudem gilt er als wenig korreliert zu anderen Anlageformen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen. Dennoch haben Anleger auch mit manchen Währungsinvestments zuletzt einiges verlieren können.

Kerstin Papon Folgen:  

So haben Investoren nun das Nachsehen, die in den vergangenen zwölf Monaten auf einen im Vergleich zu anderen großen Währungen starken Euro gesetzt hatten. Der amerikanische Dollar hat gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung 17 Prozent an Wert gewonnen, der japanische Yen sogar 36 Prozent. Für den Schweizer Franken beträgt das Plus knapp 10 Prozent. Anders sieht es mit dem britischen Pfund oder dem brasilianischen Real aus. Beide Währungen haben zum Euro abgewertet, und zwar um 15 beziehungsweise 13 Prozent.

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Währungszertifikate eher selten

Noch immer sind Währungsanlagen eher die Ausnahme, doch das Anlegerinteresse und mithin auch die Möglichkeiten, im Devisenmarkt zu investieren, nehmen stetig zu. Neben etlichen spekulativen Hebelpapieren und einigen konservativeren Anlagezertifikaten finden Anleger rund 25 aktiv verwaltete Währungsfonds oder auch kostengünstigere börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Während Investoren mit den Derivaten vor allem auf die Bewegungen einzelner Wechselkurse setzen und damit von jeglicher Kursrichtung profitieren können, folgen Fonds bestimmten Strategien oder Modellen und kombinieren mehrere Devisengeschäfte miteinander, um die Renditen zu maximieren. An der Deutschen Börse in Frankfurt sind vier ETFs börsennotiert, die sich auf Währungsstrategien beziehen. Emittentin ist die Deutsche Bank.

Die ersten Devisenfonds gab es im Jahr 2004. Zuvor durften Währungsspekulationen in Fonds nur zur Absicherung erfolgen. Immer mehr Anleger scheinen sich für Währungsfonds als Beimischung in ihren Portfolios zu entscheiden, heißt es von der Kölner Bank Sal. Oppenheim. Im vergangenen Jahr sind dem hauseigenen OP FX Opportunities netto 20 Prozent an Mitteln zugeflossen. Dieser Fonds basiert vor allem auf quantitativen Modellen ergänzt um qualitative Kriterien.

Etwa 10.000 derivative Wertpapiere gibt es an der Stuttgarter Börse, die sich auf Währungen beziehen; häufiger als früher sind sie dort unter den täglichen Umsatzspitzenreitern zu sehen. Das hört sich viel an, ist aber vergleichsweise wenig. Insgesamt dürften sich rund 350.000 verschiedene Derivate am Markt befinden. 99 Prozent der Währungsprodukte sind spekulativ, da sich mit ihnen besonders gut auf die Bewegungen der Devisenkurse (Basiswerte) setzen lässt. Durch die Optionsscheinen und Knock-out-Papieren eigene Hebelwirkung können Anleger mit einem vergleichsweise geringen Einsatz überdurchschnittlich gewinnen, aber eben auch verlieren. Derivate sind insofern auch zur Absicherung gegen Währungsrisiken geeignet. Es gibt „Calls“, die an Wert gewinnen, wenn die Kurse steigen, und „Puts“ für fallende Notierungen. Währungszertifikate sind eher selten.

Das richtige Papier wählen

Dabei hält der Basiswert für Derivatekäufer seine Tücken bereit. Der Devisenkurs ist der Preis einer Währung in einer anderen. Anleger müssen den Basiswert und die Wechselkursberechnung genau betrachten, um je nach Markterwartung das richtige Papier auszuwählen. Eine Mengennotierung gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung (Basiswährung) in der Einheit der ausländischen Währung an. Bei der Preisnotation ist das umgekehrt. Beziehen sich Derivate auf das Verhältnis zweier Auslandswährungen, macht sich die Entwicklung des Euro für Anleger im Euro-Raum zusätzlich in der Rendite bemerkbar.

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Veröffentlicht: 27.02.2009, 06:23 Uhr


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