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Devisen- und Rohstoffe Dollar legt zu - Ölpreis gibt weiter nach

 ·  An den Finanzmärkten halten die Turbulenzen an, allerdings gibt es inzwischen Anzeichen für eine strukturelle Veränderung der Anlagethemen. Sie zeigen sich in Form der anhaltenden Korrektur an den Energie- und Rohstoffmärkten.

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An den Finanzmärkten halten die Turbulenzen an, allerdings gibt es inzwischen Anzeichen für eine strukturelle Veränderung der Anlagethemen. Sie zeigen sich in Form der anhaltenden Korrektur an den Energie- und Rohstoffmärkten.

So hat der Ölpreis in Dollar in den vergangenen zwei Wochen knapp 17 Prozent nachgegeben von seinem Rekordhoch, das er noch Anfang der Monats erreicht hatte. Am Dienstag näherte er sich im Tagesverlauf sogar der Marke von 120 Dollar je Barrel der Sorte WTI. Der Blick auf die Positionierung an den Terminmärkten zeigt, dass die Marktteilnehmer inzwischen nicht mehr auf weiter steigende Preise setzen, sondern sie sind inzwischen sogar leicht „short“. Das heißt, sie rechnen im Kern mit einem weiter fallenden Preis und wollen sich dagegen absichern oder sogar daran verdienen.

Gaspreiskorrigiert stärker als der Ölpreis - Euro verliert an Flair

Die Situation am Markt für Gas ist noch ausgeprägter. Der Gaspreis hat an der New York Mercantile Exchange seit Beginn den Monats knapp 34 Prozent nachgegeben auf zuletzt 9,04 Dollar für eine Million British Thermal Units oder für ein MMBtu. Ein Btu ist definiert als die Wärmeenergie, die benötigt wird, um ein britisches Pfund Wasser von 63 Grad Fahrenheit auf 64 Grad Fahrenheit zu erwärmen. In diesem Markt setzen die Anleger sogar noch deutlicher auf fallende Kurse als bei Öl.

Die Gründe dafür lassen sich gleich zweifach ableiten. Erstens wird immer deutlicher, dass sich Europa und auch der Rest der Welt kaum wird von der konjunkturellen Schwäche in den Vereinigten Staaten abkoppeln können. In Europa deuten viele Indikatoren auf eine wirtschaftliche Abkühlung in den kommenden Monaten hin. Die Stimmungsindikatoren sind in den vergangenen Wochen förmlich eingebrochen. In der vergangenen Woche fiel der Ifo-Index genauso enttäuschend aus, wie am Montag das GfK-Verbrauchervertrauen. Das nimmt das Flair vom Euro, der in den vergangenen Monaten noch von der Zinsphantasie hatte profitieren können.

Auf der anderen Seite zeichnet sich ein Rückgang der Erdölnachfrage in Europa und nun auch den Vereinigten Staaten ab. Die Analysten der Unicredit rechnen damit, dass sie von 20,7 Millionen Fass pro Tag im laufenden Jahr auf 19,25 Millionen Barrel im kommenden Jahr zurückgehen wird. Laut Federal Highway Administration ist die Zahl der in den Vereinigten Staaten zurückgelegten Kilometer in den sechs Monaten von November 2007 bis April 2008 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 2,25 Prozent gesunken. Dies ist der stärkste Rückgang seit der „double-dip“ Rezession der Jahre 1980/81. Insgesamt lag die amerikanische Ölnachfrage in den ersten vier Monaten des laufenden Jahre Jahres um 800.000 Fass pro Tag unter dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Hoher Ölpreis - nachlassende Nachfrage - freie Förderkapazitäten nehmen zu

Die amerikanischen Verbraucher reagieren auf die hohen Preise, den schwachen Arbeitsmarkt und den aufgrund der Immobilien- und Kreditkrise allenfalls verhaltenen Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung, indem sie weniger fahren und indem sie auf Autos mit geringerem Verbrauch umsteigen. Aus diesem Gründen könnte die Nachfrage nach Öl in den kommenden Monaten deutlicher zurückgehen, als in der Vergangenheit bei ähnlicher Konstellation.

Kam der Nachfragezuwachs der vergangenen Jahre aus den rasch wachsenden Schwellenländern, so zeichnen sich auch dort Änderungen ab. Denn die Regierungen haben in den vergangenen Wochen die vielfach subventionierten Energiepreise angehoben, da die Subventionen sonst zu teuer geworden wären. Auch solche Preissteigerungen dürften sich bei den Nachfrage bremsend bemerkbar machen, auch wenn das nicht alle so sehen. Schon in den vergangenen Wochen hatte die IEA angedeutet, dass sie in den kommenden zwei Jahren mit einem deutlichen Anstieg der freien Förderkapazitäten der Opec rechnet. So sollte auch das zu einer gewissen Entspannung am Ölmarkt beitragen können.

Im Rahmen von Gewinnmitnahmen scheint sogar ein deutlicher Rückgang des Ölpreises nicht ausgeschlossen zu sein. Das könnte die Börsen nach oben treiben, weil die Börsianer rasch vermuten würden, der Preisauftrieb werde nachlassen und die Zentralbanken müssten die Zinsschrauben nicht mehr weiter anziehen. Auf der anderen Seite heißt das noch lange nicht, dass die Unternehmen ihre Gewinne werden deutlich steigern können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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