31.03.2005 · Die tschechische Krone befindet sich gegen den Euro in einem Aufwertungstrend. Allerdings bietet sie kaum einen Zinsvorteil und auch die politische Lage spricht nicht unbedingt für sie. Eine gewisse Vorsicht dürfte nicht schaden.
Am Donnerstag setzt sich die Serie der Zinssenkungen in den mitteleuropäischen Staaten fort. Nach Ungarn und Polen war nun die tschechische Zentralbank an der Reihe. Sie senkte den Leitzins um einen Viertel-Prozentpunkt auf nun zwei Prozent und zog auf diese Weise mit dem Zinsniveau in Euroland gleich.
Die Währung des Landes reagierte auf diese nicht ganz unerwartete Entscheidung mit leichten Kursgewinnen. Nach 30,02 Kronen am Mittwoch sind nun noch 29,944 tschechische Kronen nötig, um einen Euro erwerben zu können.
Tschechische Krone bietet kaum Zinsvorteile ...
Diese Entwicklung widerspricht zunächst den immer wieder zu hörenden Argumenten, steigende Zinsen stimulierten eine Währung und fallende brächten sie in die Defensive. Sie mögen zwar logisch klingen, sind aber nicht immer. Denn der Kursverlauf von Währungen läßt sich nicht eindimensional erklären - wenn überhaupt.
Für die Kursgewinne trotz der Zinssenkung mag die Tatsache mitverantwortlich sein, daß die Währung des Landes in den vergangenen Tagen unter anderem auf Grund der veränderten Zinswahrnehmung in Amerika unter Druck geraten war und deutliche Kursverluste hinnehmen mußte. Sie dürften an sich bei der tschechischen Krone an sich wenig verwundern. Denn im Unterschied zu Polen oder Ungarn bietet der Zins- und Rentenmarkt des Landes im Vergleich mit dem Euro-Markt kaum Zinsvorteile.
Nicht nur der Leitzins liegt inzwischen auf demselben Niveau, sondern auch die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liegt mit 3,826 Prozent nur knapp über den 2,643 Prozent über jener von Bundesanleihen vergleichbarer Laufzeit. Zinsarbitrage oder Zinsvorteile sprechen damit kaum für die Währung Tschechiens.
... allerdings hält der Aufwärtstrend an
Auch die politische Landschaft spricht nicht gerade für die Währung, denn die Regierung des Landes steht vor unruhigen Zeiten, nachdem die christdemokratische Partei des Landes ihre drei Minister aus der Regierung zurückgerufen hat. Selbst die Börse des Landes scheint mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 32,7 und knapp 18 auf Basis der abgelieferten und der für das laufende Jahr geschätzten Gewinne und mit einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent nicht sonderlich günstig aus.
Auf dieser Basis scheint man die Währung mit einer gewissen Vorsicht betrachten zu müssen. Was für sie spricht ist allenfalls die geringe Inflationsrate von 1,7 Prozent im Lande, sie dürfte unter anderem von der Aufwertung der Währung in den vergangenen Monaten und Jahren mitverursacht worden sein, und - zumindest gemessen an der Kaufkraftparität - eine gewisse Unterbewertung.
Im Fazit scheint es grundsätzlich relativ wenige Argumente zu geben, die für die tschechische Währung sprechen. Auf der anderen Seite befindet sie sich trotz aller Widrigkeiten in einem lang- und mittelfristigen Aufwertungstrend gegen den Euro. So lange er anhält, dürfte es nicht sinnvoll sein, sich dagegen zu stellen. Absicherungsstrategien dürften jedoch sicherlich nicht schaden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |