22.08.2007 · Was haben Japan und China gemeinsam? Sie halten ihre Währungen entweder durch massive Interventionen oder extrem geringe Nominalzinsen künstlich tief. Neuerdings wertet der Yuan gegen den Hongkong-Dollar ab, gegen den Euro sowieso.
Was haben Japan und China gemeinsam? Sie halten ihre Währungen entweder durch massive Interventionen oder extrem geringe Nominalzinsen künstlich tief, um auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exportunternehmen zu stützen.
Gemessen an Gleichgewichtsmodellen wie der Kaufkraftparität sind beide Währungen insbesondere gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet. Das hinderte in den vergangenen Jahren jedoch weder den Yen noch den Yuan, im Trend gegen die europäische Einheitswährung abzuwerten.
Versucht China den unterbewerteten Yuan nun auch noch zu schwächen?
Der Yen tat dies aufgrund der Zinsdifferenz, die sowohl heimische als auch internationale Anleger bei hohem Risikoappetit und extrem tiefen Volatilitäten zu den so genannten Carry Trades inspiriert hatte. Der Yuan verlor aufgrund der Dollarschwäche an Wert gegen den Euro, obwohl er gegen die amerikanische Währung nach der Abkoppelung vom festen Wechselkurs vor etwas mehr als zwei Jahren zunächst leicht aufgewertet hatte.
Inzwischen scheint es jedoch zu einer Gegenbewegung zu kommen. Denn in den vergangenen Tagen hat der Yuan gegen den Dollar wieder an Wert verloren. Im Markt kursiert die Vermutung, China könnte auf diese Weise versuchen, in einem Umfeld mit zunehmenden Handelsspannungen - sie zeigen sich in Form vermehrter Meldungen von europäischer, amerikanischer und inzwischen auch chinesischer Seite, nach welchen Importprodukte „spezifische Qualitätsnormen“ nicht erfüllten - versuchen könnte, den japanischen Merkantilismus noch ausgeprägter als bisher zu imitieren.
Solche Meldungen deuten auf zunehmend protektionistische Tendenzen hin. Denn nichts braucht China angesichts der massiven und rasch zunehmenden Handelsbilanzüberschüsse weniger, als eine künstlich tief gehaltene Währung. Für Japan gilt ähnliches. Auch andere Maßnahmen deuten in eine ähnliche Richtung, unter anderem die Erlaubnis für chinesische Anleger, Wertpapiere im Ausland kaufen zu können. Da diese zunächst auf Aktien in Hongkong begrenzt ist, treibt es dort die Aktien nach oben, nachdem die Papiere an den chinesischen Börsen längst völlig überteuert sind.
Yuan wertet gegen den Hongkong-Dollar seit kurzem wieder ab
Tatsächlich zeigt sich diese Entwicklung auch am Verhältnis zwischen dem Yuan und dem Hongkong-Dollar. Denn dort scheint es zu einer Trendwende gekommen zu sein, nachdem der Yuan in den vergangenen zwei Jahren etwa zehn Prozent aufgewertet und die Marke von einem Hongkong-Dollar überwunden hatte. Nach 1,0355 sind am Mittwoch nur noch 1,0270 Hongkong-Dollar nötig, um einen Yuan erwerben zu können.
Zusammen mit der vierten Zinserhöhung um 0,18 Prozentpunkte auf zuletzt 7,02 Prozent für eine Laufzeit von einem Jahr und um 0,27 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent bei einer Laufzeit von drei Monaten dürfte die Strategie darauf abzielen, das ausgeprägte Inflationsproblem Chinas, das sich in Form überteuerter Aktien ebenso zeigt wie in Form einer deutlich steigenden Inflationsrate - insbesondere bei Nahrungsmitteln -, zu bekämpfen.
Aus diesem und auch aus handelspolitischen Gründen scheint man bestrebt zu sein, den Aufwertungsdruck vom Yuan zu nehmen, um die massiven Kapitalzuströme zu bremsen. Das dürfte allerdings kaum gelingen, so lange die wirtschaftliche Abhängigkeit Chinas vom Außenhandel bestehen bleibt und die Handelsüberschüsse immer größer werden lässt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |