15.07.2005 · Seit Jahresbeginn konnte nicht nur der amerikanische Dollar gegen den Euro Boden gut machen, sondern noch deutlicher die mittel- und südamerikanischen Währungen. Sie profitieren vom Risikoappetit internationaler Anleger.
Nach eindeutigen „Antidollartrends“ in den vergangenen Jahren hat sich in diesem Jahr die Stimmung im Devisenmarkt gedreht. Nicht nur der Dollar konnte sich seit Jahresbeginn von seinen Tiefs gegen den Euro und auch den Yen erholen, sondern auch eine Reihe anderer Währungen.
Allen voran die Währungen aus Südamerika. Der brasilianische Real, der Uruguay-Peso, der mexikanische Peso und sogar der argentinische Peso konnten gegen die europäische Einheitswährung an Boden gut machen und bis zu knapp 27 Prozent zulegen.
Nette Währungsgewinne für internationale Anleger mit Risikoneigung
Das dürfte ein schönes Bild sein für europäische Anleger, die sich in den vergangenen Jahren süd- oder mittelamerikanische Wertpapiere ins Depot legten. Denn sie konnten nicht nur vergleichsweise hohe Zinsen mit Anleihen einstreichen, sondern mit Aktien auch nette Kursgewinne. Bei Aktien zumindest dann, wenn sie sie länger hielten. Bei Anleihen zeigten sich allerdings die Risiken in Form von zum Teil deutlichen Kursturbulenzen in der Zwischenzeit.
Nun werden jedoch die risikofreudigen Marktteilnehmen zusätzlich mit Währungsgewinnen belohnt. Während die Börsen und die Rentenmärkte zumindest in Brasilien Stagnationssignale senden. Die mexikanische Börse dagegen hat in den vergangenen Wochen wieder ihren eindrucksvollen Aufwärtstrend aufgenommen und gemessen am IPC-Index sogar neue Hochs generiert.
Das südliche Nachbarland der Vereinigten Staaten profitiert offensichtlich vom anhaltenden Wirtschaftsboom in der nördlichen Nachbarschaf, auch wenn er mit tiefen Zinsen und hohen Staatsausgaben künstlich erzeugt ist und strukturell auf eher tönerne Füßen steht. Gleichzeitig fließen auf Grund der relativ hohen Bewertung amerikanischer Aktien und der besseren Konjunkturaussichten viele internationale Gelder in die Schwellenländer. Sie treiben dort nicht nur die Aktienkurse nach oben, sondern auch die Wechselkurse.
Brasilianischer Real profitiert von verbesserter Finanzlage
Brasilien profitiert unter anderem von der zunehmenden Einbindung in das weltwirtschaftliche Geschehen, insbesondere jedoch vom bisher anhaltenden Rohstoffboom. Strukturelle Probleme im Inland scheinen zumindest im Moment keine Rolle zu spielen, da sich die außenwirtschaftliche und auch die Finanzsituation deutlich verbessert hat. Ähnliches scheint auch für Staaten wie Argentinien, Kolumbien und auch Peru zu gelten.
Auch ihre Währungen haben seit Jahresbeginn gegen den Euro stärker aufgewertet als der amerikanische Dollar selbst. Mit dem Greenback ist ein breiter „Dollarblock“ mitgelaufen, der von den nahöstlichen Währungen bis hin zu den asiatischen reicht. Deutlicher gegen den Euro abgewertet haben dagegen der südafrikanische Rand, die schwedische Krone auf Grund der jüngsten Zinssenkung und der polnischer Zloty.
Solche Währungs- und Anlagetendenzen dürften anhalten, solange sich die Wahrnehmung festsetzt, daß sich die Weltwirtschaft robust weiterentwickelt und solange keine Risiken absehbar sind. Selbst die Attentate in London haben nur eine vorübergehende Rolle gespielt. Allerdings dürfte sich bei diesem Szenario früher oder später die Frage stellen, wie steigende Rohstoffpreise in das Bild passen und wie lange sie vereinbar sind mit den tiefen Zinsen und hohen Geldmengen in weiten Teilen der Welt. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, den Trends zu folgen, sie jedoch nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn bei allem Optimismus, Kursgewinne und Vermögenszuwächse sind erst dann real, wenn sie auch realisiert sind.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |