26.05.2008 · Mit der kurzfristigen Renaissance des Risikoappetits der vergangenen Wochen konnte sich vorübergehend der hoch verzinsliche, südafrikanische Rand von der Kursschwäche erholen. Damit scheint es jedoch inzwischen wieder vorbei zu sein.
Mit der kurzfristigen Renaissance des Risikoappetits der vergangenen Wochen konnte sich vorübergehend auch der hoch verzinsliche, südafrikanische Rand von der durch die Kreditkrise wenn nicht unbedingt ausgelösten, so doch verstärkten Kursschwäche erholen.
Damit scheint es jedoch inzwischen wieder vorbei zu sein. Die Währung hat den im März etablierten, kurzfristigen Aufwärtstrend durchbrochen und befindet sich am Montag sowohl gegen den Euro als auch gegen den Dollar in der Defensive. Gegen den Euro steigt der Kurs um 0,3 Prozent auf 12,1249 Rand je Euro und gegen den Dollar sogar um 0,58 Prozent auf 7,6975 Rand. Da auf diese Weise mehr Einheiten der südafrikanischen Währung nötig, werden, um eine Einheit einer anderen Währung zu erwerben, wertet der Rand ab.
Währungsschwankungen können Zinsdifferenzen innerhalb kurzer Zeit mehr als überkompensieren
Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens nimmt im Rahmen einer gewissen Risikoaversion bei den internationalen Anleger der Reiz hoher Zinsen generell ab. So zieht ein Zinssatz von 12,15 Prozent bei einer Laufzeit von drei Monaten oder eine Rendite von 9,6 Prozent längst nicht mehr so stark, wie noch vor ein, zwei Jahren, als die Anleger bei Auslandsanlagen die Währungsrisiken ausblendeten oder gar von aufwertenden Währungen ausgingen.
Inzwischen ist jedoch wieder einmal deutlich geworden, dass Währungsschwankungen Zinsdifferenzen innerhalb kurzer Zeit mehr als überkompensieren können. Immerhin ist der Kurs des Rand gegen den Euro alleine von Oktober des vergangenen Jahres bis Ende März des laufenden Jahres um 37 gestiegen. Eine Zinsdifferenz von 7,3 Prozentpunkten bei einer Laufzeit von drei Monaten ist nichts dagegen.
Daneben gibt es weitere Argumente, die gegenwärtig gegen die südafrikanische Währung sprechen. Als erstes zählen dazu die Unruhen, die sich in Form von Mord und Totschlag gegenüber Einwanderern zeigen, obwohl sich diese in noch größerer Not befinden, als die Bewohner der Armutsviertel in Südafrika selbst (siehe auch: Gewalt gegen Ausländer: Südafrikas hässliche Fratze). Desweiteren schwächt sich das südafrikanische Wirtschaftswachstum ab. Das Bruttoinlandsprodukt lag im ersten Quartal unter anderem aufgrund der Stromknappheit nach Analystenschätzungen gerade noch bei 2,6 Prozent, nach 5,3 Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres.
Die Produktion (Manufacturing) hatte im März auf Jahresbasis in Minus von 1,1 Prozent verzeichnet, der Einzelhandelsumsatz war im selben Monat auf Jahresbasis um 1,7 gefallen, während die KFZ-Umsätze im April um 2,8 Prozent zurückgegangen waren. Das sind neben den Unruhen keine sonderlich guten Vorzeichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Auf der anderen Seite musste die südafrikanische Zentralbank aufgrund steigender Preise und rasch wachsender Privatkredite - die Zuwächse betrugen alleine im März noch 22,6 Prozent auf Jahresbasis - in den vergangenen Monaten den Leitzins von sieben Prozent im Juni des Jahres 2006 in neun Schritten auf zuletzt 11,5 Prozent erhöhen.
Deutlich steigende Preise
Der Blick auf die Entwicklung der Produzentenpreise und der Inflationsrate in den vergangenen Monaten legt zusammen mit der Wahrnehmung der Zentralbank, die Inflationserwartungen hätten in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen, eine anhaltend restriktive Geldpolitik nahe. Das heißt, die Zentralbank kann die strukturell schwächelnde Wirtschaft nicht mit Zinssenkungen unterstützen. Das alleine dürfte die Währung in einem volatilen Umfeld nicht gerade beflügeln.
Kurzfristig dürfte auch die Tatsache eine Rollen spielen, dass die Übernahme des Telekomkonzerns MTN durch die indische Bharti Airtel gescheitert ist. Diese Transaktion hätte bei einer Marktkapitalisierung des Unternehmens von 275 Milliarden Rand bei einer Volkswirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt von 255 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr einen beachtlichen Einfluss gehabt, wenn die Inder die Devisen hätten erwerben müssen. Nun kommt es zu einer Gegenreaktion, da sie sich im Vorfeld der Transaktion über Optionen dürften abgesichert haben. Nun werden diese Positionen - potentielle Rand-Käufe - aufgelöst werden können.
Faktisch dürfte die Entwicklung der südafrikanischen Währung bis aus weiteres volatil bleiben. Das macht südafrikanische Wertpapiere für ausländische Anleger riskant. Sie dürften erst dann wieder zugreifen, wenn der Risikoappetit wieder zunähme und sobald absehbar wird, dass sich die politische und wirtschaftliche Lage in Südafrika wieder stabilisiert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |