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Devisen Stimmungsumschwung gegen den Dollar

16.03.2006 ·  Nach einer Kurserholung im vergangenen Jahr schien der Dollar auch im laufenden Jahr von einer gewissen Zinsphantasie profitieren zu können. Allerdings hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen gegen den Greenback gewandt.

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Nach einer ausgeprägten Abwertungsphase in den Jahren 2002 bis Ende 2004 hatte sich der Dollar im vergangenen Jahr aufgrund steigender Zinsen in Amerika am kurzen Laufzeitende gegen Euro und Yen erholen können. Allerdings scheint nun die Luft aus dieser Bewegung weitgehend entwichen zu sein.

Das dürfte kaum verwundern, denn die makroökonomischen Zahlen, die in den vergangenen Tagen aus den Vereinigten Staaten kamen, waren alles andere als überzeugend. So scheint sich zwar der amerikanische Arbeitsmarkt zumindest statistisch einigermaßen robust zu entwickeln, auf der anderen Seite steigen jedoch die Löhne trotz steigender Lebenshaltungskosten kaum. Kein Wunder also, daß der Konsum bei steigenden Zinsen und stagnierendem Immobilienmarkt schwächelt. Dabei war gerade der Konsum bisher das schwache Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft.

Gemischte Signale von der Wirtschaft - zunehmende externe Ungleichgewichte

Gleichzeitig laufen die internen und externen Ungleichgleichgewichte - es entstehen immer neue Minus-Rekorde beim Bundesetat und in der Handels- und Leistungsbilanz - immer weiter aus dem Ruder und erhöhen auf diese Weise die Abhängigkeit Amerikas von ausländischem Kapital. Auf der anderen Seite scheint auch der Zinsvorteil, von dem der Dollar in den vergangenen Monaten zumindest kurzfristig profitieren konnte, gefährdet zu sein. Denn erstens zeichnen sich in Europa ebenfalls weitere Zinserhöhungen ab. Zweitens scheint auch Japan die extrem expansive Geldpolitik der Vergangenheit beenden zu wollen.

Das dürfte nach Interpretation des BNP-Währungsstrategen Ian Stannard dazu beigetragen haben, daß sich die Stimmung unter vielen professionellen Anlegern in den vergangenen Wochen wieder gegen den Dollar gewendet hat. Das zeigt sich am BNP Paribas /I&PE-Investment Manager's Expectations Indicator, der einmal monatlich die Stimmung unter mehr als 100 Fondsmanagern in Bezug auf die verschiedenen Finanzmärkte erfaßt. Auf Basis dieser Daten errechnet die Bank für jede Vermögensklasse einen Stimmungsindikator und einen so genannten Diffusions-Index, der das Verhältnis zwischen „bullischen“ und „bearischen“ Anlegern abbildet.

In den vergangnen Wochen verzeichnete der Währungs-Diffusionsindex die ausgeprägtesten Änderungen. Er ist im März von minus 14,7 auf minus 30 und damit auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen, angeführt von der Stimmung im Dollar-Yen-Bereich. Dort hat die Anzahl derjenigen, die einen stärkeren Yen erwarten, zugenommen, während gleichzeitig die Anzahl de „Dollarbullen“ abgenommen hat. Dagegen scheint sich die Stimmung an den Rentenmärkten langsam zu stabilisieren, während der Optimismus an den Börsen auf dem erreichten Niveau stagniert.

Entwicklung hängt an den Zinserwartungen

Insgesamt scheint deutlich zu werden, daß an den Finanzmärkten gegenwärtig vieles in der Schwebe befindet und sowohl von der Wirtschaftsentwicklung als auch von den dadurch induzierten Zinserwartungen abhängt. Sollte die amerikanische Konjunktur abflauen, dürften die Zinserwartungen nachlassen und den Dollar in der Tendenz weiter in die Defensive bringen. Auf der anderen Seite versucht Japan zwar, seinerseits Zinserwartungen zu dämpfen, um auf diese Weise die Währung schwach zu halten. Aber zu tiefe Zinsen - sie sind real negativ - und eine zu lockere Geldpolitik können die Wirtschaft des Landes deutlich in Schwung bringen und an den Finanzmärkten die Kurse nach oben treiben. Beides zusammen scheint nach einem verzögerten Beginn überraschend starke Zinserhöhungen in Japan denkbar werden zu lassen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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