16.08.2006 · Hatte die schwedische Krone im vergangenen Jahr gegen den Euro und vor allem auch gegen den Dollar eine ausgeprägte Schwächephase, so hat sie sich davon in den vergangenen Monaten wieder deutlich erholt. Hintergrund: Zinsphantasie.
Hatte die schwedische Krone im vergangenen Jahr gegen den Euro und vor allem auch gegen den Dollar eine ausgeprägte Schwächephase, so hat sie sich davon in den vergangenen Monaten wieder deutlich erholt.
So fiel der Kurs von einem Hoch von 8,2850 Kronen je Dollar auf zuletzt 7,2065 Kronen je Dollar und von 9,6320 Kronen je Euro im November des vergangenen Jahres auf zuletzt 9,2053 Kronen je Euro. Beide Trends deuten auf eine weitere Aufwertung der schwedischen Währung hin.
Schwedische Wirtschaft zeigt sich dynamisch - starke Auftragseingänge
Hintergrund ist die wirtschaftliche Entwicklung im Land, hat sich doch die wirtschaftliche Aktivität im Juni weiter belebt. Der saisonale Aktivitätsindex legte im Juni saisonal bereinigt im Vergleich mit dem Mai nur um 0,1 Prozent zu, im Vergleich mit dem Vorjahresmonat liegt das Plus jedoch bei 4,5 Prozent. Der Index ist eine Kombination aus fünf ökonomischen Variablen: Der Industrieproduktion, der Anzahl der gearbeiteten Stunden im öffentlichen Sektor, Einzelhandelsumsatz und den Im- und Exporten.
In den vergangenen Monaten scheinen sich vor allem die Umsätze im Einzelhandel und der Export gut entwickelt zu haben. Dazu kommen starke Auftragseingänge. Denn nach vorläufigen Schätzungen liegt der Zuwachs im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich mit dem ersten Quartal bei 5,3 Prozent. Die Eingänge im Exportbereich legten um sechs Prozent zu, jene im Binnenmarkt um 4,2 Prozent.
Dabei scheint die Entwicklung in jüngster Zeit angezogen zu haben. Denn die neuen Aufträge legten von Mai bis Juni um 12,2 Prozent zu. Mit einem Plus von 19,2 Prozent zeigten die Exportaktivitäten besondere Dynamik. Vor allem die Nachfrage nach Kapitalgütern scheint zuzunehmen, denn in diesem Bereich stiegen die Aufträge von Mai bis Juni um knapp 24 Prozent.
Schwedische Zentralbank in einem Zinserhöhungszyklus
Auf dieser Basis dürfte es kaum verwundern, daß die schwedische Zentralbank im laufenden Jahr schon dreimal den Leitzins angehoben hat von 1,5 Prozent auf zuletzt 2,25 Prozent. Gleichzeitig hat sie drei weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr angekündigt. So dürfte es ebenfalls nicht verwundern, daß die Währung des Landes zur Stärke neigt. Als kritischer Beobachter wird man sich allerdings fragen können, ob die Zinssenkungen der Zentralbank in den Jahren 2003 bis 2005 in ihrer raschen Folge und auch in ihrer Dimension gerechtfertigt waren. Denn geldpolitische Hektik verträgt sich langfristig kaum mit einer stetigen wirtschaftlichen Entwicklung. Immerhin werden die Erwartungen der Marktteilnehmer immer wieder neu justiert.
Fakt ist insgesamt, daß die Währung eine gewisse Zinsphantasie hat. Vor allem gegen den Dollar, sofern dort die Preisdaten weiterhin so milde ausfallen sollten wie am Dienstag.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |