24.02.2010 · Die Schweizer Zentralbank muss immer wieder gegen die Aufwertung des Frankens intervenieren. Der Aufwertungsdruck ist Folge des Abbaus von Positionen, die die Banken des Landes im Rahmen des Kreditwahns vor der Krise eingegangen waren.
Der Schweizer Franken ist stark. Diese Entwicklung ist nicht auf die Geldpolitik der Schweizer Zentralbank und nur bedingt auf die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft zurückzuführen, sondern auf den Strukturbruch, den die Finanzkrise mit sich brachte.
Wurden die Volkswirtschaften in den Dekaden vor der Kreditkrise primär durch extrem lockere Geldpolitiken weltweit und den Trend zur zunehmenden Verschuldung von Unternehmen, Haushalten und Staaten gekennzeichnet und getrieben, so hat das inzwischen ins Gegenteil gedreht.
Schweizer Banken reduzieren ihre Auslandsengagements
Die Schweiz ist exemplarisch dafür. Hatten die großen Banken des Landes im Rahmen des allgemeinen Spekulations- und Kreditwahns in der Vorkrisenzeit ohne Rücksicht auf Verluste und Risiken expandiert und ihre Bilanzen in den Jahren 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt, so schrumpfen sie seitdem.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Denn erstens waren die Institute für das kleine Land deutlich zu groß und nicht mehr tragbar geworden. Alleine die Bilanzsumme der UBS überstieg das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz - das durch die enorme Expansion des Finanzsektors zudem künstlich aufgebläht wurde - um ein Mehrfaches. Nachdem das Land stützend eingreifen musste, muss es nun daran interessiert sein, die Risiken dieser Riesen zu reduzieren.
Das führt dazu, dass die Banken ihre Auslandsengagements reduzieren. Die hatten nicht nur auf der Spekulationsseite extreme Ausmaße angenommen, sondern dazu geführt, dass in West- und Osteuropa die Bewohner ganzer Landstriche ihre Immobilien und Unternehmen in zinsgünstigen Schweizer Franken refinanziert wurden. Wechselkursrisiken wurden ausgeblendet, zumal Carry Trades dieser Art dazu beitrugen, dass der Franken in den Jahren 2002 bis 2007 im Trend gegen den Euro und andere europäische Währungen abwertete.
Zentralbank muss immer wieder gegen Aufwertung intervenieren
Mit der Krise jedoch kam das böse Erwachen. Sie führte zu einer so massiv zunehmenden Nachfrage nach Franken und trug dazu bei, dass die Währung der Schweiz so massiv aufwertete, dass die Schweizer Nationalbank in den vergangenen Monaten immer wieder intervenieren musste, um die Wechselkurse nicht überschießen zu lassen und die Exportindustrie asuzubremsen.
Die jüngsten Daten zeigen, dass Schweizer Banken vom Beginn der Kreditkrise bis Ende des Jahres 2009 Auslandsvermögen im Wert von mehr als einer Trillion Schweizer Franken abgebaut haben. Die Bilanz der UBS hat sich in dieser Zeit knapp halbiert. Auch die der Credit Suisse ist etwas kleiner geworden. Allerdings weniger ausgeprägt als die der UBS. Gerade in den vergangenen Monaten dürfte sie sogar wieder zugelegt haben, nachdem die Institute, die mit ihren Aktivitäten in die Krise geführt hatten, von Zentralbanken und Regierungen förmlich dazu animiert wurden, wieder große Räder zu drehen.
Dabei wird immer klarer, dass nach der Überschuldung von Unternehmen und Konsumenten nun die rasant zunehmenden Verbindlichkeiten der Staaten zu Turbulenzen führen. Sie dürften dazu beitragen, dass der Aufwertungsdruck auf den Franken andauern wird.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |