12.06.2008 · Mit einer Abwertung von knapp zehn Prozent seit Mitte März des laufenden Jahres gegen den Dollar zählt der Yen zu den schwächsten Währungen weltweit in diesem Zeitraum. Veränderte Zinserwartungen machen sich bemerkbar.
Mit einer Abwertung von knapp zehn Prozent seit Mitte März des laufenden Jahres gegen den Dollar zählt der Yen zu den schwächsten Währungen weltweit in diesem Zeitraum. Da gleichzeitig der Euro gegen die amerikanische Währung zwar etwas, jedoch deutlich weniger an Wert verloren hat, ist der Kurs des Euro gegen den Yen nach oben gelaufen. Mit 166 Yen je Euro liegt er nahe am Allzeithoch von knapp 169 Yen je Euro, das das Währungspaar noch im Juli des vergangnen Jahres markiert hatte.
Angesichts der jüngsten Tendenzen am Devisenmarkt scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis neue Rekordkurse erreicht werden. Denn nachdem der Yen inzwischen deutlich den mittelfristigen Aufwertungstrend gegen den Dollar gebrochen hat, deutet zumindest die Markttechnik auf eine weitere Abwertung des Yen hin.
Amerikanische Zentralbank sieht sich genötigt, denn Dollar zu stabilisieren
In einem Umfeld, in dem die amerikanische Zentralbank sich zunehmend genötigt sieht, aus Sorge über die hohen Energie-, Rohstoff- und Importpreise den Dollar hoch zu reden, scheint das die logische Konsequenz zu sein. Sollte sie dazu gezwungen werden, aus Glaubwürdigkeitsgründen den Worten auch Taten folgen zu lassen, gäbe das dem Dollar weiteres Aufwertungspotenzial.
Immerhin steht auf japanischer Seite eine Zentralbank gegenüber, die bisher wenig Bereitschaft erkennen lässt, die tiefen Zinsen zu erhöhen, obwohl sich das Land inzwischen aus seiner deflationären Phase befreien konnte. Nach den jüngsten Daten stiegen die japanischen Großhandelspreise im Juni mit einem Plus von 4,7 Prozent im Mai auf Jahresbasis so stark, wie seit 27 Jahren nicht mehr.
Auf der anderen Seite gingen jedoch die Gewinne der Unternehmen im ersten Quartal um 17,5 Prozent zurück, obwohl das Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten des Jahres bei annualisierten vier Prozent und damit über den Erwartungen des Marktes lag. Allerdings gingen die Ausgaben der Konsumenten ebenso zurück, wie die Produktion der Unternehmen, während die Arbeitslosigkeit zunahm. So steckt die japanische Zentralbank in der Zwickmühle, obwohl sie mit einer Zinserhöhung die verfügbaren Einkommen der an Ersparnissen reichen Konsumenten steigern könnte. So tendieren viele der japanischen Anleger angesichts tiefer Renditen trotz aller Risiken dazu, Gelder ins Ausland zu transferieren, um dort mehr Rendite als „zuhause“ zu erzielen.
Amerikanische Banken haben hohe Dollarforderungen
In Europa deutete die Zentralbank aufgrund der Preisentwicklung eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten an. Das gibt dem Euro zumindest kurzfristig noch einen gewissen Rückhalt. Allerdings sind die Risiken im Euroraum nicht mehr zu übersehen. So könnte der europäischen Einheitswährung die Zinsphantasie gerade dann ausgehen, wenn sich das Wachstum in Europa deutlicher abschwächen und wenn eine Dollarerholung zu einer Korrektur an den Rohstoffmärkten führen sollte.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich veröffentlichte jüngst in ihrem Quartalsbericht Zahlen, die zeigen, dass amerikanische Banken in den vergangenen Jahren zunehmende Bestände an Dollarforderungen akkumuliert haben. Daraus lässt sich eine gewisse Dollarnachfrage ablesen, die zunehmend aufkommen kann, falls der Dollar sich tatsächlich erholt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |