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Devisen & Rohstoffe Korrektur bei Energie und Rohstoffen

08.07.2008 ·  Noch bis vor kurzem sah es so aus, als ob die Preise von Energie und Rohstoffen nur nach oben laufen könnten. Inzwischen zeichnet sich eine Korrektur ab. Der Ölpreis hat innerhalb von zwei Tagen knapp sieben Prozent nachgegeben.

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Noch bis vor kurzem sah es so aus, als ob die Preise von Energie und Rohstoffen nur nach oben laufen könnten. Inzwischen zeichnet sich jedoch eine Korrektur ab. Immerhin hat der Ölpreis für die Sorte WTI innerhalb von zwei Tagen knapp sieben Prozent nachgeben auf zuletzt 135,6 Dollar. Die Preise für Weizen, Mais, Soja und Reis geben ebenso deutlich nach.

Der Grund ist ebenso einfach wie die Überraschung, dass die Preise überhaupt hatten so weit steigen können: Die schwache Wirtschaft in den Vereinigten Staaten und die nachlassende konjunkturelle Dynamik in weiten Teilen der Welt. Entgegen der bisherigen Erwartungen, die von sich ständigen wiederholenden Meldungen über faktische oder angebliche Knappheit getrieben und gestützt wurden, rechnet der Markt nun plötzlich damit, dass die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen nachlassen könnte.

„Preisdämpfende“ Nachrichten dringen wieder durch

Nachdem in den vergangenen Monaten der allgemeinen Rohstoff- und Energiehausse entsprechende Nachrichten einfach ignoriert wurden, dringen nun offensichtlich wieder kritische Fakten zu den Marktteilnehmern durch, die sie offensichtlich zu Gewinnmitnahmen treiben. Dazu zählt die wahrscheinliche Rezession in den Vereinigten Staaten, in Irland, in Großbritannien und Spanien ebenso, wie die Möglichkeit, dass die Engagements von Hedge- und Pensionsfonds an den Rohstoffmärkten begrenzt werden könnten.

In der jüngeren Vergangenheit wiesen einige Indizien darauf hin, dass die Energie- und Rohstoffpreise weniger von der fundamentalen, als vielmehr von Seiten der Finanzinvestoren getrieben worden sind. Sie versuchten möglicherweise, sich auf diese Weise von den Turbulenzen an den Finanzmärkten abzusichern. Auf diese Weise wurde eventuell der Preisauftrieb ausgelöst, der für die nun zusammen mit der Kreditkrise für die Turbulenzen an den Finanzmärkten mit verantwortlich ist.

Kritische Analysten redeten längst von einer Rohstoffblase. Und „wenn man eine Blase mit einer Nadel pickst, so platzt sie einfach,“ heißt es nun. In den vergangenen Monaten kauften Anleger ohne Rücksicht auf die fundamentalen Rahmenbedingungen - und nun verkaufen sie auf dieselbe Weise und verschieben die Gelder in robustere Bereiche. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass in den vergangenen Wochen Aktien wie Novartis und Roche in der Schweiz nette Kursgewinne verbuchen konnten.

Umschichtung der Mittel in defensive Sektoren?

Am Dienstag verbuchen an der Wall Street die Papiere von General Electric, Pfizer, Merck & Co, IBM und nicht zuletzt auch Johnson & Johnson zum Teil deutliche Kursgewinne, während die Papiere von Alcoa und Caterpillar sich in der Defensive befinden. Auch das deutet zumindest kurzfristig auf eine Umschichtung der Finanzmittel aus dem Rohstoffkomplex in vergleichsweise robuste, defensive Sektoren hin. In den vergangenen Tagen mussten unter anderem auch die Kohleaktien deutliche Kursverluste hinnehmen.

Wie ausgeprägt diese Entwicklung ausfallen wird, ist noch offen. Sollte sich jedoch die globale Wirtschaft deutlicher als bisher erwartet abkühlen, dürfte die Korrektur im Rohstoffbereich deutlich ausfallen. Spürbar würde sie mit einiger Wahrscheinlichkeit in vielen Schwellenländern, da sie in den vergangenen Jahren von der „Rohstoffphantasie“ profitiert hatten. Profitieren würden dagegen jene Bereiche, die bisher die hohen Energie- und Rohstoffpreise verkraften mussten. Dazu zählen unter anderem die Fluglinien - zumindest kurzfristig.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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