16.01.2001 · Mit einem neuen Prognosemodell, genannt Flowmetrics, versucht die Deutsche Bank Währungsbewegungen vorherzusagen. Die Rendite des Modellportfolios ist immerhin positiv.
Allgemein wird davon ausgegangen, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Anlageverhalten der internationalen Investoren und Wechselkursveränderungen. So versuchen viele Analysten, das Verhalten der Anleger zu beobachten und daraus Wechselkursprognosen abzuleiten.
Selbst komplexe makroökonomische Analysen nehmen an, dass die Marktteilnehmer Ungleichgewichtszustände über ihre Anlageentscheidungen beseitigen. Sie würden mit dem Kauf einer unterbewerteten Währung den Kurs nach oben bringen oder umgekehrt mit einem Verkauf nach unten.
Neues Modell zur Wechselkursprognose
Mit einem neuen Prognosemodell, genannt Flowmetrics, versucht die Deutsche Bank die Zusammenhänge zu vereinfachen. In Anlehnung an die Erkenntnisse der Behavioural-Finance-Theorie schaut sie sich an, wie stark Rentenmanager mit ihren Anlagen in der Vergangenheit in welchen Währungen engagiert waren. Dann ziehen die Banker die Entwicklung der Wechselkurse mit ins Kalkül und übertragen die beobachteten, historischen Zusammenhänge auf die Zukunft. Die Analysten gehen davon aus, dass die Portfoliomanager bei ihrer Anlageentscheidung alle verfügbaren Informationen ausgewertet hatten. Allein die Art und Weise, wie sie ihr Vermögen wann auf welche Währungen aufteilten, würde diese Informationen enthalten.
Sie werten deswegen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten nicht mehr selbst aus, sondern beschränken sich allein auf die Beobachtung der Veränderung der Währungsallokation. Die Fundamentaldaten fließen damit nur indirekt in die Prognose ein.
Während also keine Daten wie etwa Inflationsraten, Wachstumsraten oder Zahlungsbilanz unmittelbar beobachtet werden, wird die Prognosefähigkeit des Modells genau beobachtet. Die Analysten gehen virtuelle Positionen ein und berechnen die erzielten Gewinne und Verluste. Jeden Monat vergleichen sie die vorhergesagten Kurse mit der Realität und versuchen nach und nach, die positiv oder negativ entscheidenden Einzeldaten herauszufiltern.
Negative Stimmung zum Yen
Das Modell geht bis Ende Januar von einer leichten Aufwertung des Australischen und des Kanadischen Dollars, wie auch des Britischen Pfunds gegen den US-Dollar aus. Dagegen sollen der Euro und der Yen schwächer werden. Für die ersten zwei Februarwochen prognostiziert es, dass der Kanada Dollar und das Britische Pfund auf dem dann erreichten Niveau stabil bleiben werden, während der Australische Dollar weiter zulegen sollte und der Yen weiterhin zur Schwäche neigen könnte.
Obwohl sich die Signale leicht abgeschwächt haben, bleibt die Stimmung gegen den Yen weiterhin negativ. Mehr als 75 Prozent der Manager untergewichten den Yen. Der Abwertungstrend hat sich im Vergleich zum Vormonat leicht verstärkt.
Das Modell-Portfolio hat im Dezember drei von fünf Veränderungen im Wechselkursgefüge korrekt vorhergesagt. Es verzeichnete größere Verluste im kanadischen Dollar und im Euro, dagegen größere Gewinne bei der Vorhersage der Yen-Abwertung. Insgesamt erzielte es in Jahresfrist eine Rendite von zehn Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |