10.07.2006 · Befand sich die polnische Währung lange Zeit in einem Aufwertungstrend gegen den Euro, so hat sich das inzwischen geändert. Kurzfristig steht sie zusammen mit den Staatsanleihen wieder unter Druck - politische Turbulenzen lassen grüßen.
Die Finanzmärkte der mittel- und osteuropäischen Staaten gehörten in den vergangenen Jahren aufgrund der EU-Konvergenz zu den internationalen Stars und legten eine sagenhafte Performance an den Tag.
Davon profitierten auch die Währungen, da internationales Kapital angezogen wurde. Und wer im Ausland investieren wollte, mußte erst einmal dessen Währung erwerben. Diese Entwicklung zeigte sich beispielsweise am polnischen Zloty, der von 4,9453 Zloty je Euro im März des Jahres 2004 bis auf 3,7508 Zloty je Euro noch im Februar des laufenden Jahres aufwerten konnte.
Verschiedene Ursachen für zunehmende Unsicherheit
Inzwischen ist der Aufwertungstrend allerdings durchbrochen worden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einmal nehmen die internationalen Zentralbanken immer mehr überschüssige Liquidität aus dem Markt, die die Zinsen nach unten getrieben und die Anleger auf der Suche nach Rendite in immer riskantere Märkte getrieben hatte. Das führte in den vergangenen Monaten zu einer Korrektur, die sich auch bei der polnischen Währung bemerkbar gemacht hatte. So ist sie von Anfang Mai von 3,8013 Zloty je Euro auf bist zu 4,1335 Zloty am 23. Juni zurückgefallen.
Nach einer kurzen Zwischenerholung befindet sie sich am Montag wieder in der Defensive und hat von 4,02 Zloty am Freitag auf bis zu 4,0971 Zloty nachgegeben. Hintergrund sind die anhaltenden politischen Turbulenzen in Polen, die die Aussichten auf dringend notwendige Sparmaßnahmen immer mehr eintrüben. Genau dafür hatten aber die bisherigen Premierminister Kazimierz Marcinkiewicz und Finanzminister Pawel Wojciechowski gestanden, bevor sie in den vergangenen Tagen aus ihren Ämtern gedrängt worden waren (siehe auch: Regierungskrise in Polen: Der Streit hinter der Fassade ).
Nicht nur die Währung des Landes befindet sich wieder in der Defensive, sondern auch die Anleihen. Staatspapiere mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren und einem Kupon von 6,25 Prozent liegen am Montag mit einem Minus von 60 Stellen bei 103,45 Prozent und rentieren mit 5,755 Prozent. Das sind 1,7 Prozentpunkte mehr als vergleichbare Papiere Deutschlands.
Finanzmärkte mögen Unsicherheit nicht
Ob das alles ist, wird noch offen bleiben. Denn diese Änderungen kamen überraschend. Die Finanzmärkte reagieren in der Regel nervös auf unerwartete Entscheidungen und werden und bleiben eine Weile nervös. Diese Entwicklung könnte eine Weile anhalten, da Regierung nun populistisch die Staatsausgaben erhöhen möchte, statt die Staatsfinanzen zu konsolidieren. Das dürfte dazu führen, daß das Land den Euro bis auf weiteres nicht wird einführen können.
Dabei hatten viele internationale Anleger in den vergangenen Jahren darauf mit dem Kauf von Rentenpapieren des Landes darauf gesetzt. Nun müssen sie mittel- und längerfristig mit anhaltenden Wechselkursrisiken rechnen. Auf diese Weise erhöht sich die Risikoprämie der Papiere und macht sie in einem Umfeld mit international steigenden Zinsen weniger attraktiv. Auf dieser Basis scheint man sowohl die Währung als auch die Anleihen des Landes kritisch betrachten zu müssen. Alleine schon ein Blick nach Ungarn zeigt, wohin eine undisziplinierte, populistische Wirtschaftspolitik führen kann.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |