15.09.2005 · Polen hat am Donnerstag zum fünften Mal in diesem Jahr den Leitzins auf ein Rekordtief von 4,5 Prozent gesenkt. Weitere Zinssenkungen scheinen absehbar zu sein. Davon profitieren die Finanzmärkte und die Währung.
Der polnische Zloty kletterte m Donnerstag gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Beflügelt wurde die Landeswährung durch Spekulationen, daß die Zentralbank die Leitzinsen weiter senken werde. In diesem Jahr hat die Zentralbank bereits fünfmal an der Zinsschraube nach unten gedreht.
Am Mittwoch hatte Stanislaw Nieckarz, ein Mitglied des Geldpolitischen Rates der Zentralbank, erklärt, daß die Leitzinsen in den nächsten Monaten weiter gesenkt werden dürften. Der letzte Zinsschritt erfolgte am 31. August auf das Rekordtief von 4,5 Prozent.
Weitere Zinssenkungen absehbar
„Die Aussagen von Nieckarz am Mittwoch bestätigten die Sichtweise, daß wir bereits diesen Monat eine weitere Reduzierung sehen dürften“, sagte Tania Kotsos, Strategin bei BC Capital Markets in London der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Das gibt dem Zloty Auftrieb, der auch weiterhin vom Anleihemarkt Rückenwind erhält.“
Die polnische Landeswährung stieg auf 3,8884 Zloty je Euro, von 3,9077 Zloty je Euro am Mittwoch. Kotsos geht davon aus, daß in diesem Monat noch die Marke von 3,87 Zloty erreicht werden dürfte.
Hintergrund ist einerseits die vorteilhafte Preisentwicklung im östlichen Nachbarland Deutschlands. Immerhin ist der Konsumentenpreisindex im August im Vergleich mit dem Vormonat um 0,1 Prozent gefallen, nachdem er in den beiden Vormonaten jeweils um 0,2 Prozent gefallen war. Die Inflation auf Jahresbasis dagegen ist zwar von 1,3 Prozent im Juli auf 1,6 Prozent, liegt damit jedoch noch unter der „Zielmarke“ der Zentralbank von 2,5 Prozent. Sie geht davon aus, daß die Preisentwicklung bei 2,5 Prozent in den kommenden beiden Jahren einpendeln wird.
Sinkende Zinsen sind gut für die Finanzmärkte
Machen fallende Zinsen eine Währung unter normalen Umständen zumindest aus statischer Sicht relativ unattraktiv, so ändert sich die Wahrnehmung wenn man die Lage dynamisch betrachtet. Denn die Aussicht auf fallende Zinsen macht die Wertpapiere - Aktien und Anleihen - eines Landes in einem normalen Umfeld interessant und kann insbesondere im Falle der mittel- und osteuropäischen Staaten zu einem Zufluß von internationalem Kapital führen.
Aus diesem Grund dürfte auch die polnische Währung zulegen. Und das, obwohl sich die Wirtschaft weniger stark als in anderen Regionen entwickelt, obwohl die Strukturen nicht unbedingt die effizientesten sind und obwohl das Land seine fiskalischen Probleme noch lange nicht überzeugend gelöst hat.
Allerdings scheint die Bewertung noch für polnische Aktien zu sprechen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,07 und 12,75 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr sind die Aktien zumindest im Durchschnitt noch vernünftig bewertet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |