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Devisen Pfund profitiert von überraschender Leitzinserhöhung

11.01.2007 ·  Mit deutlichen Kursverlusten reagieren am Donnerstag Dollar und Euro gegen das Pfund auf eine überraschende Leitzinserhöhung der Bank of England um einen Viertelprozentpunkt auf nun 5,25 Prozent.

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Mit deutlichen Kursverlusten reagieren am Donnerstag Dollar und Euro gegen das Pfund auf eine überraschende Leitzinserhöhung der Bank of England um einen Viertelprozentpunkt auf nun 5,25 Prozent. Der Kurs des Euro liegt am frühen Nachmittag mit einem Minus von 358 Stellen oder 0,53 Prozent bei 66,56 Pence je Euro. Gegen den Dollar fällt die Kursänderung mit einem Plus von knapp einem Prozent auf 1,9521 Dollar je Pfund etwas stärker aus.

Die Zinserhöhung kam insofern überraschend, als kaum ein Ökonom damit gerechnet hatte. Es zeigt, wie „zuverlässig“ ökonomische Prognosen dieser Art sind: Der Konsens hat nicht immer recht. Dagegen hat die europäischen Zentralbank den Leitzins erwartungsgemäß bei 3,5 Prozent belassen. Allerdings dürften hier in näherer Zukunft weitere Zinserhöhungen anstehen und die Rentenmärkte weiter unter Druck setzen.

Deutliche Reaktionen an den Finanzmärkten

Der Gilt-Future gibt 41 Stellen auf 10716 Prozent nach, der Bund-Future liegt mit einem Minus von 21 Stellen bei 115,41 Prozent. Beide Kontrakte setzen ihre kurzfristigen Abwärtstrends fort. Auch die Börsen reagieren negativ, die FTSE ist sogar ins Minus gefallen.

Das dürfte kaum verwundern, angesichts der Begründung, die die Bank of England für die dritte Zinserhöhung seit August des vergangenen Jahres geliefert hat: Sie rechnet damit, dass die Preisentwicklung in der näheren Zukunft weiter über die angestrebten Zielzone von zwei Prozent steigen werde.

Im November des vergangenen Jahres lag die Inflationsrate bei 2,7 Prozent und damit auch dem höchsten Stand seit rund zehn Jahren. Gleichzeitig entwickle sich die britische Binnennachfrage stetig, während Kredit- und Geldmengenwachstum hoch seien und das internationale Wachstum robust, wie es in der Mitteilung der britischen Zentralbank heißt.

Die Währung habe zwar aufgewertet und der Ölpreis sei zurückgegangen. Allerdings sei die freie Kapazität in der Volkswirtschaft des Landes vergleichsweise gering, was zumindest kurzfristig zu einem anhaltenden Inflationsdruck in der Binnenwirtschaft führe. Der könne zwar nachlassen, wenn sich fallende Energie- und Importpreise bemerkbar machten, allerdings lägen die Preisrisiken vorerst eher auf der oberen als auf der unteren Seite, formulierte das Monetary Policy Committee seine gegenwärtige Einschätzung der Lage weiter.

Sorge über die mögliche Lohnentwicklung

Das Committee dürfte sicht nicht nur über die mögliche Lohnentwicklung sorgen, sondern auch über die anhaltende Vermögenspreisinflation. Denn nach einer vorübergehenden Mäßigung scheinen auch die Hauspreise in Großbritannien trotz dem sehr hohen Niveau eher wieder nach oben als nach unten zu tendieren. Gerade die Vermögenspreisinflation könnte künftig verstärkt zum Thema werden. Denn die durch die unfreien Währungen in Asien und durch die hohen Energiepreise in den Ölländern rasch wachsenden Devisenreserven fließen zurück in die Güter- und Kapitalmärkte der Industriestaaten und verzerren dort die Bewertungsrelationen.

Sehr wahrscheinlich hat die britische Zentralbank schon einen Blick auf die Inflationsrate im Dezember werfen können, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden wird. Manche rechnen damit, dass sie über drei Prozent liegen wird. Höchste Zeit also, die Notbremse zu ziehen. Mit Blick nach vorne hängt alles davon ab, ob die erhöhten Zinsen die wirtschaftliche und vor allem auch die Preisentwicklung tatsächlich dämpfen können.

Dazu dürften vor allem auch höhere Zinsen an den Kapitalmärkten notwendig werden, da sonst die Leitzinseffekte verpuffen. In diesem Sinne könnten die Zentralbanken gezwungen sein, die Schraube fester zu drehen, bis die Rentenmärkte darauf reagieren. Kurzfristig dürfte das Pfund einen gewissen Rückenwind haben. Zumindest so lange, bis die Zinserwartungen wieder drehen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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