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Devisen Pfund auf 14-Jahreshoch gegen den Dollar

30.11.2006 ·  Die jüngste Dollarschwäche macht sich nicht nur gegen den Euro und den Yen bemerkbar, sondern auch gegen das britische Pfund. Divergierende Zinserwartungen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten treiben die britische Währung.

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Die jüngste Dollarschwäche macht sich nicht nur gegen den Euro und den Yen bemerkbar, sondern auch gegen das britische Pfund. War es nach einer deutlichen Aufwertungsphase gegen den Dollar in den Jahren 2002 bis in den Dezember des Jahres 2004 zunächst in eine Konsolidierungsphase übergegangen, so ist es in den vergangenen Tagen daraus nach oben ausgebrochen.

Alleine in den vergangenen 14 Tagen ging es mehr als drei Prozent nach oben auf zuletzt 1,9577 Dollar je Pfund. Das ist nicht nur der höchste Stand seit 14 Jahren - damals wurde das Pfund aufgrund spekulativer Attacken aus dem europäischen Währungssystem gekippt -, sondern damit nähert sich die Währung auch einem 25-Jahreshoch.

Divergierende Zinserwartungen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten

Hintergrund dieser Kursentwicklung sind Spekulationen auf eine unterschiedliche Zinsentwicklung in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Während der Markt in auf der einen Seite damit rechnet, die britische Zentralbank werden den Leitzins weiter erhöhen müssen, um die Inflations- und Vermögenspreisentwicklung unter Kontrolle zu bekommen, geht man mit Blick auf Amerika inzwischen aufgrund der schwächelnden Konjunktur eher von fallenden denn von steigenden Zinsen aus.

Manche Devisenstrategen rechnen inzwischen damit, daß noch im laufenden Jahr bis zu zwei Dollar nötig werden könnten, um ein britisches Pfund zu erwerben. Dabei verweisen sie unter anderem auf die wieder deutlich steigenden Preise für britische Häuser. Der Preisanstieg hatte sich in den vergangenen beiden Jahren vorübergehend gemäßigt, nachdem die britische Zentralbank in den Jahren 2003 und 2004 den Leitzins in fünf Schritten von 3,5 auf 4,75 Prozent erhöht hatte. Nach einer mehrmonatigen Zinspause und sogar einem Schritt zurück auf 4,5 Prozent im August des vergangenen Jahres hat sie die Zinsschraube inzwischen wieder angezogen und den Leitzins mit zwei Drehungen im August und November des laufenden Jahres um jeweils 25 Basispunkte auf zuletzt fünf Prozent erhöht.

Weitere Zinserhöhungen sind wahrscheinlich. Das läßt sich alleine schon an der zunehmenden Anzahl von Hypotheken und der anhaltend hohen Geldmengenexpansion in Großbritannien ablesen, die zumindest in der Vergangenheit ein zuverlässige Indikatoren für steigende Hauspreise waren. Die Geldmenge hat im Oktober um satte 14 Prozent zugelegt, die Anzahl der Hypothekenanträge lag bei 128.000, dem höchsten Wert seit Dezember des Jahres 2003. Die britische Hauspreisinflation lag im Oktober auf dem höchsten Stand seit 17 Monaten.

Viele Faktoren sprechen für weitere Zinserhöhungen in Großbritannien

Da die britische Regierung vor kurzem verkündete, das Wachstum im laufenden Jahr werde stärker ausfallen als ursprünglich gedacht, dürfte die Zentralbank in Verbindung mit den angeführten Faktoren nicht schlecht liegen, wenn sie befürchtet, die Inflationsrate werde das Ziel von zwei Prozent kurzfristig überschreiten. Ob sie danach aufgrund nachlassender Energie- und Importpreise wieder zurückgehen wird, dürfte sich vor allem auch angesichts der anhaltend hohen Geldmengen erst noch zeigen müssen. Weitere Zinserhöhungen sind insgesamt sehr wahrscheinlich und dürften der britischen Währung zumindest gegen den Dollar weiteren Rückenwind geben.

Gegen den Euro befindet sich die britische Währung seit drei Jahren in einem volatilen Seitwärtstrend. Da auch der Euroraum eine gewisse Zinsphantasie bietet, dürfte sich daran vorerst kaum etwas ändern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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