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Devisen Ölpreis belastete Yen und asiatische Währungen

28.06.2005 ·  Der Dollar hat seit Jahresbeginn nicht nur gegen den Euro an Boden gut gemacht, sondern auch gegen einige asiatische Währungen. Auf dem Yen lastet der hohe Ölpreis, der Importe teurer macht und das Wachstum beschneiden könnte.

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Die Entwicklung am Ölmarkt sorgt für Furore. Sie ist für alle denkbaren Argumentationen gut. Auch am Devisenmarkt. Dort legte der Dollar in den vergangenen Monaten nicht nur gegen den Euro zu, sondern auch gegen einige der asiatischen Währungen. Gegen den Yen hat der Greenback seit Jahresbeginn 6,8 Prozent zugelegt auf zuletzt 109,98 Yen je Dollar.

Das ist nicht nur der tiefste Stand seit acht Monaten, sondern auch der stärkste Kursverlust der Währungen im pazifischen Raum überhaupt. Der thailändische Baht, die indonesische Rupiah, der Singapur-Dollar und auch die Währungen Australiens und Neuseelands haben in den vergangenen Monaten mehr oder weniges stark gegen die amerikanische Währung nachgegeben. Selbst der südkoreanische Won zeigt sich nach den zum Teil massiven Kursgewinnen im vergangenen Jahr in jüngster Zeit wieder etwas schwächer.

Hoher Ölpreis reduziert Japans Handelsbilanzüberschuß

Hintergrund sind Überlegungen, der hohe Ölpreis könne das Wachstum in Japan dämpfen und auf diesem Wege auch die Handelsbilanzüberschüsse des Landes reduzieren. Im Mai ist er mit bereinigten 690 Billionen Yen deutlich unter den erwarteten 806 Billionen Yen geblieben. Schon im April war er im Vergleich zum März um etwas mehr als 22 Prozent auf 895 Billionen Yen gefallen. Die japanische Wirtschaft ist stark von Rohstoffimporten abhängig und entsprechend preissensitiv.

Der hohe Ölpreis werde die Rentabilität der japanischen Firmen beschneiden und indirekt zu einem geringeren Zustrom an Finanzmitteln führen, prognostiziert die Bank of America. Geht man von 1,54 Milliarden Barrel nach Japan importierten Öls im vergangenen Jahr aus, so würde ein Ölpreisanstieg um fünf Dollar zu einem Rückgang des Handelsbilanzüberschusses von sieben Prozent führen, zeigen Beispielrechnungen. Die skeptische Stimmung zum Yen mag kurzfristig noch verstärkt worden sein und werden durch technisch ausgelöste Verkäufe.

Gleichzeitig dürften die Spekulationen auch auf die weitere Wirtschafts- und Zinsenwicklung in Amerika ausgerichtet sein. Nach wie vor rechnen Marktteilnehmer dort mit einem anhaltende belebten Wachstum und weiter steigendem Leitzins. Beides zusammen sollte der amerikanischen Währung weiterhin Rückenwind geben, so lauten manche Argumentationsweisen.

„Dollarnegativa“ werden kurzfristig weitgehend ignoriert

Dabei wird offensichtlich die Möglichkeit ausgeblendet, daß sich das amerikanische Wachstum auf Grund steigender Zinsen und Rohstoffkosten abschwächen könnte. Die bestehenden und sich verstärkenden Ungleichgewichte Amerikas werden momentan ebenso ignoriert wie die Möglichkeit einer Korrektur auf der Rohstoffseite.

So lange diese Stimmung anhält, dürfte es ratsam sein, sich nicht gegen den Markt zu stellen. Das sind allerdings kurzfristige Überlegungen. Mittel- und langfristig ist entscheidend, daß Japan permanent Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaftet. Gleichzeitig zeigt sich die Wirtschaft des Landes vergleichsweise robust. Auch der Nikkei kann sich auf dem erreichten Niveau zwischen 10.500 und 12.000 Punkten halten. Sollten diese Fakten auch durch einen soliden Tankanbericht untermauert werden, dürfte der Yen mittelfristig wieder Rückenwind erhalten.

Charttechnisch hat der Yen zwar den mittelfristigen Aufwertungstrend gegen den Dollar durchbrochen Allerdings befindet sie sich nun in einer harten Widerstandszone zwischen 108 und 112 Yen je Dollar. Es dürften schon überraschend gut Nachrichten aus Amerika oder enttäuschende Neuigkeiten aus Japan nötig sein, um sie zu überwinden. Gegen den Euro hat der Yen den Abwertungstrend durchbrochen und ist in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Aus fundamentalen Gründen müßte der Yen gegen den Euro leicht aufwerten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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