07.04.2005 · Mit massiven Zinssenkungen hat die norwegische Zentralbank im Jahr 2003 den Aufwertungstrend der Währung gegen den Euro gebrochen und sie in die Defensive gebracht. Nun scheint sich das Bild langsam wieder zu wandeln.
War die norwegische Krone gegen den Euro bis in den Januar des Jahres 2003 nicht zu halten und wertete immer weiter auf, dann war es danach damit vorbei. Denn von einem Hoch bei 7,2167 Kronen fiel die Währung bis im Juli zunächst bis auf 8,3955 Kronen je Euro, um nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung sogar bis auf 8,8910 Kronen je Euro im Februar des vergangenen Jahres zu fallen.
Im Extrem waren damit 23 Prozent mehr norwegischen Währungseinheiten erforderlich, um einen Euro erwerben zu können, als im Januar des Jahres 2003. Waren Hintergrund der Aufwertung die hohen Zinsen in Norwegen gewesen, die bei weltweit fallenden Zinsen immer interessanter wurden und damit immer mehr internationale Anleger anzogen, so war es damit bald vorbei.
Massive Zinssenkungen haben die Währung gegen den Euro abwerten lassen
Denn die norwegische Zentralbank senkte den Leitzins vom Dezember des Jahres 2002 bis ins Frühjahr des Jahres 2004 in zehn Schritten massiv von sieben Prozent auf ein Tief von gerade noch 1,75 Prozent im März des vergangenen Jahres. Auf diesem Niveau verharrt er seit dieser Zeit. Die Zentralbank hat diese Maßnahmen unter anderem mit der zunächst verhaltenen Wirtschaftsentwicklung und den geringen Preissteigerungen im Land begründet. Dazu dürfte unter anderem die starke Währung beigetragen haben. Denn sie machte die Importe günstiger.
Nun dürfte sich allerdings das Bild langsam ändern. Denn erstens fällt dieser Effekt auf Grund der zwischenzeitlichen Abwertung gegen den Euro weg. Zweitens scheint das Wirtschaftswachstum in Norwegen anzuziehen und die Beschäftigungssituation im Lande zu verbessern. Die Arbeitslosenrate ist im März auf 3,7 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten gefallen. Dazu dürfte unter anderem der hohe Ölpreis beitragen, der zu beträchtlichen Einnahmen führt. Immerhin steht der Ölsektor für ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes.
Langsam dürfte sich das Bild allerdings wieder wandeln
Aus diesem Grund rechnen immer mehr Experten und auch Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung in Norwegen von 1,75 Prozent auf zwei Prozent im zweiten Quartal des laufenden Jahres. Das würde den Leitzins nicht nur auf dasselbe Niveau wie im Nachbarland Schweden, sondern auch auf jenes der Eurozone bringen.
„Die norwegische Wirtschaft wächst stark und die Lage am Arbeitsmarkt wird immer angespannter,“ sagte der Volkswirt Erik Bruce von der Nordea Bank in Oslo zur Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Zentralbank habe angedeutet, den Leitzins anzuheben, sobald die Inflationsrate auch nur leicht anziehen sollte, erläutert er seine weitere Einschätzung. Denn die Inflation, die im Februar noch bei 0,7 Prozent gelegen haben, könne im Juni auf ein Prozent anziehen. Die Zentralbank geht sogar davon aus, daß sie auf Sicht von vier Jahren auf die Zielmarke von 2,5 Prozent steigen wird.
Auf dieser Basis dürfte die Währung des Landes mittelfristig eine gewisse Aufwertungsphantasie haben. Gegen den Dollar befindet sie sich sowieso in einem langfristigen Aufwärtstrend und mit 6,3238 Kronen nicht weit vom Rekordhoch von 6,0306 vom Dezember des vergangenen Jahres entfernt. Gegen den Euro befindet sie sich nahe an einer Widerstandszone bei etwa 8.05 Kronen je Euro. Sollte sie überwunden werden, würde sich die Währung weiteres Kurspotential erschließen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |