Home
http://www.faz.net/-gvz-qgmy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Devisen Neuseeland- und Aussie-Dollar - der Zinsvorsprung zählt

08.06.2005 ·  Der australische und der Neuseeland-Dollar konnten in den vergangenen Tagen von der momentanen Euroschwäche profitieren. Aber nicht nur, denn sie weisen einen beachtlichen, attraktiven Zinsvorsprung auf.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Zeigte sich der Euro noch bis zu Beginn des laufenden Jahres fest gegenüber den meisten Währungen weltweit, so hat er im laufenden Jahr zunächst konsolidiert bevor er in den vergangenen Wochen deutlicher unter Druck geraten ist.

Dazu trugen vor allem die politischen Turbulenzen nach der Ablehnung der EU-Verfassung in Volksabstimmungen in Frankreich und in den Niederlanden bei. Auch die ausgeprägte konjunkturelle Schwäche in den europäischen Kernstaaten beflügelt nicht gerade die Phantasie der Devisenhändler. Sie rechnen in Europa mittlerweile sogar mit Zinssenkungen, während der Leitzins in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Monaten angehoben worden ist.

Beachtlicher Zinsvorspung des australischen Dollars ...

Das heißt, die Zinsdifferenz spricht im Moment für den Dollar. Zumindest solange der Markt die mit dem großen und weiter wachsenden Leistungsbilanzdefizit verbundenen strukturellen Probleme Amerikas ignoriert.

Was für die amerikanische Währung gilt, trifft auch für jene in Neuseeland und Australien zu. Beide konnten in den vergangenen Tagen von der momentanen Euroschwäche profitieren und zum Teil deutlich zulegen. Das gilt insbesondere für den australischen Dollar. Waren Mitte Mai noch 1,6741 Aussie-Dollar nötig gewesen, um einen Euro erwerben zu können, so waren es am Dienstag nur noch 1,5942 Dollar. Das sind beinahe 4,8 Prozent weniger.

Die australische Währung hat damit zumindest charttechnisch eine Widerstandszone erreicht, deren Überwindung einen weiteren Vorstoß in Richtung 1,55 oder gar 1,5 australischen Dollar je Euro denkbar erscheinen lassen könnte. Allerdings gibt die australische Währung am Mittwoch wieder leicht nach, nachdem die australische Zentralbank den Leitzins unverändert bei 5,5 Prozent beließ. Sie hat den Leitzins zuletzt am dritten März um einen Viertel-Prozentpunkt -angehoben, um den boomenden Konsum und die deutlich anziehenden Hauspreise zu dämpfen.

Diese Entscheidung war weitgehend erwartet worden, da sowohl die Industrieproduktion, der Arbeitsmarkt, der Immobilienmarkt und auch der Konsum gewisse Bremsspuren zeigen. Es scheint vorerst keine Gründe für eine weitere Zinserhöhung zu geben. Die Zentralbank hatte den Leitzins im gesamten vergangenen Jahr unverändert bei 5,25 Prozent belassen, sie zuvor im Dezember des Jahres 2003 aber um insgesamt 0,5 Prozentpunkte angehoben.

... wird durch den Neuseeland-Dollar noch „getoppt“

Insgesamt mag die Entwicklung der australischen Wirtschaft nicht sonderlich prickelnd sein. Aber sie schlägt sich allemal besser als die in den europäischen Kernstaaten. Gleichzeitig hat die Währung des Landes einen deutlichen Zinsvorsprung. Der Dreimonatszins in Australien liegt bei 5,67 Prozent, während er in Amerika bei 3,71 und in Europa sogar bei 2,11 Prozent liegt. Das macht die australische Währung in einem Umfeld anhaltend tiefer Renditen vergleichsweise attraktiv. Sie dürfte im Trend davon profitieren, auch wenn die hohen Zinsen nötig sein mögen, um das beachtliche Leistungsbilanzdefizit des Landes zu finanzieren.

Die Kursentwicklung des Neuseeland-Dollar gegen den Euro ist noch eindrucksvoller als jener des australischen Dollar. Denn er befindet sich in einem langfristigen Aufwertungstrend gegen den Euro. Das dürfte angesichts des Zinsvorsprungs - die Rendite von Drei-Monatsanlagen am Geldmarkt liegt bei 7,03 Prozent, Papiere mit einer zehnjährigen Laufzeit rentieren mit 5,6 Prozent. Beide Sätze liegen deutlich über jenen in Europa und auch in den Vereinigten Staaten.

Die Anleihen des Landes dürften bei anhaltendem Risikoappetit der Anleger auch von einer gewissen Zinsphantasie profitieren. Denn auch wenn die Zentralbank des Landes angedeutet hat, Zinssenkungen auf absehbare Zeit auszuschließen, so könnten die Märkte doch darauf spekulieren, wenn sich die wirtschaftliche Dynamik im Lande deutlicher Abschwächen sollte. Dir Stimmung unter den Unternehmen ist auf einem Sieben-Jahrestief, 23 Prozent der Unternehmen rechnen mit fallenden Umsätzen.

Insgesamt dürften die Währungen beider Länder vorerst vom Zinsvorsprung und von einer anhaltenden Euroschwäche profitieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach