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Devisen Neuseeland-Dollar erholt sich am deutlichsten

16.10.2006 ·  Die Korrektur an den den Börsen im Mai und Juni führte am Devisenmarkt zu Kursverlusten. Neben den Börsen haben sich auch die Währungen inzwischen wieder erholt, allerdings nicht alle. Der Neuseeland-Dollar führt, ist aber riskant.

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Nach deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Wochen an den meisten internationalen Börsen scheinen die Kursverluste der Mai-Juni-Korrektur schon beinahe wieder vergessen zu sein. Manche Indizes haben inzwischen nicht nur ihre Aufwärtstrends wieder aufgenommen, sondern zum Teil auch neue Rekordhochs erreicht. Alleine diese Entwicklung stimmt viele optimistisch.

Die Korrektur hatte sich jedoch nicht nur auf die Börsen und Rentenmärkte beschränkt, sondern auch am Devisenmarkt zu deutlichen Kursbewegungen geführt. Einzelne Währungen mußten gegen den Euro zum Teil deutliche Kurseinbußen hinnehmen. So verloren beispielsweise der südafrikanische Rand gegen den Euro vom 10. Mai bis zum 15. Juni etwas mehr als elf Prozent, der brasilianische Real knapp acht Prozent, der mexikanische Peso knapp vier Prozent und der australische Dollar 3,6 Prozent.

Finanzmärkte auf Erholungskurs...

Hintergrund war einerseits die Vermutung, die Weltkonjunktur werde aufgrund steigender Leitzinsen anziehen und auf diese Weise indirekt die Nachfrage nach Rohstoffen dämpfen. Das wiederum führte zu Gewinnmitnahmen an den Finanzmärkten und löste auf diese Weise auch die Währungsbewegungen aus.

Inzwischen scheinen sich jedoch diese Bedenken wieder etwas zerstreut zu haben. So haben sich nicht nur die Börsen von ihren Zwischentiefs erholt, sondern auch viele der Währungen. Allerdings in unterschiedlichem Maß. Denn blickt man auf die Währungsperformance der vergangenen vier Monate, so konnte der Neuseeland-Dollar gegen den Euro 6,9 Prozent zulegen, der brasilianische Real 6,75 Prozent und der mexikanische Peso etwas mehr als sechs Prozent. Auf der anderen Seite verlor die norwegische Krone 7,3 Prozent und der südafrikanische Rand 6,7 Prozent.

Das heißt, sie so genannten „Commodity Währungen“ scheinen nicht mehr so zu korrelieren wie in der Vergangenheit. Offensichtlich spielen Sonderfaktoren eine Rolle. Das zeigt sich am Beispiel der norwegischen Währung, die einerseits aufgrund starker Importe und andererseits von Zentralbankverkäufen in die Defensive geraten zu sein scheint, obwohl sich das Land in einer hervorragenden Finanzposition befindet.

In Südafrika dagegen scheint die Preisentwicklung im Land eine gewisse Sorge bereitet zu haben. Immerhin hat sie die Zentralbank zu Zinserhöhungen gezwungen. Da internationale Anleger wohl Kursverluste bei den Anleihen des Landes vermeiden wollten, scheinen sie erste einmal Kasse gemacht zu haben. Diese Entwicklung dürfte sich in einem anhaltend freundlichen Umfeld mit hohem Risikoappetit der Anleger möglicherweise dann wieder umkehren, sobald eine Ende der Zinserhöhung in Südafrika abzusehen ist.

... allerdings mit Differenzierungen

Immerhin üben hohe Zinsen und Renditen einen Reiz aus. Anders läßt sich die Dollarstärke der vergangenen Wochen nicht erklären, erst recht nicht die relative Stärke des Neuseeland-Dollars. Immerhin verbucht das Land massive Leistungsbilanzdefizite, die sich Ende Juni auf etwas mehr als 15 Milliarden Dollar in Landeswährung oder auf knapp zehn Prozent des Sozialproduktes des Landes beliefen.

Das scheint Anleger jedoch nicht davon abzuhalten, die Rentenpapiere des Landes zu kaufen. Immerhin liegt die Rendite Papieren in Landeswährung im Drei-Monatsbereich bei 7,72 Prozent, zehnjährige Anleihen bieten eine Rendite von 5,867 Prozent. Allerdings sind die Risiken solche Anlagestrategien hoch. Denn alleine von Dezember des vergangenen Jahres bis in den April hinein hatte der Kiwi-Dollar gegen den Euro knapp 30 Prozent abgewertet. Und das ist doch erheblich mehr als das, was die Währung an Zinsvorsprung zu bieten hat.

Dagegen sieht die Lage in Brasilien deutlich positiver aus. Immerhin wächst dort die Wirtschaft deutlicher, die Schuldensituation hat sich etwas entspannt und das Land verbucht aufgrund des Rohstoffboom Überschüsse. Politisch dürfte sich trotz der anstehenden Wahlen nicht viel verändern und wenn, dann eher positiv für die Finanzmärkte. In diesem Sinne scheint der Real in Verbindung hohen Renditen und vergleichsweise günstigen Aktien gewisse Reize zu haben.

Insgesamt dürfte künftig eine gewisse Volatilität kaum überraschen. Denn da viele zum Teil aggressive Anleger auf der Suche nach interessanten Renditen sind und dabei hohe Risiken eingehen, dürfte bei kritischen Ereignissen auch die Neigung zu Gewinnmitnahmen zur Risikobegrenzung zunehmen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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