18.10.2007 · Der Euro erreichte am Donnerstag mit Kursen von bis zu 1,4305 Dollar den höchsten Stand seit seiner Einführung. „Mr Yen“, der frühere japanische Vize-Finanzminister Eisuke Sakakibara, geht von Interventionen an den Devisenmärkten aus.
Der Euro erreichte am Donnertag mit Tagesverlauf mit Kursen von bis uu 1,4305 Dollar den höchsten Stand seit seiner Einführung im Jahr 1999. Damit setzt die europäische Einheitswährung ihren eindeutigen Aufwertungstrend gegen ihr amerikanisches Pendant fort.
Das dürfte kurzfristig kaum verwundern. Denn die amerikanische Wirtschaft ist schwach und die Kreditkrise, die vom schwachen Häusermarkt ausging, ist noch lange nicht überwunden. Aus diesem Grund rechnet der Markt trotz der offensichtlichen Inflationsrisiken mit weiteren Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten, während in Europa vieles eher auf weitere Zinserhöhungen hindeutet.
„Mr Yen“ geht von Interventionen an den Devisenmärkten aus
Die Zinsdifferenz spräche immer mehr gegen den Greenback. Der Dollar wird im nächsten Jahr wahrscheinlich „einbrechen“, erwartet der frühere japanische Vize-Finanzminister Eisuke Sakakibara sogar unter Verweis auf niedriges amerikanische Wachstum. Dies würde die Vereinigte Staaten , die Europäische Union und Japan veranlassen, an den Devisenmärkten einzugreifen, erklärte Sakakibara, der während seiner Amtszeit den Spitznamen „Mr. Yen“ hatte.
Das Wirtschaftswachstum in den Vereinigte Staaten dürfte nächstes Jahr unter ein Prozent sinken, erläuterte Sakakibara am Donnerstag in Tokio im Interview mit Bloomberg News. Die Verluste im Subprime- Hypothekenbereich bremsen die Verbraucherausgaben und drücken auf die Gewinne der Banken. „Sollte das Wachstum unter ein Prozent fallen, könnten wir einen Einbruch beim Dollar sehen“, sagte der frühere Vize-Finanzminister, der derzeit an der Waseda- Universität in Tokio lehrt. Je nach Konjunkturlage in den Vereinigte Staaten dürfte der Greenback sich über die Marke von 1,45 Dollar je Euro abschwächen, erwartet „Mr. Yen. Um das zu stoppen, wäre eine Intervention notwendig, und das erforderte koordinierte Anstrengungen von allen drei großen Volkswirtschaften.“
Japan hat zuletzt 2004 am Devisenmarkt mit dem Verkauf von Yen interveniert, während die Vereinigte Staaten während der Amtszeit von Präsident George W. Bush nicht eingegriffen haben. Die Europäische Zentralbank stützte den Euro im November 2000 mit Käufen, nachdem er unter 90 amerikanische Cent gefallen war.
IWF: „Ernsten Risiken“ für die amerikanische Konjunktur
Der schwache Dollar - seit Jahresanfang hat die Währung gegenüber dem Euro 7,7 Prozent eingebüßt - dürfte neben der weltweiten Kreditklemme eines der Hauptthemen auf der Tagung der G7-Länder in Washington ab Freitag sein. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat gefordert, darüber zu beraten, ob die Europäische Zentralbank Euro verkaufen soll, um die Gewinne von Exporteuren zu schützen.
Der Internationale Währungsfonds hat am Mittwoch seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den Vereinigte Staaten 2008 von 2,8 Prozent auf 1,9 Prozent reduziert. IWF-Chefvolkswirt Simon Johnson warnte auf einer Pressekonferenz vor „ernsten Risiken“ aufgrund der Verwerfungen an den Finanzmärkten.
Sinkende Zinsen in den Vereinigte Staaten werden laut Sakakibara ausländische Investoren abschrecken. Er rechnet damit, dass die Federal Reserve Bank nach der Leitzinssenkung am 18. September bis Jahresende die Geldpolitik nochmals lockert, um die Auswirkungen der Subprime-Krise zu dämpfen. Am 31. Oktober dürften die Zinsentscheider ihren Benchmarksatz allerdings unverändert bei 4,75 Prozent belassen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |