17.01.2007 · Nach einer Abwertungsphase in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres konnte sich der Neuseeland-Dollar davon in der zweiten wieder erholen. Denn die Anleger bekamen wieder Risikoappetit und ließen sich vom Zinsvorsprung locken.
Hatte der Neuseeland-Dollar von Dezember des Jahres 2005 bis Juni des vergangenen Jahres gegen den amerikanischen Dollar und auch gegen den Euro im Rahmen einer vorübergehenden Risikoaversion der internationalen Anleger deutliche Kursverluste hinnehmen müssen, so hat er sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres davon wieder weitgehend erholen können.
Nach 64,88 amerikanischen Cents im Juni des Jahres 2005 waren zu Beginn des laufenden Jahres bis zu 70,84 amerikanische Cents nötig, um einen Neuseeland-Dollar erwerben zu können und nach 2,1112 Kiwi-Dollar sind inzwischen nur noch 1,8687 Neuseeland-Dollar nötig, um einen Euro erwerben zu können.
Zinsvorteil der Währung zieht „Carry-Trader“ an
Denn der große Zinsvorteil der Währung hat offensichtlich die „Carry-Trader“ in den vergangenen Monaten wieder zum Kauf der Währung animiert, obwohl Neuseeland ein großes Leistungsbilanzdefizit verbucht. Zinsen von 7,71 Prozent für eine Laufzeit von drei Monaten und Renditen von 5,873 Prozent für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren in Neuseeland über jedoch schon einen gewissen Reiz aus, solange man entsprechende Anlagern zu etwa 2,3 Prozent für drei Monate in der Schweiz oder gar zu 0,65 Prozent in Japan refinanzieren kann.
Die Renditedifferenz lässt sich ohne größere Umstände einstreichen, sofern sich die Wechselkurse nicht gegen bestehende Positionen bewegen. In den vergangenen Monaten ist diese Rechnung nicht nur nicht aufgegangen, sondern die Rendite-Differenzstrategien sind zusätzlich noch „garniert“ worden durch die simultane Aufwertungsbewegung der neuseeländischen Währung.
Allerdings bietet gerade die Währungsentwicklung Risiken, die in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres deutlich wurden, als der Kiwi-Dollar gegen den Euro knapp 30 Prozent abwertete und auf diese Weise die Zinsdifferenz auf die Schnelle überkompensierte. Ein ähnlicher Rückschlag dürfte jederzeit möglich sein, wollen doch viele Anleger im Falle eines Falles rasch und radikal entsprechende Positionen reduzieren und zwängen sich dabei durch dasselbe „Nadelöhr“ eines engen Marktes.
Leistungsbilanzdefizit macht sie korrekturanfällig
Am Mittwoch befindet sich der Kiwi-Dollar trotz des mittelfristigen Aufwertungstrends leicht in der Defensive. Denn die Konsumentenpreise in Neuseeland sind im letzten Quartal des vergangenen Jahres um 0,2 Prozent gefallen, so dass die Jahres-Inflationsrate bei 2,6 Prozent lag. Damit liegt sie wieder deutlicher in der Zielzone des Zentralbank des Landes, die von einem bis drei Prozent reicht. Das führte am Mittwoch manche Marktteilnehmer nun zumindest kurzfristig dazu, die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf dann 7,5 Prozent zu reduzieren.
Nach unerwartet hohen Erzeugerpreisdaten in den Vereinigten Staaten hat sich das Bild allerdings schon wieder geändert. Immerhin spricht angesichts der angespannten Kapazitäten in Neuseeland einiges für steigende Zinsen. Unter anderem auch das ausgeprägte Leistungsbilanzdefizit von etwas mehr als fünf Millairden Dollar im dritten Quartal des vergangenen Jahres - und das bei einem Bruttosozialprodukt von etwas mehr als 100 Milliarden Dollar. Solche Relationen machen die Anfälligkeit der Währung deutlich für den Fall, in dem in Anleger ihre Risiken wieder einmal zurückfahren sollten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |