17.09.2008 · Die Währung Islands ist gegen den Euro schwach. Anleger sorgen sich über eine stagflative Entwicklung im Land. Die Inflationsrate ist auf dem höchsten Stand seit knapp 18 Jahren. Eine Lohn-Preisspirale ist nicht ausgeschlossen.
Nach der Dollarerholung der vergangenen Wochen kam es in den vergangenen Tagen unter anderem aufgrund der Verstaatlichungen in den Vereinigten Staaten und den Liquiditätsspritzen der Zentralbanken zu einer Gegenbewegung.
So konnte der Euro gegen den Dollar von 1,3914 auf zuletzt 1,4221 zulegen. Währungen wie die tschechische Krone, der polnische Zloty, der israelische Schekel und auch das britische Pfund konnten sich sogar etwas deutlicher erholen und auf Sicht einer Woche bis zu 4,35 Prozent gegen die amerikanische Währung zulegen.
Isländische Krone wertet bisher ab
Das mag ein vorübergehendes Phänomen sein, da die andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise in den Vereinigten Staaten wahrscheinlich auch künftig dazu führen kann, dass amerikanische Unternehmen und Anleger Vermögenswerte im Ausland verkaufen, um die Erlöse in die Heimat zu transferieren. Diese Tendenz kann dem Dollar einen gewissen Auftrieb geben.
Auf der anderen Seite sind die Trends stabiler, wenn auch negativ. Denn die isländische Krone kommt nicht zur Ruhe. In den vergangenen Tagen gehörte sie zu den schwächsten Währungen weltweit. Sie wertete seit dem elften September gegen den Euro 4,5 Prozent auf 134,05 Kronen je Einheit der europäischen Einheitswährung ab. Das ist der höchste Kurs beziehungsweise der schwächste Stand der isländischen Währung seit der Einführung des Euro im Jahr 1999.
Auch gegen den neuerdings wieder etwas schwächelnden Dollar wertete die Währung des kleinen nordischen Landes ab. Mit Kursen von bis zu 95,69 Kronen je Dollar erreichte sie am Mittwoch das schwächste Niveau seit April des Jahres 2002. Dazu tragen nicht nur die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten bei, die sich gemeinhin durch den Abbau von risikoträchtigen Positionen auszeichnen.
Trendberuhigung noch nicht absehbar
Sondern auch die Aussichten der Binnenwirtschaft sind nicht sonderlich „prickelnd“. Nach Prognosen der Glitnir Bank wird die Wirtschaft des Landes im laufenden Jahr zum ersten Mal seit 16 Jahren schrumpfen. Das ist unter anderem auf einen voraussichtlichen Rückgang der Konsumausgaben um insgesamt neun Prozent in diesem und im kommenden Jahr zurückzuführen.
Der Konsum wird einerseits durch hohe Energie- und Rohstoffkosten gedämpft, die die Inflationsrate nach oben getrieben haben. Andererseits beschneiden auch die hohen Zinsen die Kaufkraft der Verbraucher. Aufgrund der Inflationsrate von 14,5 Prozent im August - der höchste Stand seit knapp 18 Jahren - war und ist die Zentralbank gezwungen, auch im September den vom Februar des Jahres 2003 von 5,2 Prozent auf 15,5 Prozent im April des laufenden Jahres erhöhten Leitzins unverändert zu lassen.
Auf Basis dieser Grundkonstellation dürfte sich die Währung erst dann erholen können, wenn sich die Lage an den internationalen Finanzmärkten beruhigt hat und sobald sich eine Abschwächung des inflationären Auftriebs abzeichnet. Im Moment scheint das noch nicht der Fall zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |