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Devisen Handelsüberschuß und Inflation verstärken den Druck auf den Yuan

12.06.2006 ·  China hat im Mai einen Rekord-Handelsüberschuß verzeichnet. Der Zufluß an Devisen erhöht die Liquidität in der Volkswirtschaft und droht die Inflation anzutreiben. Eine Aufwertung des Yuan könnte die Entwicklung entschärfen helfen.

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Hatten sich die internationalen Anleger nach mehreren Monaten mit zum Teil erstaunlichen Kursgewinnen an steigende Kurse und die etablierten Aufwärtstrends gewöhnt, so dürfte sie die anhaltende Korrekturbewegung der vergangenen Wochen um so mehr überrascht haben. Zumindest dann, wenn sie die veränderten Rahmenbedingungen nicht wahrnahmen.

Immerhin sind die Zentralbanken in den vergangenen Monaten zum Teil deutlich auf die Zinsbremse getreten und bringen die Anleger dazu, ihren Risikoappetit zu reduzieren. Risiken wurden zwar lange Zeit nicht richtig wahrgenommen. Allerdings existieren sie zum Beispiel in Form der zunehmenden makroökonomischen Ungleichgewichte permanent im Hintergrund.

Rekord-Handelsüberschuß Chinas im Mai

Das zeigte sich am Montag wieder einmal an den Handelszahlen Chinas. Das Land hat im Mai einen Rekordüberschuß von 13 Milliarden Dollar verzeichnet, nach 10,5 Milliarden Dollar im April. Auf diese Weise setzt sich der Exportboom des Landes der vergangenen Jahre eindrucksvoll fort.

Allerdings zeigt sich auch gleicht der Pferdefuß dieser Entwicklung. Der Zufluß an Devisen erhöht die Liquidität in der Volkswirtschaft und droht auf diese Weise die Inflation anzutreiben. Im Mai sind die chinesischen Verbraucherpreise im Jahresvergleich 1,4 Prozent gestiegen, das ist der stärkste Anstieg seit vier Monaten. Vor allem die Preise für Nahrungsmittel und Kraftstoff zogen an. Nahrungsmitteln verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent, Kraftstoff und Auto-Ersatzteile kosteten 13,2 Prozent mehr. Es gibt Anzeichen dafür, daß die Unternehmen die höheren Kosten für Energie und Rohstoffe an die Verbraucher weitergeben. Die Preise für langlebige Konsumgüter legten im Mai erstmals seit mindestens 17 Monaten zu. Der Aufwärtsdruck auf die Inflation ist stärker als der Abwärtsdruck“, erklärte die chinesische Zentralbank am 31. Mai in ihrem Quartalsbericht zur Geldpolitik.

Die Devisenzuflüsse aus dem Export untergraben die Bemühungen der chinesischen Regierung, die Inflation und die Kreditvergabe unter Kontrolle zu bringen. Die chinesische Geldmenge M2 legte im Mai um 19,5 Prozent zu, berichtete die Zeitung Shanghai Securities News am Freitag. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember des Jahres 2003. Das Kreditvolumen in China nahm 16 Prozent zu und verzeichnete damit den stärksten Anstieg seit mehr als zwei Jahren.

Aufwertung kann geldpolitische Spannungen entschärfen helfen

Ein stärkerer Yuan könnte nicht nur dazu beitragen, diese Entwicklung zu entschärfen, sondern auch amerikanische Politiker beschwichtigen, die das Rekord-Handelsdefizit der Vereinigten Staaten - es ist mehr oder weniger das Spiegelbild der chinesischen Position - durch Zölle auf chinesische Güter dämpfen wollen. Ein stärkerer Yuan würde die Exporte bremsen, die China im ersten Quartal ein Wirtschaftswachstum von 10,3 Prozent beschert haben.

Chinesische Politiker sträuben sich jedoch vielfach gegen eine schnellere Aufwertung des Yuan. Sie könnte einen Konjunktureinbruch verursachen, argumentieren sie. Zentralbankgouverneur Zhou Xiaochuan und andere hohe Beamte wollen lieber den inländischen Konsum und die Nachfrage nach Importen ankurbeln, um das Handelsbilanzdefizit zu senken. Allerdings dürfte das eine das andere nicht ausschließen. Denn gerade bei den Importnachfrage nach Industrieprodukten und Rohstoffen kann sich eine starke Währung positiv bemerkbar machen, werden sie doch auf diese Weise günstiger. In diesem Sinne rechnen viele Strategen mit einer weiteren Yuan-Aufwertung. Sie sei nur eine Frage der Zeit, heißt es. Sie würde viele andere asiatische Währungen mit nach oben nehmen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri mit Material von Bloomberg
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