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Montag, 13. Februar 2012
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Devisen Frische Attacke auf das Pfund

01.03.2010 ·  Das britische Pfund befindet sich an den Finanzmärkten wieder einmal in der Defensive. Es verliert am Montag gegen Euro und Dollar mehr als zwei Prozent seines Wertes.

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Das britische Pfund befindet sich an den Finanzmärkten wieder einmal in der Defensive. Es verliert am Montag gegen Euro und Dollar mehr als zwei Prozent seines Wertes. Nach einer zwischenzeitlichen, markttaktischen Teilerholung vor vorhergehenden Absturz hat die britische Währung seit September des vergangenen Jahres gegen den Dollar zwölf Prozent ihres Wertes verloren und gegen den ebenfalls nachgebenden Euro ging es um knapp fünf Prozent nach unten.

Der Grund liegt einerseits in der anhaltend schwachen Wirtschaft des Landes, der einseitigen Wirtschaftsstruktur ohne großartige Zukunftsperspektive, des riesigen Budgetdefizits des Landes, der großen Privatschulden, der rasant zunehmenden öffentlichen Verschuldung bei steigenden Zinsen und vor allem auch in der politischen Unsicherheit, die sich vor den anstehenden Parlamentswahlen zeigt. Jüngste Berichte zeigen, dass die Führung der Konservativen in Umfragen praktisch verschwunden ist. Das deute auf eine Minderheitsregierung unter Führung der Laborpartei hin, heißt es nun gemeinhin.

Wirtschaftliche und politische Unsicherheit ...

Diese Konstellation jedoch wäre schlecht, da die daraus resultierende Regierung zu schwach wäre, um Wirtschaftsreformen und den Sparkurs durchzusetzen, der unbedingt notwendig wäre, um die über die zunehmende Verschuldung beunruhigten Märkte zu beruhigen. Tatsächlich zeigen die jüngsten Daten, dass die Hauspreise, die aufgrund des Preisauftriebs im Luxussegment Ende des vergangenen Jahres wieder gestiegen waren, wieder fallen. Der UK Nationwide House Price Index ist Februar im Vergleich zum Januar gefallen. Im Januar wurden lediglich 48.200 Anträge auf neue Hypotheken gestellt. Das war die geringste Zahl seit acht Monaten. Das Hypothekengeschäft befindet sich auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2000.

Solche Daten stehen im Gegensatz zum Einkaufsmanagerindex im Produktionsbereich, der im Februar bei 56,6 lag und mit einem Niveau von mehr als 50 auf eine wirtschaftliche Expansion hindeutet. Mit einem Plus von 0,3 Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres war das Bruttoinlandsprodukt ebenfalls höher ausgefallen als allgemein erwartet. Allerdings war es primär auf Staatsausgaben zurückzuführen. Die Investitionen der gewerblichen Wirtschaft waren im vierten Quartal im Vergleich mit dem schon schwachen Vorjahr um knapp 20 Prozent zurückgegangen und im Vergleich mit dem Vorquartal um 5,8 Prozent.

Der Markt geht davon aus, dass das anstehende Treffen des geldpolitisch entscheidenden Gremiums der britischen Zentralbank zu bedingten Änderungen in der Geldpolitik führen wird. Der Leitzins werde weiterhin bei 0,5 Prozent bleiben, dagegen werde jedoch das Volumen der Anleiherückkäufe, die im Rahmen des „Quantitative Easing“ gemacht werden, möglicherweise um 25 Milliarden Pfund erhöht. Solche Erwartungen haben zu zunehmenden Wetten gegen das Pfund geführt. Sie zeigen sich unter anderem in Form einer rekordverdächtigen Positionierung an den amerikanischen Terminmärkten.

... führt zu spekulativer Eigendynamik

Solche Abwertungsbewegungen können eine starke Eigendynamik entwickeln. Vor allem dann, wenn sie politisch praktisch gewollt sind. Gerade die Angelsachsen argumentieren immer wieder, freie Wechselkurse könnten Staaten helfen, Wirtschaftskrisen rascher als andere zu überwinden. Denn schwache Wechselkurse stützten die Exportwirtschaft und förderten so das Wachstum im eigenen Lande. Sie übersehen mit ihren Argumenten und Handlungen aber gerne, dass sie das auf Kosten der übrigen Staaten tun und dass Abwertungswettbewerbe zu protektionistischen Tendenzen führen können. Aus diesem Grund sind solche Argumente und wirtschaftspolitische Strategien gefährlich.

Ebenso riskant sind auch die Wetten auf solche Wechselkursbewegungen. Denn wer nicht aufpasst, kann sich rasch die Finger verbrennen, da es zwischenzeitlich immer wieder zu überraschenden und überraschend starken Gegenbewegungen kommen kann.

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